Stellplatz mieten

Ein Stellplatz ist kein Gebäude, sondern ein Stück Boden. Gemietet wird die Fläche, das Dach über dem Kopf bringt man selbst mit. Manche Plätze liegen auf einem Campingplatz mit Sanitärhaus, andere auf einer Wiese hinter einem Hof. Was der Aufenthalt wird, hängt deshalb weniger vom Platz ab als von dem, was im Fahrzeug steckt. Der Unterschied zum wilden Stehen ist die Erlaubnis. Der Eigentümer weiß, dass Sie kommen, und sagt Ihnen, wo Sie stehen dürfen.

Worauf man beim Buchen achtet

Wie lang darf das Fahrzeug sein?
Die Parzellen sind unterschiedlich zugeschnitten, und ein langes Wohnmobil passt nicht überall hin. Auch die Zufahrt entscheidet mit, denn eine enge Kurve oder eine Höhenbegrenzung hält schon vor dem Platz auf.
Was ist der Untergrund?
Schotter und Rasengitter tragen bei jedem Wetter. Eine Wiese sieht im Sommer schöner aus, wird nach langem Regen aber weich, und dann steht die Abfahrt zur Debatte.
Liegt Strom an?
Viele Plätze haben eine CEE-Steckdose am Verteiler, andere gar keinen Anschluss. Wer Strom braucht, braucht auch das passende Kabel, und wie weit es bis zur Säule ist, unterscheidet sich von Platz zu Platz.
Wo sind Frischwasser und Entsorgung?
Eine eigene Station für Frischwasser und Entsorgung gehört nicht zu jedem Stellplatz. Manchmal steht sie am Platz, manchmal ein paar Kilometer weiter, und das ändert die Planung der Weiterfahrt.
Gibt es Toiletten und Duschen?
Auf einem Campingplatz gehört das Sanitärhaus dazu, auf einem reinen Stellplatz nicht unbedingt. Wer autark unterwegs ist, merkt den Unterschied kaum, alle anderen sehr.
Darf man die Markise ausfahren?
Auf Campingplätzen ist das Leben im Freien vorgesehen, auf vielen Wohnmobilstellplätzen nicht. Dort bleiben Vorzelt und Markise meist eingefahren, weil die Fläche als Standfläche gedacht ist und nicht als Garten.

Für wen es passt

Gemacht für

Wer sein Zuhause schon dabeihat und nur einen legalen, ruhigen Platz dafür sucht. Auf einer langen Tour ist der Stellplatz die günstigste Art, jeden Abend woanders zu stehen. Und wer früh los will, muss niemandem einen Schlüssel zurückgeben.

Eher nichts für

Ohne eigenes Fahrzeug ist ein Stellplatz nichts, denn es gibt nichts zu beziehen. Wer Bad und Küche erwartet, bucht besser eine Unterkunft mit Wänden. Und wer viel Platz um sich braucht, findet ihn eher auf einem Campingplatz als in einer Parkbucht.

Woher es kommt

Der Stellplatz als eigene Form ist jung. Im Mai 1983 erlaubte die Stadt Viechtach im Bayerischen Wald als erste Gemeinde in Deutschland das Übernachten von Reisemobilen auf öffentlichen Parkplätzen, zunächst als Versuch über vier Monate. Der Versuch brachte dem Ort so viel ein, dass er blieb, und bis Ende 1985 hatten rund siebzig Gemeinden nachgezogen. 1991 eröffnete in Rotenburg an der Fulda der erste eigens gebaute Reisemobilhafen.

Gut zu wissen

  • Maße vorher vergleichen

    Länge und Höhe des Fahrzeugs sollte man kennen, bevor man bucht. Zufahrt und Standfläche sind vorgegeben, und daran ändert sich vor Ort nichts mehr.

  • Wasser gibt es nicht überall

    Frischwasser und Entsorgung gehören nicht zu jedem Platz. Wer mit vollem Tank anreist, bleibt unabhängig.

  • Offenes Feuer ist geregelt

    Grill und Feuerschale sind auf manchen Plätzen erlaubt und auf anderen nicht, und im Sommer kann ein behördliches Verbot dazukommen. Vorher fragen ist einfacher, als es vor Ort zu versuchen.

  • Hunde meist willkommen

    Auf Stellplätzen sind Hunde häufig kein Problem, solange sie angeleint bleiben. Ob es eine Wiese zum Auslaufen gibt, steht im Angebot.