
Hausboote im Spreewald
Das Fließnetz des Biosphärenreservats ist für Motorboote gesperrt, und das bestimmt, wo im Spreewald ein Hausboot liegt: am Rand, wo das Wasser breit wird. Viele sind an Stegen auf den gefluteten Tagebauseen des Lausitzer Seenlands vertäut, vor allem am Gräbendorfer See, dessen Becken ab 1996 mit Wasser aus der Spree gefüllt wurde. Nördlich davon liegen die schiffbaren Gewässer, der Neuendorfer See und die Spree unterhalb von Leibsch, wo man die Schleusen selbst bedient und in Schrittgeschwindigkeit fährt. In die schmalen Fließe kommt man von dort mit dem Kahn oder dem Paddelboot, und der Abend gehört wieder dem offenen Wasser.
Das Jahr in dieser Region
September: Erste Kraniche sammeln sich
Ab September verstärkt sich in der Niederlausitz der herbstliche Kranichzug, erste Trupps sammeln sich auf abgeernteten Feldern und in Feuchtgebieten, bevor der Hauptzug im Oktober folgt. Auch am Vogelbeobachtungsturm am Wussegk bei Schlepzig beginnt jetzt wieder die herbstliche Beobachtungssaison.
Mitte des Monats geht die Sonne um 6:38 auf und um 19:21 unter. Dazwischen liegen 12 Stunden und 43 Minuten Tageslicht.
Wasser und Luft: Open-Meteo, gemessene Mittelwerte. Andrang: Anteil der Schulferien 2027 über alle sechzehn Bundesländer. Naturdaten: Deutscher Wetterdienst, phänologische Beobachtungen 2014 bis 2026 an 13 Stationen der Region, typischer Tag.
Touren in dieser Region
Ausgeschilderte Touren, die sich an einem Tag von einem Platz aus machen lassen, dazu je Art eine Mehrtagestour.
- Wandern
Moorlehrpfad Raddusch
Vom Naturhafen Raddusch führt die Runde flach über Wirtschafts- und Schotterwege, dazwischen liegen sandige Stücke. Sie berührt die Radduscher Kaupen, einen alten Torfstich, das Quellgebiet Carna Gora und die Buschmühle. Kaupen sind alte Sandinseln im Moor. Erklärt wird unterwegs über QR-Codes auf kleinen Schildern, wie aus der Niederung über Jahrtausende das Moor geworden ist.
13,5 kmRundtour
- Wandern
Wanderweg Lübben - Lübbenau
Die Verbindung zwischen den beiden Spreewaldstädten läuft am Rand der Niederung entlang, durch Treppendorf, Neuendorf und Ragow. Der Untergrund bleibt fest: Dorfstraßen, Pflaster und verdichtete Wirtschaftswege, dazwischen kurze sandige Stücke und ein paar Bohlen über die Gräben. Ein grüner Balken auf weißem Rechteck weist die Richtung bis zum Schöpfwerk Krimnitz. Dort sieht man, wie das Wasser der Niederung gesteuert wird. Das letzte Stück nach Lübbenau bleibt unmarkiert.
18 km
- Wandern
Rundwanderweg Lübbenau - Waldschlößchen - Lübbenau
Ab dem Kirchplatz in Lübbenau geht es hinaus in das Gewirr der Fließe, über Dutzende Holzbrücken und immer wieder ein paar Stufen hinauf und hinunter. Die Runde berührt die Wotschofska, eine Kaupe mit einem Blockhausgasthaus von 1894, dazu Pohlenzschänke, Waldschlößchen und Leipe. Leipe liegt auf einer Sandinsel mitten im Wasser, und die Häuser wenden ihre Vorderseite den Fließen zu. Wer von Land kommt, betritt die Grundstücke von hinten.
20,6 kmRundtour
- Wandern
Paul-Gerhardt-Weg
Abschnitt 9
Die letzte Etappe des Wegs von Berlin in den Spreewald beginnt an der Kirche in Schlepzig und endet in Lübben an der Paul-Gerhardt-Kirche. Dazwischen begleitet die Spree den Wanderer, dazu eine Reihe alter Fischteiche im Unterspreewald. Markiert ist sie mit einem goldenen, nach links abbiegenden Weg im Quadrat. Flach bleibt es die ganze Strecke.
15,1 km
- Radfahren
Gurkenradweg
Abschnitt Nord- und Ostring
Der große Ring durch das Biosphärenreservat verbindet Lübben, Lübbenau und Cottbus, fast ohne Steigung, auf Asphalt und festem Schotter, in den Kiefernwäldern stellenweise sandig. Unterwegs stehen zweisprachige Ortsschilder auf Deutsch und Niedersorbisch. Am Rand liegen die Schlösser von Lübben und Lübbenau, die wiederaufgebaute Slawenburg Raddusch, das Freilandmuseum Lehde und der Branitzer Park bei Cottbus.
224,3 kmMehrtagestour
- Radfahren
Gurkenradweg
Abschnitt Westring
Von Golßen aus schwingt der westliche Bogen der Gurkenrunde durch die Dörfer der Niederlausitz nach Lübben, fast durchgehend auf Asphalt. Bei Zützen steht die Kanow-Mühle an der Dahme, eine Ölmühle, die 1527 erstmals erwähnt wurde und bis heute mit historischer Technik arbeitet. Zwischen Schiebsdorf und Prierow wechseln Dorfanger und Kiefernwald. Steigungen gibt es hier keine.
43,6 km
- Radfahren
Spreeradweg
Zwischen Cottbus und Lübben folgt die Strecke der Spree dorthin, wo sie sich in Hunderte Fließe teilt. Hinter Cottbus liegt das Peitzer Teichgebiet, dann kommen Burg mit seinem Bismarckturm und die weit verstreuten Gehöfte des Oberspreewalds. In Lübben läuft das Wasser wieder in einem Bett zusammen. Erlenwald und Wiese begleiten den Weg.
70,7 km
Touren: © OpenStreetMap-Mitwirkende, ODbL. Längen aus dem kartierten Verlauf berechnet, Stand 12. September 2026.
Tiere, die man hier trifft
März bis OktoberKranich
Am Vogelbeobachtungsturm am Wussegk bei Schlepzig ist der Kranich am ehesten in den frühen Morgen- und Abendstunden zu sehen, sein lautes Trompeten kündigt ihn oft schon vor der Sichtung an. Zu erkennen ist er am grauen Gefieder und dem roten Fleck am Hinterkopf, im Flug streckt er den Hals gerade nach vorn. Im März ziehen große Trupps auf dem Weg zu ihren nördlichen Brutgebieten durch, ab September sammeln sich die ersten Vögel auf den Feldern der Niederlausitz, bevor im Oktober der Hauptzug über den Turm zieht.
Mai bis OktoberBiber
In den Fließen rund um Lehde und Leipe hinterlässt der Elbebiber deutliche Nagespuren an den Pappeln entlang der Ufer. Anders als anderswo baut er hier kaum sichtbare Dämme, weil das Biosphärenreservat die Wasserstände ohnehin reguliert. Am aktivsten ist er in der Dämmerung, wenn er lautlos zwischen den Fließen hindurchschwimmt.
April bis SeptemberEisvogel
An den Fließen um Lehde sitzt der Eisvogel oft reglos auf überhängenden Ästen, bevor er kopfüber ins Wasser stößt. Sein leuchtend blauer Rücken und die orangefarbene Brust sind selbst im Vorbeifahren mit dem Kahn kaum zu übersehen. Zwischen April und September brütet er in Uferhöhlen und fliegt mit kleinen Fischen im Schnabel immer wieder dieselbe Strecke zum Nest.
September bis NovemberFischotter
Im Naturschutzgebiet Innerer Spreewald bei Lehde hinterlässt der Fischotter seine Spuren an Sandbänken und Stegen, kleine fünfzehige Abdrücke und dunkle Losung mit Fischresten. Sichtbar wird er meist in der Dämmerung, wenn er mit dem langen Schwanz als Ruder geräuschlos durchs Wasser gleitet. Im Spätherbst, wenn die Wasserstände sinken, treten seine Fährten an den Uferrändern deutlicher hervor.
Bilder: Freepik
Worauf man beim Buchen achtet
- Liegt es fest oder wird es gefahren?
- Das ist der größte Unterschied innerhalb der Art. Ein festliegendes Hausboot bucht man wie ein Ferienhaus am Steg. Ein fahrbares übernimmt man wie ein Mietfahrzeug, mit Einweisung und Rückgabe.
- Braucht man einen Bootsführerschein?
- Auf ausgewiesenen Wasserstraßen in mehreren Bundesländern nicht. Seit Mai 2000 gibt es dafür die Charterbescheinigung: Der Vermieter weist mindestens drei Stunden lang ein und stellt einen Schein aus, der nur für die Mietzeit und nur für dieses Revier gilt. Die Boote dürfen dabei höchstens fünfzehn Meter lang sein.
- Wo liegt das Boot und wo steht das Auto?
- Ein Liegeplatz in einer Marina ist etwas anderes als ein Steg am Waldrand. Ob ein Parkplatz dazugehört und wie weit das Gepäck über den Steg muss, steht selten im Titel.
- Wie hoch darf das Boot sein?
- Wer fährt, muss unter Brücken hindurch, auf den meisten Revieren auch durch Schleusen. Die Durchfahrtshöhen sind auf jedem Revier andere, und der Vermieter sagt, welche Runden mit seinem Boot möglich sind.
- Wie sind Wasser und Toilette gelöst?
- Frischwasser kommt aus einem Tank an Bord oder vom Anschluss am Steg. Das Abwasser bleibt in einem Tank und wird an einer Station abgesaugt, ins Gewässer darf es nicht. Bei fahrbaren Booten gehört beides in die Planung der Strecke.
Für wen es passt
Gemacht für
Wer gern am Wasser wohnt und morgens als Erstes darauf schauen will. Ein fahrbares Boot passt zu Gruppen, die zusammen unterwegs sein wollen und sich das Steuern zutrauen. Ein festliegendes passt zu allen, die die Lage möchten, aber keine Etappen planen mögen.
Eher nichts für
Wer nicht schwimmen kann oder sehr kleine Kinder dabeihat, passt an Bord ständig auf. Barrierefrei ist ein Hausboot selten, weil der Steg und der Einstieg fast immer Stufen bedeuten. Und wer im Urlaub nichts bedienen möchte, nimmt besser kein fahrbares Boot.
Woher es kommt
Das Wohnen auf dem Wasser ist in Europa vor allem eine niederländische Tradition. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts verdrängten stählerne Schiffe die hölzernen Segelschiffe aus der Binnenschifffahrt, und Privatleute kauften die ausgemusterten Rümpfe und bauten sie zu Wohnschiffen um. 1918 erließ der niederländische Staat ein eigenes Gesetz über Wohnwagen und Wohnschiffe, das jeder Gemeinde am Wasser mindestens einen Liegeplatz abverlangte, und in den Jahren danach wuchs ihre Zahl durch die Wohnungsnot stark. In Amsterdam liegen bis heute Hunderte in den Grachten.
Gut zu wissen
Schwimmwesten für Kinder
Der Schritt vom Steg ins Wasser ist kurz. Wo Kinder an Bord sind, gehört die Weste an Deck, auch wenn das Boot fest liegt.
Brücken und Schleusen
Wer selbst fährt, plant die Runde nach Durchfahrtshöhen und Schleusen. Der Vermieter kennt sein Revier und sagt, was in einer Woche zu schaffen ist.
Hunde an Bord
Viele Vermieter nehmen Hunde mit, manche nicht. Am Steg und an Schleusen bleibt der Hund besser angeleint.
Grillen nur nach Absprache
Offenes Feuer auf einem Boot ist heikel, und in Häfen gelten eigene Regeln. Wer grillen will, klärt das vor der Buchung.
Anreise
- 1 Std. 00 Min.Berlin
- 1 Std. 30 Min.Dresden
- 3 Std. 45 Min.Hamburg
- 5 Std. 45 Min.München
- 5 Std. 45 Min.Frankfurt am Main
- 6 Std. 00 Min.Köln
Gut zu wissen
Feuer nur auf ausgewiesenen Plätzen
Im Biosphärenreservat Spreewald ist das Entzünden von Feuer in den Schutzzonen I und II untersagt. Grillen und Lagerfeuer sind nur an den dafür vorgesehenen Plätzen erlaubt, etwa auf Campingplätzen und Wasserwanderrastplätzen. Das gilt das ganze Jahr.
Leinenpflicht im Wald und im Reservat
In den Wäldern Brandenburgs dürfen Hunde nur angeleint mitgeführt werden, so steht es im Waldgesetz des Landes. Im Biosphärenreservat Spreewald kommt hinzu, dass Hunde in den Schutzzonen I und II nicht frei laufen dürfen. Die Leine gehört also ins Gepäck.
Schleusen selbst bedienen
Rund 53 Schleusen liegen in den Spreewaldfließen. Paddler bedienen sie meist selbst, ein Schild zeigt an jeder Schleuse die Reihenfolge der Handgriffe. Wo in den Ferien Kinder mithelfen, gibt man ihnen einen Schleusengroschen, eine kleine Münze je Boot.
Anlegen nur an ausgewiesenen Stellen
Im Biosphärenreservat darf man mit Kahn, Paddel- oder Ruderboot nur an Schleusen, Wasserwanderrastplätzen oder Gaststätten mit eigenem Steg anlegen, wildes Aussteigen an den Ufern ist nicht erlaubt. Streckenabschnitte mit rot-weiß-rotem Schild sind für jede Art von Wasserfahrzeug gesperrt, auch für Kanu und Paddelboot.
Angeln nur zu festen Zeiten
Geangelt werden darf von einer Stunde vor Sonnenaufgang bis eine Stunde nach Sonnenuntergang auf den dafür gekennzeichneten Streckenabschnitten. Nachtangeln ist nur auf wenigen freigegebenen Gewässern gestattet, organisierte Angelveranstaltungen in Naturschutzgebieten benötigen zusätzlich die Zustimmung der Naturschutzbehörde.
Campen nur auf ausgewiesenen Plätzen
Wildes Campen ist im Biosphärenreservat aus Naturschutzgründen untersagt, erlaubt ist es nur auf den offiziellen Camping- und Wasserwanderrastplätzen in Orten wie Burg, Lübbenau, Lübben oder Schlepzig. Für Paddler stehen daneben 15 gesetzlich ausgewiesene Rastplätze zum kurzen Verweilen zur Verfügung.
Vogelbeobachtungsturm am Wussegk
Der freistehende Turm liegt am Rand von Schlepzig, etwa 300 Meter vom Parkplatz entfernt am Buchenhain-Naturlehrpfad, unweit des Wehres am Zerniasfließ. Von dort lassen sich je nach Jahreszeit Kraniche oder Wat- und Wasservögel beobachten, am besten in den frühen Morgen- und Abendstunden.
Geschützte Landschaften
- Biosphärenreservat
- Spreewald
- Naturpark
- Niederlausitzer Landrücken
Namen und Grenzen: © OpenStreetMap-Mitwirkende.