
Camping im Taunus
Der Taunus ist ein durchgehend bewaldeter Rücken aus Quarzit und Schiefer zwischen Rhein, Lahn und Main. Vom Rheinufer bei rund 80 Metern steigt er auf 881 Meter am Großen Feldberg. Nach Süden fällt er in die Weinberge des Rheingaus ab. Zwei Naturparke grenzen hier aneinander, zusammen über 2.100 Quadratkilometer. Im Rheingauer Hinterlandswald liegt auf rund 21.000 Hektar das größte Waldgebiet Hessens, das von großen Straßen nicht zerschnitten wird. Wer im Frühjahr vom Rhein auf den Kamm steigt, hat denselben Frühling zweimal vor sich, denn unten am Fluss beginnt er etwa zwei Wochen früher als oben. Diese Kombination gibt es sonst nirgends in Hessen.
Das Jahr in dieser Region
September: Pilzzeit in den Taunuswäldern
Beide Naturparkverwaltungen legen ihre geführten Pilzwanderungen regelmäßig in den September und Oktober: Der Naturpark Taunus bietet die Reihe Wanderung in die Welt der Pilze an, der Naturpark RheinTaunus mehrere Pilzwanderungen mit einem geprüften Pilzsachverständigen. Auf den Wiesen blüht zur selben Zeit die Herbstzeitlose, an den Taunus-Stationen im Mittel am 3. September.
Mitte des Monats geht die Sonne um 7:02 auf und um 19:43 unter. Dazwischen liegen 12 Stunden und 41 Minuten Tageslicht.
Was die Natur in diesem Monat macht
- Äpfel: Erntebeginn um den 28. September (meist zwischen 18. September und 4. Oktober)
Wasser und Luft: Open-Meteo, gemessene Mittelwerte. Andrang: Anteil der Schulferien 2027 über alle sechzehn Bundesländer. Naturdaten: Deutscher Wetterdienst, phänologische Beobachtungen 2014 bis 2026 an 147 Stationen der Region, typischer Tag.
Touren in dieser Region
Ausgeschilderte Touren, die sich an einem Tag von einem Platz aus machen lassen, dazu je Art eine Mehrtagestour.
- Wandern
Taunus Schinderhannes Steig
Vom Gimbacher Hof bei Kelkheim steigt der Weg über Eppstein und Glashütten zum Taunuskamm hinauf und endet an der Landsteiner Mühle im Weiltal. Gut die Hälfte läuft auf naturbelassenen Pfaden. Unterwegs stehen der Kaisertempel, die Burg Eppstein, der Atzelbergturm und der Pferdskopfturm, von dem aus die Frankfurter Hochhäuser zu sehen sind. Benannt ist er nach dem Räuber Johannes Bückler.
38,9 km
- Wandern
Wispertalsteig
Ab dem Wanderparkplatz in Lorch-Espenschied fällt der Steig zweimal vom Plateau in tief eingeschnittene Bachtäler ab und klettert wieder heraus. Unten rauschen Werkerbach und Wisper, am Saurierfelsen ragen Schieferplatten aufrecht aus dem Boden, und am Mehrholzblick stehen Krüppeleichen auf dem Fels. Hinter Espenschied öffnen sich extensiv genutzte Wiesen und Weiden. Fast drei Viertel liegen im Wald.
14,3 kmRundtour
- Wandern
Via Mattiacorum
Von Idstein nach Wiesbaden folgt die Route den Spuren der Römer, meist auf kleinen Wegen und schmalen Pfaden. Am Kastell Zugmantel quert sie den Obergermanisch-Raetischen Limes, der zum Welterbe zählt, danach geht es über Wehen und das Jagdschloss Platte hinunter zum Neroberg. Wald, Felder und die gewellte Taunuslandschaft wechseln sich ab. Kurz vor dem Ziel liegt die Leichtweißhöhle im Nerotal.
28,2 km
- Wandern
Rheinsteig
Abschnitt Rheingau
Der Rheingauer Abschnitt setzt in Rüdesheim am Niederwalddenkmal an und bleibt zunächst am Taunusrand oberhalb der Weinberge. Ab dem Kloster Eberbach schwenkt er in den Taunus hinein, über Schlangenbad, und läuft dann nach Wiesbaden hinunter zum Schloss Biebrich. Felsige und erdige Pfade überwiegen, dazu kommen viele Seitentäler und Aussichtspunkte. Der Rhein bleibt lange in Sichtweite.
56,3 km
- Wandern
Rheingauer Gebück-Wanderweg
Die Strecke folgt zwischen Niederwalluf und der Wispermündung bei Lorch einer mittelalterlichen Landwehr: Hain- und Rotbuchen wurden geknickt und ineinander verflochten, bis eine undurchdringliche Hecke den Rheingau abschloss. Bis 1771 wurde sie gepflegt. Zwischen 77 und 537 Metern steigt und fällt der Weg, an einundzwanzig Stationen erklären Tafeln die alte Landwehr, an einzelnen stehen noch Reste von Bollwerken und Schanzen. Am Wolfsrück wachsen noch alte Gebückbuchen.
60,3 kmMehrtagestour
- Wandern
Rheingauer Rieslingpfad
Oberhalb der Weinorte zieht der Pfad von Kaub am Rhein bis an den Main bei Flörsheim-Wicker und bleibt dabei meist am oberen Rand der Rebflächen. Er streift Assmannshausen, Rüdesheim und Johannisberg, führt am Kloster Eberbach vorbei und weiter über Kiedrich und Martinsthal nach Osten, zuletzt an Hochheim vorbei. Zwischen den Rebzeilen öffnet sich immer wieder der Blick ins Rheintal. Der Riesling prägt hier fast jede Lage.
100,1 kmMehrtagestour
- Radfahren
Weiltalweg
Nahe der Weilquelle am Roten Kreuz unter dem Großen Feldberg beginnt die Strecke und folgt dem Fluss bis zur Lahn bei Weilburg. Sie ist überwiegend geschottert und überwindet 560 Höhenmeter, wobei der obere Abschnitt steil abfällt. Zwischen Weilmünster und Weilburg liegt sie auf der Trasse der früheren Weiltalbahn. Am Ende schließt der Lahntal-Radweg an.
48,4 km
- Mountainbike
Flowtrail Heidenrod - Der ultimative Trail im Taunus
Im Wald bei Heidenrod laufen vier Sektionen bergab, der Schlingnatter-Trail, der HeidenRide-Trail, der Fieberklee-Trail und der Wildcat-Trail, dazu ein Enduro-Stück namens Wurzelwerke. Gefahren wird nur in eine Richtung, auf gewachsenem Erdboden, und der Verlauf rollt und wellt sich wie eine Achterbahn. Ein eigener Uphill bringt einen wieder nach oben. Der Boden ist lehmig.
5,7 kmRundtour
Touren: © OpenStreetMap-Mitwirkende, ODbL. Längen aus dem kartierten Verlauf berechnet, Stand 12. September 2026.
Tiere, die man hier trifft
April bis SeptemberÄskulapnatter
Zwischen Schlangenbad und Bad Schwalbach wärmt sich die Äskulapnatter an sonnigen Waldrändern und Trockenmauern des Rheingautaunus auf, eines von nur vier deutschen Vorkommen. Die Schlange wird bis zu zwei Meter lang und glänzt olivbraun, ohne auffällige Zeichnung. An schwülwarmen, windstillen Vormittagen liegt sie reglos in der Sonne, denn zwischen Ende Mai und Mitte Juni ist Paarungszeit.
- Mai bis September
Bechsteinfledermaus
Im Wispertaunus und im Hinterlandswald des Naturparks RheinTaunus hat sich die Zahl bekannter Kolonien der Bechsteinfledermaus von sechs auf 23 erhöht, mehr als anderswo in Deutschland. Von anderen Mausohren unterscheidet sie sich an den auffällig langen Ohren, die im Flug seitlich abstehen. Am ehesten begegnet man ihr auf geführten Abendexkursionen, wenn sie aus den alten, höhlenreichen Buchen und Eichen zur Jagd ausfliegt.
März bis OktoberFeuersalamander
In den Kerbtälern von Weil, Wisper, Aar und Emsbach setzt der Feuersalamander im Frühjahr seine Larven in kleine, fischfreie Bäche ab. Schwarz mit leuchtend gelben Flecken oder Streifen ist er unverwechselbar. Nach Regen und in der Dämmerung kriecht er über die feuchten Waldwege der Taunus-Bachtäler.
ganzjährigWildkatze
Um den Wintersteinturm im Hochtaunus unterhält der BUND einen Wildkatzen-Walderlebnispfad, denn die großen, unzerschnittenen Wälder des Wispertaunus und des Hinterlandswalds zählen zu ihren besten Lebensräumen. Vom Hauskater unterscheidet sie der buschige Schwanz mit stumpfem, schwarzem Ende und breiten dunklen Ringen. Sie lebt verborgen und ist dämmerungs- und nachtaktiv, am ehesten begegnet man ihr in der Dämmerung an ruhigen Waldrändern.
Bilder: Freepik
Anreise
- 1 Std. 15 Min.Frankfurt am Main
- 1 Std. 15 Min.Koblenz
- 2 Std. 00 Min.Köln
- 4 Std. 45 Min.München
- 5 Std. 45 Min.Hamburg
- 6 Std. 30 Min.Berlin
Gut zu wissen
Hunde an der Leine
Beide Naturparkverwaltungen bitten darum, Hunde im Wald durchgehend an der Leine zu führen, damit Wildtiere nicht aufgescheucht werden. Der Naturpark Taunus formuliert das als feste Regel für seine Wege, der Naturpark RheinTaunus verweist zusätzlich auf die örtlich geltenden Leinenpflichten.
Feuer nur auf genehmigten Grillplätzen
Lagerfeuer sind im Wald ausnahmslos verboten, das Rauchen ebenfalls. Erlaubt ist Feuer allein auf offiziell genehmigten Grillplätzen; einen davon betreibt der Naturpark Taunus in einem ehemaligen Steinbruch bei Cratzenbach zwischen Rod an der Weil und Weilrod, er ist frei zugänglich und nicht reservierbar. Im Naturpark RheinTaunus lassen sich Grillhütten mieten.
Übernachten im Wald ist nicht erlaubt
Das Übernachten sowie das Aufstellen von Wohnwagen und Zelten ist in den Wäldern grundsätzlich untersagt. Geparkt wird nur auf ausgewiesenen Flächen, weil zugestellte Waldwege Forst- und Rettungsfahrzeuge blockieren.
Anreise und Wege ohne Auto
Die U3 fährt aus der Frankfurter Innenstadt direkt bis zum Taunus-Informationszentrum an der Hohemark in Oberursel, der Naturpark rechnet dafür 20 Minuten. Dazu kommen die S-Bahnen S1 bis S5 und die Regionalbahnen RE20, RB21, RB22, RB12 und RB15 ab Frankfurt und Wiesbaden. Auf den Großen Feldberg fährt am Wochenende die Buslinie 57 22-mal täglich, am Feldberg weist ein dynamisches Parkleitsystem freie Stellflächen aus.
Auf den markierten Wegen bleiben
In beiden Naturparken gilt, auf den offiziellen und markierten Wegen zu bleiben. Im Wispertaunus baut die Zoologische Gesellschaft Frankfurt die Besucherlenkung derzeit aus, damit Rückzugsorte für störungsempfindliche Arten wie Wildkatze und Schwarzstorch erhalten bleiben. Der Planungsraum umfasst 7.677 Hektar, davon sollen 2.800 Hektar zu verbundenem Naturwald werden.
Baden am Hattsteinweiher
Gebadet wird im Taunus an der ausgewiesenen Badestelle Hattsteinweiher nordwestlich von Usingen am Waldrand, auf rund 340 Metern Höhe. Der Weiher ist etwa vier Meter tief und hat einen abgegrenzten Nichtschwimmerbereich; die Gemeinde veröffentlicht zu jeder Saison einen Lageplan und verweist für die amtlichen Messwerte auf das HLNUG.
Geschützte Landschaften
- Naturpark
- Nassau
Namen und Grenzen: © OpenStreetMap-Mitwirkende.
Über diese Region
Der Taunus ist ein bewaldeter Höhenzug zwischen Rhein, Lahn und Main, der bis auf 881 Meter am Großen Feldberg ansteigt und nach Süden in die Weinberge des Rheingaus abfällt. Du findest hier Stellplätze am Waldrand, Campingplätze im Rheingau und Plätze mitten in den Weinbergen.
Am vollsten ist es in den Sommerferien und zur Rieslinglese im Oktober, ruhiger im Frühjahr zur Baumblüte und im Spätherbst. Wann ein Platz geöffnet hat, steht im Kalender des Angebots.