Chalet mieten

Ein Chalet ist ein Holzhaus mit flach geneigtem Giebeldach und weit vorstehendem Dach. Die Bauform stammt aus den Alpen. Im 19. Jahrhundert ist sie von dort nach ganz Europa gewandert, und heute heißen Ferienhäuser aus Holz auch weit außerhalb der Berge so. Gemeint sein kann ein altes Bauernhaus am Hang, ein neu gebautes Haus im gleichen Stil oder eine Holzunterkunft im Ferienpark. Anders als beim Mobilheim sagt das Wort nichts darüber, wie das Haus an seinen Platz gekommen ist. Es beschreibt die Bauweise, nicht den Transport.

Worauf man beim Buchen achtet

Was für ein Haus steckt hinter dem Wort?
Chalet ist kein geschützter Begriff. Vom Bauernhaus mit zwei Jahrhunderten auf dem Buckel bis zum Holzbau vom letzten Jahr heißt alles so. Fotos und Baujahr sagen mehr als die Bezeichnung.
Mietet man das ganze Haus?
In den Bergen ist ein großes Chalet oft in mehrere Wohnungen geteilt. Dann teilt man sich Eingang und Treppenhaus, manchmal auch die Terrasse. Im Inserat steht, was zur Buchung gehört.
Gibt es ein Obergeschoss oder eine Galerie?
Viele Chalets nutzen den Raum unter dem Dach zum Schlafen. Die Treppe dorthin ist mitunter steil, und unter der Schräge reicht die Höhe nicht überall zum Stehen. Wer schlecht zu Fuß ist, fragt nach einem Bett im Erdgeschoss.
Wird mit Holz geheizt?
Ofen oder Kamin gehören oft dazu, ersetzen aber nicht immer die Heizung. Fragt, ob Holz bereitliegt und was sonst noch wärmt, wenn es morgens kalt ist.
Wie kommt man hin?
Manche Chalets stehen am Ende einer schmalen Straße oder ein Stück oberhalb vom Parkplatz. Im Winter entscheidet der letzte Kilometer darüber, ob man Ketten braucht und wie weit das Gepäck getragen wird.

Für wen es passt

Gemacht für

Gruppen und Familien, die ein ganzes Haus für sich wollen, mit einer Küche und einem Tisch, an dem alle sitzen. Wanderer und Skifahrer nutzen es als Standquartier für eine oder zwei Wochen. Wer abends lieber selbst kocht als auszugehen, ist hier richtig.

Eher nichts für

Barrierefrei ist ein Chalet selten. Wo unter dem Dach geschlafen wird, führt eine Treppe hinauf, und in den Bergen liegt das Haus oft am Hang. Ohne Auto wird die Anreise dort mühsam, und Service wie im Hotel gibt es nicht: Kochen und Heizen bleiben bei den Gästen.

Woher es kommt

Das Wort kommt aus der französischsprachigen Schweiz und meinte dort die Hütte auf der Alp, in der Hirten den Sommer über wohnten und Käse machten. Belegt ist es seit 1328 aus der Waadt, später aus dem Wallis und aus Freiburg. Bekannt wurde es durch Jean-Jacques Rousseau, der es 1761 in seinem Roman Julie oder Die neue Heloise verwendete. Im 19. Jahrhundert bauten Adel und Bürgertum Häuser nach dem Vorbild dieser Hütten, und mit den ersten Reisenden in den Alpen wurde daraus ein Stil, den man heute überall erkennt.

Gut zu wissen

  • Holz gehört nicht immer dazu

    Ofen und Kamin brauchen Nachschub, und wer ihn stellt, ist von Haus zu Haus verschieden. Vor der Anreise klären, sonst bleibt der Ofen am ersten Abend kalt.

  • Oft führt eine Treppe hinauf

    Wo unter dem Dach geschlafen wird, führt eine Treppe hinauf, oft eine steile. Mit Kleinkind oder mit Knieproblemen vorher nach einem Zimmer unten fragen.

  • Die letzte Strecke prüfen

    Nicht jede Zufahrt ist breit oder befestigt. Wer mit Anhänger oder großem Wagen anreist, fragt nach Parkplatz und Wendemöglichkeit.