Camping an der Mecklenburgischen Seenplatte

Zwischen Waren, Neustrelitz und Neubrandenburg liegt der Müritz-Nationalpark, mit 322 Quadratkilometern der größte auf dem Festland gelegene Nationalpark Deutschlands. Über 70 Prozent davon sind Wald, dazwischen liegen 107 eigene Seen über einem Hektar. Den Namen gab ihm die Müritz. Sie ist mit rund 113 Quadratkilometern der größte See, der vollständig innerhalb Deutschlands liegt, und der Nationalpark grenzt an ihrem Ostufer auf zehn Kilometern Länge an. Bei Serrahn stehen auf 268 Hektar alte Buchenwälder, die seit 2011 zum UNESCO-Weltnaturerbe der alten Buchenwälder Deutschlands zählen. Geforstet wird dort seit Jahrzehnten nicht mehr. Um den Nationalpark herum liegt die weitaus größere Mecklenburgische Seenplatte mit mehr als 1.000 Seen. Sie entstand während der Weichsel-Eiszeit vor etwa 20.000 bis 17.000 Jahren, als das zurückweichende Eis die Rinnen und Becken hinterließ, in denen sich heute Waldseen, Moore und Flusstäler aneinanderreihen. Im Westen der Seenplatte liegt der Naturpark Nossentiner/Schwinzer Heide. Dort kommt als weitere Auszeichnung die dunkle Nacht hinzu: Seit 2025 trägt der Naturpark das Zertifikat der DarkSky International als Internationaler Sternenpark.

Das Jahr in dieser Region

September: Rotwild röhrt in den Wäldern

Ab Mitte September beginnt im Müritz-Nationalpark die Brunft des Rotwilds, wenn die Hirsche ihre Rudel verlassen, um Weibchen zu erobern, und dabei mehrere hundert Mal pro Nacht röhren, hörbar über Kilometer hinweg. Rund um Serrahn und Schwarzenhof lässt sich das Schauspiel in den frühen Morgenstunden am besten verfolgen. Gleichzeitig sammeln sich die ersten Kraniche zu ihrem herbstlichen Rastzug in der Region.

Mitte des Monats geht die Sonne um 6:40 auf und um 19:26 unter. Dazwischen liegen 12 Stunden und 46 Minuten Tageslicht.

Wasser und Luft: Open-Meteo, gemessene Mittelwerte. Andrang: Anteil der Schulferien 2027 über alle sechzehn Bundesländer. Naturdaten: Deutscher Wetterdienst, phänologische Beobachtungen 2014 bis 2026 an 100 Stationen der Region, typischer Tag.

Touren in dieser Region

Ausgeschilderte Touren, die sich an einem Tag von einem Platz aus machen lassen, dazu je Art eine Mehrtagestour.

  • Radfahren

    Radweg Hamburg-Rügen

    Von Hamburg bis Sassnitz, erst am Elbe-Lübeck-Kanal entlang, dann durch das Biosphärenreservat Schaalsee und an Schwerin mit seinem Schloss vorbei. Es folgen Sternberger Seenland, Güstrow und die Mecklenburgische Schweiz. Der Belag wechselt ständig, von Asphalt über feste Naturwege bis zum Kopfsteinpflaster in den Dörfern, und zuletzt trägt der Rügendamm auf die Insel.

    527,4 kmMehrtagestour

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  • Radfahren

    Elbe-Müritz Rundweg

    Zwischen der Elbe bei Wittenberge und der Müritz liegt die Prignitz, flach und weit, mit Feldern und langen Waldstücken. In Rühstädt brüten rund dreißig Storchenpaare. Weiter nördlich kommen die Seen, Plau am See zuerst, dann Waren und Röbel an der Müritz.

    419,4 kmMehrtagestour

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  • Radfahren

    Mecklenburgischer Seen Rundweg

    Der Weg hängt einen See an den nächsten, vom Schweriner See über den Dobbertiner bis zum Krakower See. Seeadler brüten in den Kiefern. Durch die Nossentiner/Schwinzer Heide führt er über Sanderböden, und bei Sternberg steht die nachgebaute Slawenburg von Groß Raden auf ihrer Halbinsel.

    265 kmMehrtagestour

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  • Radfahren

    Müritz Rundweg

    Rundherum um den größten See, der ganz in Deutschland liegt: 112 Quadratkilometer Wasser, an der tiefsten Stelle 31 Meter. Am Ostufer steht Schilf, so weit man sieht. Dort liegt der Müritz-Nationalpark, während sich auf der anderen Seite Waren, Klink, Röbel und Rechlin mit ihren Häfen und Bootshäusern aneinanderreihen.

    115 km

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  • Wandern

    Müritz-Nationalpark-Wanderweg

    Neun Etappen durch den größten Landnationalpark Deutschlands, von Waren am Müritzufer entlang bis Boek und weiter über Fürstensee nach Serrahn. Die alten Buchenwälder dort sind Welterbe. Das Gelände ist eiszeitlich geformt, kleine Hügel und weite Ebenen, dazwischen über hundert Seen, und vom Käflingsbergturm sieht man darüber hinweg.

    172,9 kmMehrtagestour

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  • Wandern

    Grüne Runde Neubrandenburg

    Die Runde fädelt die schönsten Stücke des Neubrandenburger Wegenetzes aneinander, vom Strandbad Broda am Tollensesee bis in die eiszeitlichen Bachtäler im Norden. Breite Waldwege wechseln mit schmalen Pfaden. Dazwischen liegen offene Felder mit weitem Blick, und im Burgholz zeichnen sich die Wälle der slawischen Ravensburg noch deutlich ab.

    40,9 km

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  • Kanu

    Wasserwanderstrecke Obere Havel im Müritz-Nationalpark

    Von Kratzeburg am Käbelicksee geht es von See zu See, ganz oben auf der Havel, wo sie noch schmal ist und keine Motorboote fahren. Schilfufer und Seerosen begleiten die Fahrt. An der Granziner Mühle ist die Havel versandet. Eine Lorenbahn bringt das Boot siebenhundert Meter weiter zum Pagelsee, und am Ende liegt der lange Useriner See.

    22,5 km

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Touren: © OpenStreetMap-Mitwirkende, ODbL. Längen aus dem kartierten Verlauf berechnet, Stand 12. September 2026.

Tiere, die man hier trifft

  • September bis November

    Kranich

    Am Rederangsee bei Federow im Müritz-Nationalpark versammeln sich ab September jeden Abend hunderte Kraniche, um gemeinsam auf dem Wasser zu übernachten. Der graue Vogel mit dem roten Scheitelfleck und dem buschigen Schwanzgefieder ist schon am trompetenden Ruf zu erkennen, der weit über den See trägt. Anfang Oktober zählt die Nationalparkverwaltung hier regelmäßig weit über 10.000 rastende Tiere, bevor die letzten Trupps im November weiter Richtung Südwesteuropa ziehen.

  • März bis Oktober

    Fischadler

    Von den festen Beobachtungspunkten in Boek und Federow lassen sich die rund zehn Fischadlerpaare des Müritz-Nationalparks beim Fischen beobachten, die ab Ende März aus Afrika zurückkehren und ihre Horste auf Hochspannungsmasten nahe dem Wasser beziehen. Am weißen Bauch und der dunklen Augenbinde ist er von anderen Greifvögeln der Region gut zu unterscheiden, besonders wenn er kurz über dem Wasser rüttelt, bevor er sich zum Fisch hinabstürzt. Bis Oktober bleiben die Paare an ihren Horsten, dann fliegen sie zurück in ihre afrikanischen Winterquartiere.

  • November bis März

    Seeadler

    Von den Beobachtungspunkten in Boek, Federow und Zinow im Müritz-Nationalpark lassen sich die rund 23 ansässigen Seeadlerpaare im Winterhalbjahr am leichtesten entdecken, wenn das kahle Geäst freie Sicht auf die Horste gibt. Der helle Kopf und der kurze, keilförmige weiße Stoß unterscheiden den ausgewachsenen Vogel schon im Flug von anderen Greifvögeln der Region. Anders als die Fischadler, die erst im Frühjahr aus Afrika zurückkehren, bleiben die Seeadler das ganze Jahr über an ihren Revieren.

  • September bis Oktober

    Rothirsch

    Rund um Serrahn und Schwarzenhof im Müritz-Nationalpark beginnt Mitte September die Brunft des Rotwilds, am besten zu verfolgen in den frühen Morgenstunden. Der Hirsch mit seinem mächtigen Geweih ist am lauten, weit hörbaren Röhren zu erkennen, das er mehrere hundert Mal pro Nacht ausstößt, um Rivalen fernzuhalten und Weibchen anzulocken. Bis in den Oktober hinein klingt die Brunft in den Wäldern der Region nach.

Bilder: Freepik

Dunkler Himmel

Von DarkSky International anerkannte Orte.

  • Naturpark Nossentiner/Schwinzer Heide

    Seit Dezember 2025 anerkannt. Kiefernwald, Heide und stille Seen zwischen Krakow am See und Malchow, mit weiten Flächen, auf denen nach Einbruch der Dunkelheit gar kein Licht mehr brennt.

Anreise

  • 1 Std. 30 Min.Rostock
  • 2 Std. 15 Min.Berlin
  • 3 Std. 15 Min.Hamburg
  • 7 Std. 15 Min.Köln
  • 7 Std. 15 Min.Frankfurt am Main
  • 7 Std. 45 Min.München

Gut zu wissen

  • Leinenpflicht im Nationalpark

    In Wald und Wiesen des Müritz-Nationalparks müssen Hunde ganzjährig an der Leine geführt werden, das schützt Rot-, Dam- und Schwarzwild sowie Bodenbrüter vor Störung. Freies Baden von Hunden in den Nationalparkseen ist wegen der dort brütenden Wasservögel nicht vorgesehen.

  • Abstand zu den Kranich-Schlafplätzen

    An den abendlichen Sammelplätzen der Kraniche, etwa am Rederangsee bei Federow, gilt es, den Vögeln nicht zu nahe zu kommen und geführte Beobachtungsgänge oder feste Beobachtungspunkte zu nutzen. Auch beim Kanufahren im Nationalpark sind größere Vogelansammlungen auf dem Wasser weiträumig zu umfahren.

  • Öffnungszeiten der Drehbrücke Malchow

    Die Drehbrücke in der Inselstadt Malchow öffnet zu jeder vollen Stunde für den Wasserverkehr und legt dabei kurz den Straßenverkehr still, von April bis September zwischen 9 und 20 Uhr, im Oktober bis 16 und im November bis 15 Uhr. Wer mit dem Auto durch Malchow fährt, sollte diese kurzen Sperrzeiten einplanen.

  • Stellplätze außerhalb des Nationalparks nutzen

    Camping und Übernachten im Müritz-Nationalpark selbst sind grundsätzlich nicht gestattet, auch nicht an den Rastplätzen der Wasserwanderrouten. Ausgewiesene Wohnmobilstellplätze gibt es dafür an den Rändern der Region, etwa am Seglerhafen in Röbel mit rund 30 Plätzen oder an den Häfen in Waren.

  • Offenes Feuer nur an Feuerstellen

    Nach dem Landeswaldgesetz Mecklenburg-Vorpommern ist offenes Feuer im Wald grundsätzlich nur an den von der Forstbehörde dafür freigegebenen Stellen erlaubt, ein Grill- oder Lagerfeuer im übrigen Wald ist ganzjährig untersagt, nicht erst bei hoher Waldbrandgefahr. Das gilt auch für Einweggrills und Campingkocher.

  • Befahrensregeln auf den Nationalparkgewässern

    Auf den Wasserwanderstrecken im Müritz-Nationalpark, etwa der Oberen Havel, sind Motoren, Segel und Surfen untersagt, gefahren werden darf nur mit Kanu oder Ruderboot entlang der grün markierten Fahrrinne. Landen und Rasten ist ausschließlich an den ausgewiesenen Stellen erlaubt, Gruppenfahrten sind auf acht Boote begrenzt und anmeldepflichtig.

Geschützte Landschaften

Namen und Grenzen: © OpenStreetMap-Mitwirkende.

Über diese Region

Die Mecklenburgische Seenplatte liegt zwischen Waren, Neustrelitz und Neubrandenburg, mit über 1.000 Seen um den Müritz-Nationalpark und den Buchenwäldern von Serrahn, UNESCO-Weltnaturerbe. Campingplätze und Wohnmobilstellplätze liegen an den Seeufern außerhalb des Parks.

Hochsaison ist der Sommer an Seen wie der Müritz, ruhiger wird es im Frühjahr und Spätherbst. Wann ein Platz geöffnet hat, steht im Kalender des Angebots.

Häufige Fragen