
Zirkuswagen mieten
Ein Zirkuswagen ist ein Holzwagen auf Rädern, in dem Artisten und Schausteller gewohnt haben. Er ist meist länger und breiter als ein Schäferwagen, weil darin der ganze Alltag einer reisenden Familie Platz fand. Die Fenster sitzen meist an der Längsseite, die Tür hat eine Treppe davor. Innen ist es ein Raum, der Schlafplatz liegt oft an einem Ende abgeteilt. Bunt lackiert ist er häufig, aber nicht immer. Als Ferienunterkunft steht er fest, auf einem Hof, am Feldrand oder auf einem Campingplatz.
Worauf man beim Buchen achtet
- Originalwagen oder Neubau?
- Beides wird als Zirkuswagen vermietet. Ein restaurierter alter Wagen bringt Patina mit und oft wenig Dämmung, ein Neubau im alten Stil ist dicht und warm. Wer in der kalten Jahreszeit anreist, fragt nach dem Baujahr.
- Ist ein Bad an Bord?
- Neu gebaute Wagen haben meist eine Nasszelle, alte selten. Dann gehören das Sanitärgebäude des Platzes oder ein Bad im Haupthaus dazu. Wie weit der Weg ist, steht nicht immer im Text.
- Wird geheizt, und bis in welche Jahreszeit?
- Holzofen, Gasheizung, Strom, ein Anschluss ans Haupthaus oder gar nichts. Danach richtet sich, ob der Wagen im November noch vermietet wird. Bei einem Ofen klärt man vorher, wer nachlegt und woher das Holz kommt.
- Steht er allein oder in einer Reihe?
- Manche Höfe stellen mehrere Wagen nebeneinander, andere einen einzelnen ans Feld. Wie viel vom Nachbarn zu hören ist, hängt am Wandaufbau. Deshalb lohnt der Blick darauf, wie viel Abstand zwischen den Wagen bleibt.
- Wird darin gekocht?
- Kochplatte, Spüle, Kühlschrank: möglich ist alles, selbstverständlich nichts. Wo keine Küche eingebaut ist, gibt es manchmal eine Gemeinschaftsküche oder einen Grillplatz, manchmal nichts davon.
Für wen es passt
Gemacht für
Paare und Familien mit kleinen Kindern, denen ein Zimmer zu gewöhnlich ist. Der Wagen hat eine eigene Tür ins Freie. Wer sich für alte Fahrzeuge interessiert, bekommt bei restaurierten Wagen das Handwerk dazu.
Eher nichts für
Ein Zirkuswagen ist klein geschnitten, und nur ein Teil hat eine Tür zum Schlafplatz. Wer abends einen Raum für sich braucht, fragt vorher nach dem Grundriss oder nimmt eine Ferienwohnung. Die Treppe an der Tür schließt Rollstuhl und Rollator aus, und für Gepäck von zwei Wochen fehlt der Platz.
Woher es kommt
Der Wagen ist älter als der Zirkus im Zelt. Um 1810 begannen reisende Zirkusgesellschaften in Frankreich, ihre großen Transportwagen zugleich zu bewohnen. Die Romanichal in Britannien übernahmen die Bauweise etwa ab 1850 und gaben ihr die Bemalung, für die sie bekannt ist. In Deutschland kam der Zeltzirkus erst gegen Ende des 19. Jahrhunderts auf, und der Wagen wurde für Artisten und Schausteller zur Wohnung, die von Ort zu Ort mitfuhr.
Gut zu wissen
Der Boden liegt höher
Der Wagen steht auf Rädern, also über dem Erdboden. Ein paar Stufen führen zur Tür, und Koffer hebt man hinauf.
Gefahren wird nicht mehr
Als Ferienunterkunft bleibt der Wagen, wo er steht. Wo das eigene Fahrzeug parkt, sagt der Gastgeber, und das ist nicht immer direkt daneben.
Hunde nach Absprache
Der Wagen ist ein Raum mit Tür ins Freie. Ob ein Hund mitkommt, entscheidet der Gastgeber, und auf Höfen mit Vieh gelten eigene Regeln.