Almhütte mieten

Eine Almhütte steht auf einer Alm, einer Bergweide, die das Vieh nur über den Sommer nutzt. Gebaut wurde sie zum Arbeiten. Unter einem Dach lagen Stube, Stall und oft eine kühle Kammer für die Milch, denn der Senner blieb die ganze Saison oben. Heute werden viele dieser Hütten im Ganzen vermietet, teils neben dem laufenden Almbetrieb, teils ohne Vieh. Von der Schutzhütte der Alpenvereine unterscheidet sie die Buchung: dort ein Bett unter vielen, hier das ganze Haus. Und wo ein Ferienhaus eine Adresse im Ort hat, gehört zur Hütte die Weide ringsum.

Worauf man beim Buchen achtet

Wie weit fährt das Auto?
Manche Almhütten haben eine Zufahrt bis vor die Tür, bei anderen führt der letzte Abschnitt zu Fuß hinauf. Oft liegt eine Schranke auf dem Weg, für die es einen Schlüssel gibt. Einige Gastgeber bringen das Gepäck selbst nach oben.
Ist die Hütte im Winter erreichbar?
Viele Almen sind nur vom Frühsommer bis in den Herbst geöffnet, weil der Weg nicht geräumt wird. Wo im Winter vermietet wird, geht der letzte Teil oft mit Rodel, Ski oder Schneeschuhen. Das steht in der Beschreibung, wenn es zutrifft.
Woher kommt der Strom?
Es gibt Hütten am Netz, Hütten mit Photovoltaik und Hütten ganz ohne Anschluss. Eine Solaranlage trägt Licht und Ladegeräte, für Föhn oder Wasserkocher reicht sie selten. Bei manchen Hütten erhitzt der Holzherd auch das Wasser.
Woher kommt das Wasser?
Viele Almhütten werden von einer eigenen Quelle versorgt und nicht von einer Leitung aus dem Tal. Das Wasser kommt kalt aus dem Berg, meist über eine gefasste Quelle oberhalb der Hütte. Wie die Versorgung an der Hütte geregelt ist, steht in der Beschreibung.
Wie wird geheizt, und wer bringt das Holz?
Auf vielen Almhütten ist der Holzofen in der Stube die einzige Wärmequelle. Bei manchen Gastgebern liegt das Holz bereit, bei anderen kauft man es dazu oder holt es aus dem Schuppen. Auch im Sommer werden die Nächte da oben kühl.
Wie weit ist der nächste Laden?
Fast immer kocht man selbst. Der nächste Laden liegt im Tal, und der Weg dorthin gehört zur Planung. Eingekauft wird vor der Auffahrt, nicht danach.

Für wen es passt

Gemacht für

Wer Ruhe sucht und damit umgehen kann, dass Ruhe auch heißt, allein zu sein. Familien und kleine Gruppen bekommen ein ganzes Haus statt eines Zimmers, und das ändert den Abend. Und wer gern kocht, hat die Küche für sich.

Eher nichts für

Wer abends unter Leuten sein will, ist unten besser aufgehoben. Zur Hütte führt selten ein ebener Weg, barrierefrei sind die wenigsten. Und wer verlässlich online sein muss, fragt vorher nach dem Empfang, denn viele Almen liegen im Funkschatten.

Woher es kommt

Almwirtschaft ist in den Alpen rund viertausend Jahre alt. Auf dem Dachstein legte der Verein ANISA Reste von Hütten aus der mittleren und späten Bronzezeit frei; Holzkohle aus einer Feuergrube datiert eine davon auf 1360 bis 1170 vor Christus. Schriftlich tauchen Almen im 8. Jahrhundert auf, als die Notitia Arnonis zwei von ihnen der Salzburger Kirche zuschreibt. Die Alpsaison, also den Sommer zwischen Auftrieb und Abtrieb, führt die UNESCO auf Antrag der Schweiz als immaterielles Kulturerbe.

Gut zu wissen

  • Die Anfahrt gehört dazu

    Zur Alm führt oft eine private Alm- oder Forststraße mit Schranke. Wie weit das Auto kommt und wo der Schlüssel liegt, klärt man vor der Abfahrt.

  • Rund ums Haus steht Vieh

    Auf bewirtschafteten Almen weiden Rinder bis dicht an die Hütte. Hunde gehören dort an die kurze Leine, und Gatter bleiben geschlossen, damit die Tiere bleiben, wo sie sind.

  • Anheizen gehört zum Tag

    Wo ein Holzofen oder ein Herd steht, wird er morgens und abends gebraucht. Wer das noch nie gemacht hat, lässt sich die Handgriffe beim Ankommen zeigen.

  • Das Wasser kommt aus dem Berg

    Viele Hütten hängen an einer eigenen Quelle statt an einer Leitung aus dem Tal. Sparsam damit umzugehen ist oben keine Geste, sondern Alltag.