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FeatureReiseziele·3 Min Lesezeit

Nachsaison: Ab Mitte September gehört das Land wieder den Einheimischen

Das Wasser ist wärmer als im Juni, die Plätze halb leer, und abends brennt zum ersten Mal seit Monaten wieder Holz.

Nachsaison: Ab Mitte September gehört das Land wieder den Einheimischen

Redaktion GROUNDS·Veröffentlicht am 28. Juli 2026

Seen und Meere geben die Sommerwärme langsamer ab als die Luft. Das ist der ganze Trick der Nachsaison, und er lässt sich nachrechnen: An der Ostsee liegt das Monatsmittel der Wassertemperatur im September höher als im Juni. Wer Mitte September ins Wasser geht, badet wärmer als der, der im Frühsommer kam und fror. Nur eben ohne Gesellschaft.

17,5 °CMonatsmittel der Ostsee im September
16,9 °Cdasselbe Mittel im Juni, also kühler
100 Tagedauert der Almsommer, der jetzt endet
19 Uhrist es im Oktober dunkel, im Juli erst gegen 22 Uhr

Die Plätze leeren sich an einem einzigen Wochenende

Der Wechsel kommt nicht allmählich, sondern mit dem Ende der Sommerferien. Danach stehen dieselben Parzellen frei, die im August ausgebucht waren, und die Plätze, an denen im Sommer nur noch Restplätze zu haben waren, nehmen wieder Anfragen für das kommende Wochenende an. Wer flexibel ist, kann jetzt Plätze bekommen, die im Juli ein halbes Jahr Vorlauf gebraucht hätten.

Was sich außerdem ändert: Die Wege zum Sanitärgebäude sind kurz, der Platz vor dem Wohnwagen ist wieder Platz, und abends hört man den Nachbarn nicht mehr, weil keiner da ist.

Der Herbst hat einen Kalender

Ab etwa Mitte September beginnt die Brunft der Rothirsche und zieht sich bis in den Oktober. Die Hirsche verlassen ihre Gruppen, sammeln sich an festen Brunftplätzen, und man hört sie, lange bevor man sie sieht. Der Darß mit der Boddenkette, die Nossentiner und Schwinzer Heide und der Müritz-Nationalpark sind die bekanntesten Ziele dafür; die beste Zeit liegt zwischen dem späten September und der Mitte des Oktobers, früh am Morgen oder in der letzten Stunde vor der Dämmerung.

Kurz darauf kommen die Kraniche. Aus Skandinavien und Osteuropa sammeln sie sich an denselben Rastplätzen wie in jedem Jahr, bevor sie nach Frankreich und Spanien weiterziehen. Weil sie so verlässlich wiederkommen, stehen an vielen dieser Plätze inzwischen feste Beobachtungsplattformen. Man braucht kein Fernglas, um sie zu hören.

ZeitraumWas passiertWo
Mitte September bis OktoberBrunft der RothirscheDarß, Müritz, Nossentiner Heide
September bis Mitte OktoberKranichrast, Höhepunkt Mitte OktoberBoddenkette, Rügen
Anfang September bis Mitte OktoberAlmabtrieb und ViehscheidAllgäu, Chiemgau, Berchtesgaden

Abends wird es früh dunkel, und das ist der Punkt

Im Juli sitzt man um halb elf noch in der Dämmerung. Im Oktober ist es um sieben dunkel, und damit kommt der Teil des Campings zurück, der im Hochsommer ausfällt: die Stunden am Feuer, das frühe Essen, das Buch bei Licht. Auf Plätzen mit Feuerstellen brennt ab September zum ersten Mal seit Monaten wieder Holz, weil es abends kühl genug dafür ist.

Was man mitnimmt

Die Nachsaison verlangt eine andere Packliste als der August, und das ist die einzige Umstellung. Eine Heizung oder wenigstens eine warme Decke, weil die Nächte deutlich abkühlen. Gummistiefel, weil morgens Tau auf der Wiese liegt. Und der Blick auf die Öffnungszeiten: Manche Plätze schließen Ende Oktober, manche Ende September, und die Saison der Trekkingplätze endet an den meisten Stellen mit dem Oktober.

Vor der Abfahrt kurz prüfen

Öffnungszeiten der Plätze, Fährpläne an der Küste und die Öffnung der Bergbahnen ändern sich alle im Herbst. Ein Anruf am Vortag erspart die Umkehr.

Dafür bekommt man Wasser, das noch warm ist, Wälder, die gerade umfärben, und einen Platz, auf dem man morgens als Erster wach ist. Für viele ist das die eigentliche Saison, und sie sagen es nur nicht zu laut.