
Camping in der Uckermark
Die Uckermark zählt mit 38 Einwohnern je Quadratkilometer zu den am dünnsten besiedelten Landkreisen Deutschlands, und genau diese Weite prägt die Region: Auf 3.077 Quadratkilometern liegen mit dem Nationalpark Unteres Odertal, dem Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin und dem Naturpark Uckermärkische Seen gleich drei Nationale Naturlandschaften nebeneinander, eine Kombination, die kein anderer Landkreis in Brandenburg vorweisen kann. Der Naturpark Uckermärkische Seen allein zählt rund 230 Seen auf 897 Quadratkilometern und beherbergt nach eigenen Angaben eine ungewöhnlich hohe Brutdichte des Fischadlers. Im Nationalpark Unteres Odertal liegt die einzige noch intakte Polderlandschaft Deutschlands, ein System aus Sommer- und Winterdeichen, das im Herbst zeitweise bis zu 15.000 Kranichen und in Spitzenjahren bis zu 70.000 Wildgänsen und Kranichen als Rastplatz dient. Südlich davon wächst im Grumsiner Forst ein Buchenwald, dessen alte Bestände seit 2011 zum UNESCO-Weltnaturerbe zählen. Und wo heute Rehe durch Alleen ziehen, stand im 18. Jahrhundert auf 4.400 Hektar Tabak: Um Vierraden bei Schwedt war die Uckermark einst das größte zusammenhängende Tabakanbaugebiet Deutschlands, woran die backsteinernen Tabakspeicher bis heute erinnern.
15 Plätze und Unterkünfte in dieser Region
Plätze und Unterkünfte in dieser Region
Das Jahr in dieser Region
September: Rothirschbrunft und erste Kraniche
Im September dokumentiert der Nationalpark Unteres Odertal die Brunft der Rothirsche in den Waldrandbereichen der Flussniederung. Gleichzeitig treffen die ersten großen Kranichtrupps ein, die Kranichwochen von Nationalpark und NABU fanden 2025 vom 26. bis 28. September und vom 3. bis 5. Oktober statt.
Mitte des Monats geht die Sonne um 6:37 auf und um 19:22 unter. Dazwischen liegen 12 Stunden und 45 Minuten Tageslicht.
Wasser und Luft: Open-Meteo, gemessene Mittelwerte. Andrang: Anteil der Schulferien 2027 über alle sechzehn Bundesländer. Naturdaten: Deutscher Wetterdienst, phänologische Beobachtungen 2014 bis 2026 an 55 Stationen der Region, typischer Tag.
Touren in dieser Region
Ausgeschilderte Touren, die sich an einem Tag von einem Platz aus machen lassen, dazu je Art eine Mehrtagestour.
- Radfahren
Uckermärkischer Radrundweg
Die große Runde ab Prenzlau streift drei Schutzgebiete: den Naturpark Uckermärkische Seen, das Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin und den Nationalpark Unteres Odertal. Das Land dazwischen ist dünn besiedelt. Im Süden rollt es auf eigenen Asphaltwegen, im Norden kommen Landstraßen und alte Kopfsteinpflasterstrecken dazu, am Weg liegen Schloss und Kloster Boitzenburg und die Stadtmauer von Templin.
302,2 kmMehrtagestour
- Radfahren
Naturpark Tour Nord "Auf der Spur der Steine"
Ab Lychen führt die Runde über Templin, Boitzenburg, Fürstenwerder und Feldberg, erst flach, dann hügelig an den Endmoränen um Feldberg, immer zwischen klaren Seen. Der Name kommt vom Gestein. Scheunen und Kirchen aus Feldstein stehen am Weg, dazu die alte Feldsteinmauer und der Findlingsgarten in Fürstenwerder. Ein Stück der Runde läuft auf dem Damm der alten Bahnlinie.
108,9 km
- Wandern
Uckermärker Landrunde
Ein roter Punkt auf weißem Grund führt ab Prenzlau durch den Naturpark Uckermärkische Seen und das Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin. Der Weg läuft über Moränenhügel, an Feldern mit Hecken entlang, durch Wald und über Moor, auf Feld- und Waldwegen. Man ist viel allein unterwegs.
153,5 kmMehrtagestour
- Wandern
Märkischer Landweg
Das blaue X führt von Feldberg beziehungsweise Fürstenberg an der Havel bis nach Mescherin an der Oder, und beide Anfänge treffen sich in Lychen. Danach geht es quer durch die Uckermark, am Buchenwald Grumsin vorbei und zuletzt hinunter ins Untere Odertal mit seinen Poldern und Altarmen. Die beiden letzten Etappen dorthin sind zurzeit gesperrt, Bahn und Bus überbrücken sie. Sandwege, Alleen, Seeufer und Feldwege wechseln sich ab.
216,1 kmMehrtagestour
- Wandern
Uferwanderweg Unteres Odertal
Von Mescherin geht es flussaufwärts bis Lunow, immer am Rand des Nationalparks Unteres Odertal. Unten liegen die Polderwiesen mit Altarmen, Weiden und Schilf, oben auf den Moränenhängen der Trockenrasen mit seinen Blüten. Von den Hängen sieht man weit über die Aue.
52,2 km
- Wandern
Sechs-Seen-Rundweg
Sechs Seen in einer Runde, ab dem Stadthafen von Templin: Stadtsee, Gleuensee, Bruchsee, Fährsee, Zaarsee und Lübbesee. Dazwischen liegen Wald, Wiesen, Felder und Moor, über Hügel und durch flache Senken, teils auf Asphalt, teils auf Waldboden. Am Ufer sieht man, wo Biber gearbeitet haben.
23,4 kmRundtour
- Wandern
Rundweg um den Templiner Stadtsee
Einmal um Stadtsee und Bruchsee, dicht am Wasser. Die ersten Kilometer bis zum Fährkrug sind asphaltiert, danach kommen ein Stück Straße und ein Waldpfad, zurück geht es am Ufer entlang. Am Weg liegen der Lehmanngarten und die alte Pionierbrücke, und im Sommer laden kleine Badestellen zum Sprung ins Wasser.
10 kmRundtour
- Wandern
Grumsiner Genusswanderweg
Vom Bahnhof Angermünde über Sternfelde und Schmargendorf nach Altkünkendorf, auf Feldwegen, Waldwegen und altem Pflaster durch die sanfte Grundmoräne. Zum Schluss wird das Gelände bewegt. Tiefe Kessel und kurze Anstiege ziehen sich am Rand des Buchenwalds Grumsin entlang, der zum Weltnaturerbe gehört, und unterwegs liegen Mosterei, Milchhof und Brennerei.
7,3 km
Touren: © OpenStreetMap-Mitwirkende, ODbL. Längen aus dem kartierten Verlauf berechnet, Stand 12. September 2026.
Tiere, die man hier trifft
September bis NovemberKranich
Am Beobachtungsturm Mescherin im Nationalpark Unteres Odertal sammeln sich ab Ende September die ersten großen Kranichtrupps. Im Oktober suchen dort bis zu 15.000 Tiere im weiten Poldergelände ihre Schlafplätze, erkennbar am grauen Gefieder, dem roten Scheitelfleck und dem weithin hörbaren trompetenden Ruf. Bis weit in den November ziehen einzelne Trupps noch durch, bevor sie weiter nach Süden aufbrechen.
März bis SeptemberFischadler
Im Naturpark Uckermärkische Seen brüten rund 30 Fischadlerpaare an den Horsten der zahlreichen Seen, eine für die Region ungewöhnlich hohe Dichte. Ab Mitte März kehren die Vögel aus Westafrika zurück, im Mai schlüpfen nach mehrwöchiger Brutzeit die ersten Jungen. Am weiß-braunen Gefieder, der schwarzen Augenbinde und dem senkrecht ins Wasser stoßenden Sturzflug bei der Jagd ist der Fischadler über den Seen gut zu erkennen.
Oktober bis FebruarFischotter
Im Polder bei Criewen im Nationalpark Unteres Odertal hat sich der Fischotter als dauerhafte Art wieder angesiedelt. Von Oktober bis Februar ist er an den vereisten oder schlammigen Grabenrändern meist nur an seinen Trittsiegeln und Rutschspuren im Schnee zu erkennen, seltener am schlanken braunen Körper selbst. Er profitiert hier von der ungestörten Gewässerdynamik der einzigen noch intakten Polderlandschaft Deutschlands und durchstreift die Gräben auf der Suche nach Fischen.
August bis OktoberBiber
Am Rundweg bei Fährkrug rund um den Templiner Stadtsee sind die kegelförmig angenagten Baumstümpfe am Ufer das sicherste Zeichen für den Biber. Von August bis Oktober zieht er in der Dämmerung Zweige und ganze Äste ins Wasser, um seinen Wintervorrat anzulegen. Am gedrungenen Körper, dem stumpfen Kopf und dem breiten, schuppigen Schwanz ist er gut von anderen Wasserbewohnern zu unterscheiden.
Bilder: Freepik
Anreise
- 1 Std. 15 Min.Berlin
- 2 Std. 15 Min.Rostock
- 3 Std. 45 Min.Hamburg
- 6 Std. 30 Min.Frankfurt am Main
- 6 Std. 45 Min.Köln
- 7 Std. 00 Min.München
Gut zu wissen
Deichwege und Grenzübergänge an der Oder
Etwa die Hälfte der Radwege im Unteren Odertal verläuft auf Deichen. Rund 31 Kilometer liegen in den Nasspoldern und sind nur im Sommer befahrbar, denn um den 15. November werden die Polder geflutet. Nach Polen führt die Brücke bei Schwedt. Der Übergang Mescherin liegt im Zwischenoderland und ist bei Oderhochwasser zeitweise gesperrt.
Leinenpflicht im Nationalpark
Im Nationalpark Unteres Odertal ist das Führen von Hunden nur an der Leine erlaubt, das gilt auf allen Wegen des Schutzgebiets. Damit sollen Bodenbrüter sowie rastende Wildgänse und Kraniche vor Störungen geschützt werden.
Kein offenes Feuer im Schutzgebiet
Offenes Feuer und Grillen sind im Nationalpark Unteres Odertal untersagt, ebenso das Zelten und Übernachten im Freien außerhalb ausgewiesener Plätze. Besucher werden gebeten, auf den Wegen zu bleiben und keinen Lärm zu verursachen.
Rücksicht auf rastende Vögel
Kraniche, Wildgänse und Singschwäne lassen sich am besten von den festen Beobachtungstürmen in Mescherin, Stützkow und am Wrechsee aus beobachten, ohne sich den Rastplätzen selbst zu nähern. Der Nationalpark bittet grundsätzlich darum, wild lebende Tiere nicht zu beunruhigen.
Kanufahren nur geführt und zeitlich begrenzt
Wasserwandern auf eigene Faust ist im Nationalpark Unteres Odertal nicht erlaubt, Kanutouren finden nur geführt und ausschließlich zwischen dem 15. Juli und dem 14. November statt, um die Brutzeit nicht zu stören. Gebucht werden die drei Rundtouren von 7,2 bis 11 Kilometern über den Campingplatz am Wassersportzentrum Schwedt.
Camping nur auf ausgewiesenen Plätzen
Zelten und Übernachten im Freien sind im Nationalpark Unteres Odertal verboten. Wohnmobil- und Campingplätze liegen außerhalb des Schutzgebiets, unter anderem am Wassersportzentrum Schwedt, von dem auch die geführten Kanutouren starten.
Geschützte Landschaften
- Nationalpark
- Unteres Odertal
- Biosphärenreservat
- Schorfheide-Chorin
- Naturpark
- Feldberger SeenlandschaftUckermärkische Seen
Namen und Grenzen: © OpenStreetMap-Mitwirkende.
Über diese Region
Die Uckermark liegt im Nordosten Brandenburgs, dünn besiedelt und geprägt vom Nationalpark Unteres Odertal und dem Naturpark Uckermärkische Seen mit rund 230 Seen. Campingplätze und Stellplätze liegen vor allem an den Seen und am Nationalpark.
Hauptsaison ist der Sommer, mit Baden am Oberuckersee und Kanutouren im Nationalpark. Ruhiger wird es im Frühjahr und Spätherbst mit ziehenden Kranichen. Wann ein Platz geöffnet hat, steht im Kalender des Angebots.