
Schäferwagen mieten
Ein Schäferwagen ist ein kleiner Holzwagen auf Rädern, gebaut für einen Menschen, der bei seiner Herde bleiben musste. Innen liegt ein einziger Raum. Das Dach ist meist gerundet, die Tür sitzt an der Schmalseite, davor ein paar Stufen. Als Ferienunterkunft steht er fest an einem Ort, auch wenn die Räder noch darunter sind. Der nächste Verwandte ist der Zirkuswagen, der von reisenden Schaustellern kommt und meist größer und bunter ausfällt. Der Schäferwagen bleibt schlicht, das gehört zu ihm.
Worauf man beim Buchen achtet
- Kann man darin stehen?
- Das Tonnendach nimmt zu den Seiten hin Höhe weg. In der Mitte steht man in den meisten Wagen aufrecht, an der Wand nicht mehr. Wie viel Platz bleibt, unterscheidet sich von Wagen zu Wagen.
- Wo ist das Bad?
- Manche Wagen haben eine Nasszelle an Bord, andere schicken die Gäste ins Sanitärgebäude des Hofes oder Platzes. Dazwischen liegt alles: Waschbecken drinnen, Dusche draußen. Der Weg bei Nacht und Regen ist der Unterschied.
- Wie wird geheizt?
- Holzofen, Elektroheizung oder nichts davon. Ohne Heizung endet die Saison im Herbst, mit Ofen muss jemand nachlegen. Ob das Holz gestellt wird, steht im Inserat.
- Liegen Strom und Wasser an?
- Ein Wagen am Hof hängt meist an den Leitungen. Einer, der allein auf der Weide steht, arbeitet oft mit Solarstrom und Kanister. Das entscheidet, ob abends Licht brennt und ob man Geräte laden kann.
- Wo genau steht er?
- Mitten auf einer Wiese, im Hofgelände oder auf einem Campingplatz. Davon hängt ab, wie ruhig die Nacht wird. Und wie weit man das Gepäck vom Auto trägt.
Für wen es passt
Gemacht für
Paare und Alleinreisende, die es klein mögen. Auf einer Rad- oder Wandertour ist der Wagen eine gute Zwischenstation, weil man abends nur die Tür zumacht. Wer im Urlaub wenig Technik um sich haben will, kommt hier gut zurecht.
Eher nichts für
Wer sich ausbreiten will, sitzt im Wagen aufeinander. Für lange Aufenthalte mit viel Gepäck fehlt der Stauraum, und die Stufen an der Tür machen den Wagen nicht barrierefrei. Liegt das Bad im Sanitärgebäude, geht jeder nächtliche Gang nach draußen.
Woher es kommt
Der Wagen gehört zur Wanderschäferei. Schäfer zogen mit ihren Herden über feste Triftwege und blieben Tag und Nacht bei den Tieren. Die Karren des 17. Jahrhunderts waren so niedrig, dass man nur auf Knien hineinkam, und erst gegen Ende des 19. Jahrhunderts baute man sie hoch genug zum Stehen, mit Liegestatt, Bank und kleiner Tischplatte. Die süddeutsche Wander- und Hüteschäferei steht seit 2020 im bundesweiten Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes.
Gut zu wissen
Der Ofen will bedient werden
Ein kleiner Holzofen heizt sich nicht von allein. Wo einer eingebaut ist, legt man von Hand nach, und bis zum Morgen brennt er selten durch.
Wasser kommt nicht immer aus der Wand
Steht der Wagen frei, kommt das Wasser aus dem Kanister oder vom Hof. Wo geduscht wird, sagt der Gastgeber.
Der Morgen fängt früh an
Die Wagen stehen meist auf einem Hof oder an einer Weide, und Tiere gehören dort zum Alltag. Vögel und Weidevieh sind vor jedem Wecker wach.