
Camping auf der Schwäbischen Alb
Die Schwäbische Alb ist ein Karstgebirge aus Jurakalk, rund 200 bis 220 Kilometer lang und 20 bis 40 Kilometer breit. Niederschlag versickert sofort im Kalkstein. Die Hochfläche bleibt an der Oberfläche wasserarm, doch im Untergrund sind über 2.800 Höhlen dokumentiert, dazu Dolinen und Karstquellen, und über 350 Vulkanschlote durchziehen das Gestein. Am Rand bricht das Gebirge im Albtrauf ab, einer über 200 Kilometer langen und bis zu 400 Meter hohen Geländestufe. Sie trennt die Alb vom restlichen Baden-Württemberg. Oben halten Wacholderheiden das Land offen, entstanden durch Wanderschäferei. Zusammen mit den Schluchtwäldern am Trauf kommen sie in dieser Ausdehnung sonst nirgends vor.
Das Jahr in dieser Region
September: Silberdisteln öffnen sich auf den Heiden
Die Silberdistel, Wahrzeichen der Wacholderheiden, blüht nach Angabe des Regierungspräsidiums Stuttgart von August bis Oktober. Ihre Hüllblätter öffnen sich nur bei trockenem Wetter und krümmen sich nachts und bei Feuchte nach oben. Das Biosphärengebiet nennt Münsingen-Auingen als Beobachtungsort.
Mitte des Monats geht die Sonne um 6:58 auf und um 19:37 unter. Dazwischen liegen 12 Stunden und 38 Minuten Tageslicht.
Wasser und Luft: Open-Meteo, gemessene Mittelwerte. Andrang: Anteil der Schulferien 2027 über alle sechzehn Bundesländer. Naturdaten: Deutscher Wetterdienst, phänologische Beobachtungen 2014 bis 2026 an 263 Stationen der Region, typischer Tag.
Touren in dieser Region
Ausgeschilderte Touren, die sich an einem Tag von einem Platz aus machen lassen, dazu je Art eine Mehrtagestour.
- Wandern
HW 1 - Schwäbische-Alb-Nordrand-Weg
Der Albtrauf gibt die Richtung vor. Von Donauwörth bis Tuttlingen läuft der Weg immer wieder an der Kante entlang, über Kalkfels und durch Buchenwald, während unten das Vorland flach liegt. Schloss Lichtenstein, die Burg Teck, der Raichbergturm und der Lemberg mit 1015 Metern liegen unterwegs.
360 kmMehrtagestour
- Wandern
Donauberglandweg
Gleich zu Beginn steht der Lemberg, mit 1015 Metern der höchste Berg der Schwäbischen Alb, und von seinem Aussichtsturm reicht die Sicht bei klarer Luft bis zu den Alpen. Danach zieht der Weg über den Dreifaltigkeitsberg mit Kloster und Kirche weiter nach Süden, bis er im Oberen Donautal bei Beuron endet. Die Gegend ist ruhig.
59,4 km
- Wandern
Traufgang Zollernburg-Panorama
Vom Parkplatz Stich bei Onstmettingen steigt der Pfad durch dichten Buchenwald hinauf auf die Albhochfläche. Am Zeller Horn tritt man aus dem Wald auf den Felskopf, und gegenüber steht die Burg Hohenzollern auf ihrem Kegel. Das ist der Blick, den man von Postkarten kennt.
15,4 km
- Wandern
Traufgang "Wacholderhöhe"
Wacholderheiden prägen diese Runde bei Tailfingen, offene Weideflächen über Kalk, auf denen einzelne dunkle Büsche stehen. Zwischen ihnen wachsen Silberdisteln und Orchideen. Der Boden ist mager, und dieses Bild verdankt sich jahrhundertelanger Schafbeweidung.
8,8 km296 HöhenmeterRundtour
- Radfahren
Albtäler-Radtour
Die Runde ab Amstetten verbindet acht Täler der mittleren Alb und der Ostalb. Beschildert ist sie mit einem Ammoniten. Oben auf den Hochflächen ist es trocken und weit. Unten führt der Weg an Bächen entlang, vorbei an Karsthöhlen und an Felsen, die einmal Riffe im Jurameer waren.
186 kmMehrtagestour
- Mountainbike
Alb-Crossing
Die Route quert die Alb von Nordosten nach Südwesten, entlang der Felskanten und über die Hochflächen dazwischen. Rund siebentausend Höhenmeter verteilen sich auf sechs vorgeschlagene Etappen. Technisch bleibt es überschaubar, Ausdauer braucht es dafür umso mehr.
370,2 kmMehrtagestour
Touren: © OpenStreetMap-Mitwirkende, ODbL. Längen aus dem kartierten Verlauf berechnet, Stand 12. September 2026.
Tiere, die man hier trifft
ganzjährigGämse
Im Oberen Donautal lebt die Gämse an den Kalkfelsen und Felsfüßen zwischen Fridingen, Beuron und Sigmaringen, seit den 1970er Jahren dort heimisch. Von den Talwegen aus ist sie das ganze Jahr über an den offenen Felspartien zu sehen. Zu erkennen ist sie an den kurzen, hakenförmigen Hörnern und der sicheren Kletterei über schmale Felsbänder und Simse.
ganzjährigWanderfalke
Der Wanderfalke brütet an den Kalkfelsen des Oberen Donautals und an Felsköpfen entlang des Albtraufs. Zu erkennen ist er an der schiefergrauen Oberseite und dem dunklen Bartstreif unter dem Auge. Seine Brutzeit dauert von Januar bis Juli, weshalb Kletterfelsen wie der Rabenfels in dieser Zeit gesperrt bleiben.
ganzjährigUhu
Der Uhu nutzt die Felswände im Oberen Donautal und Felsen am Albtrauf als Brutplatz und Jagdrevier. Mit seinen orangeroten Augen und den aufrechten Federohren ist Europas größte Eule kaum zu verwechseln, tagsüber sitzt sie aber meist regungslos in einer Felsnische verborgen. In der Dämmerung verrät sie sich am tiefen, weithin hörbaren Ruf, dem sie ihren deutschen Namen verdankt.
Februar bis OktoberHeidelerche
Die Heidelerche lebt auf den Wacholderheiden, Kalkmagerrasen und weiten Offenflächen des ehemaligen Truppenübungsplatzes Münsingen. Zu erkennen ist sie an den hellen Überaugenstreifen, die im Nacken zusammenlaufen, und an ihrem melodischen Gesang, den sie oft im Singflug vorträgt. Ab Mitte Februar kehrt sie zurück, brütet ab Ende März und bleibt bis zum Abzug zwischen Mitte September und Anfang November.
Bilder: Freepik
Anreise
- 1 Std. 00 Min.Stuttgart
- 2 Std. 15 Min.München
- 3 Std. 00 Min.Frankfurt am Main
- 4 Std. 30 Min.Köln
- 6 Std. 45 Min.Berlin
- 7 Std. 15 Min.Hamburg
Gut zu wissen
Feuer nur in der Feuerstelle
In den Trekkingcamps des Naturparks Obere Donau gehört Feuer ausschließlich in die verschließbare Feuerstelle und darf nur unter Aufsicht brennen. Feuerholz wird höchstens 30 Zentimeter hoch geschichtet. In trockenen Sommern bleibt die Feuerstelle zeitweise zu. Im Wald Baden-Württembergs gilt vom 1. März bis 31. Oktober zudem ein Rauchverbot.
Hund an die Leine, Weg nicht verlassen
In den Kernzonen des Biosphärengebiets und in Naturschutzgebieten gilt Wegegebot, und Hunde gehören an die Leine. Das gilt besonders dort, wo Wanderschafherden weiden: Allein auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz Münsingen sind rund 4.000 Hektar Weideland, über die Schäfer ihre Herden mit Hütehunden führen.
Klettern nur an freigegebenen Felsen
Die Felsen im Donautal sind zum Schutz von Uhu, Wanderfalke, Kolkrabe und Dohle grundsätzlich gesperrt. Kletterverordnungen der Landkreise geben einzelne Felsen frei, oft saisonal: Der Rabenfels im Bäratal und der Lochenstein sind vom 1. August bis 31. Dezember offen. Aktuelle Freigaben führen DAV Felsinfo und die IG Klettern Donautal.
Kanu auf der Donau nach Befahrungsregelung
Die Saison auf der oberen Donau läuft vom 1. Mai bis zum 3. Oktober. Nötig sind ein Befahrungsschein für 5 Euro und ein Mindestpegel von 53 Zentimetern im Bereich Beuron beziehungsweise 56 Zentimetern bei Start ab Scheer, gemessen um 8 Uhr am Fahrtag oder um 18 Uhr am Vorabend. Ein- und Ausstieg nur an den offiziellen Stellen; die erste im Landkreis Sigmaringen ist Hausen im Tal.
Truppenübungsplatz Münsingen: markierte Wege
Das rund 6.700 Hektar große ehemalige Sperrgebiet ist seit 2006 öffentlich zugänglich, allerdings ausschließlich auf den gelb markierten Wegen, die nicht verlassen werden dürfen. Es ist eine der größten straßenfreien Offenlandflächen Deutschlands. Wer tiefer hinein will, bucht eine Führung mit den Münsinger TrÜP-Guides zu Fuß, mit dem Rad oder im Bus.
Übernachten draußen nur an dafür eingerichteten Plätzen
Wer im Naturpark Obere Donau draußen schlafen will, nutzt die Trekkingcamps. Die Saison läuft vom 1. Mai bis 31. Oktober, gebucht wird ausschließlich online, freigeschaltet ab Mitte Januar. Pro Camp ist eine Übernachtung zulässig, die Nutzung ist auf die Zeit zwischen 17 und 10 Uhr begrenzt; Zelten in der freien Landschaft außerhalb dieser Plätze ist nicht vorgesehen.
Geschützte Landschaften
- Biosphärenreservat
- Biosphärengebiet Schwäbische Alb
Namen und Grenzen: © OpenStreetMap-Mitwirkende.
Über diese Region
Die Schwäbische Alb liegt im Südwesten Deutschlands zwischen Donau und Albtrauf, ein Karstgebirge mit Höhlen, Wacholderheiden und Schluchtwäldern. Campingplätze und Stellplätze reichen von einfachen Wiesenplätzen bis zu Plätzen mit Sanitärhaus.
Am meisten los ist zwischen Mai und September, wenn Wanderer und Kletterer unterwegs sind, ruhiger wird es im Frühjahr und Herbst. Wann ein Platz geöffnet hat, steht im Kalender des Angebots.