
Camping im Sauerland
Das Sauerland ist der höchste und wasserreichste Teil Nordrhein-Westfalens. Auf rund 5.000 Quadratkilometern steigen die Kämme des Rothaargebirges bis auf 843,5 Meter am Langenberg und 841,9 Meter am Kahlen Asten, und dazwischen stauen acht Talsperren des Ruhrverbands 463 Millionen Kubikmeter Wasser. Bezogen auf ein einzelnes Flussgebiet ist es das größte zusammenhängende Talsperrensystem Deutschlands. Tiefland, Börde und Ballungsraum prägen das übrige Nordrhein-Westfalen. Hier oben liegt der größte Naturpark Deutschlands mit 4.215 Quadratkilometern, dazu mit dem Neuen Hagen die größte Hochheide des Bundeslandes. Die Bruchhauser Steine wurden als erstes Nationales Naturmonument Nordrhein-Westfalens ausgewiesen.
Das Jahr in dieser Region
September: Hirschbrunft im Bergwald
Mit den ersten kühlen Nächten beginnt Anfang September die Rotwildbrunft, das Röhren der Hirsche ist früh morgens und in der Dämmerung zu hören. Der Naturpark und Gästeführer bieten Abendwanderungen an, etwa ab dem Wanderparkplatz Quellental in Meinerzhagen-Hösinghausen im Ebbegebirge, rund 6,5 Kilometer ab 18 Uhr. Im Wildwald Vosswinkel bei Arnsberg beginnt die Brunftzeit im Hirschrevier um den 19. September.
Mitte des Monats geht die Sonne um 7:02 auf und um 19:44 unter. Dazwischen liegen 12 Stunden und 42 Minuten Tageslicht.
Wasser und Luft: Open-Meteo, gemessene Mittelwerte. Andrang: Anteil der Schulferien 2027 über alle sechzehn Bundesländer. Naturdaten: Deutscher Wetterdienst, phänologische Beobachtungen 2014 bis 2026 an 169 Stationen der Region, typischer Tag.
Touren in dieser Region
Ausgeschilderte Touren, die sich an einem Tag von einem Platz aus machen lassen, dazu je Art eine Mehrtagestour.
- Wandern
Rothaarsteig
Von Brilon bis Dillenburg auf dem Kamm des Rothaargebirges. Gleich am Anfang stehen die Bruchhauser Steine, vier Felsen aus hartem Porphyr, die aus dem weicheren Schiefer des Devons herausgewittert sind. Weiter südlich folgen der Langenberg mit 843 Metern, die Ruhrquelle und der Kahle Asten. Ganz im Süden liegen die Quellen von Eder, Sieg und Lahn wenige Kilometer auseinander.
152,8 kmMehrtagestour
- Wandern
Sauerland-Höhenflug
Zwischen Altena und Korbach bleibt die Route oben. Sie folgt Bergrücken zwischen vierhundert und achthundert Metern, und mehrere Aussichtstürme stehen am Weg, darunter der Robert-Kolb-Turm auf der Nordhelle im Ebbegebirge und der Schombergturm bei Wildewiese. Von dort reicht der Blick über das Sauerland hinaus bis ins Münsterland.
258,7 kmMehrtagestour
- Wandern
Sauerland-Waldroute
Fast durchgehend Wald, von Iserlohn bis Marsberg. Bei Hemer führt die Route durch das Felsenmeer, wo mitteldevonischer Riffkalk verkarstet ist und zerklüftet zwischen den Buchen liegt. Der höchste Punkt liegt am Lörmecketurm im Arnsberger Wald auf knapp 581 Metern.
244,8 kmMehrtagestour
- Wandern
WaldSkulpturenWeg - Wittgenstein-Sauerland
Elf Kunstwerke verteilen sich zwischen Bad Berleburg und Schmallenberg über den Rothaarkamm. Gut zwanzig Kilometer liegen dazwischen. Das goldene Ei von Magdalena Jetelová steht gut sechs Meter hoch am Waldrand des Windbrachekopfes, mit Blick hinunter ins Odeborntal nach Bad Berleburg.
23,2 km
- Wandern
Rothaarsteig-Spur Kahler Asten-Steig, R
Von Westfeld aus geht es durch das Bachtal des Schwarzen Siepens und über den Hintersten Hohen Knochen hinauf zum Kahlen Asten. Oben auf 842 Metern stehen Heidekraut und Borstgras statt Wald, und vom Astenturm überblickt man das halbe Sauerland. Rund fünfhundert Höhenmeter kommen zusammen.
15,8 km500 HöhenmeterRundtour
- Wandern
Medebacher Bergweg
Neun Fachwerkdörfer liegen an dieser Runde um Medebach. Zwischen ihnen wechseln bewaldete Bachtäler und offene Hänge, und bei Titmaringhausen und Düdinghausen führt der Weg über Hochheide. Der Anstieg aus dem Orketal auf den knapp achthundert Meter hohen Rösberg ist der lange Teil des Tages, mit Blick hinüber zum Winterberger Hochland.
66,6 kmMehrtagestour
- Radfahren
SauerlandRadring
Die Strecke liegt großenteils auf stillgelegten Bahntrassen und folgt der Lenne, deshalb bleibt die Steigung gering. Der Kückelheimer Tunnel führt auf 689 Metern geradewegs durch den Berg. Finnentrop, Eslohe, Bad Fredeburg und Schmallenberg liegen am Weg.
83,3 km
- Radfahren
Ruhrtalradweg
An der Ruhrquelle bei Winterberg beginnt die Strecke. Sie bleibt zunächst dicht am jungen Fluss, öffnet sich über Olsberg, Meschede und Arnsberg ins breitere Tal und ist dabei überwiegend autofrei. Der Belag ist meist Asphalt, streckenweise wassergebundene Decke, und das Gefälle arbeitet in Fahrtrichtung mit.
235,6 kmMehrtagestour
- Mountainbike
Hochsauerland Zweitausender
Der Name meint die Höhenmeter, nicht die Gipfel. Rund siebzehnhundert kommen auf gut siebzig Kilometern zusammen. Von Winterberg geht es über den Kahlen Asten, durch das Lennetal nach Westfeld und Oberkirchen und dann hinauf auf Hunau und Rimberg. Gefahren wird überwiegend auf Forstwegen.
73,5 km1714 HöhenmeterRundtour
Touren: © OpenStreetMap-Mitwirkende, ODbL. Längen aus dem kartierten Verlauf berechnet, Stand 12. September 2026.
Tiere, die man hier trifft
September bis OktoberRothirsch
Im Rothaargebirge und im Ebbegebirge lebt der Rothirsch frei in den Bergwäldern, im Wildwald Vosswinkel bei Arnsberg auch im Gehege. Ein ausgewachsener Hirsch trägt ein weit verzweigtes Geweih und ist deutlich größer als ein Reh. Ab Anfang September beginnt die Brunft, und in der Dämmerung ist das Röhren der Hirsche zu hören, etwa auf den Abendwanderungen ab dem Wanderparkplatz Quellental bei Meinerzhagen-Hösinghausen.
März bis SeptemberRotmilan
Über der Medebacher Bucht und im Diemel- und Hoppecketal bei Marsberg und Brilon kreist der Rotmilan, erkennbar am tief gegabelten, rostroten Schwanz. Ab März horstet er an Waldrändern und in lichten Altholzbeständen und jagt über den offenen Feldfluren und frisch gemähten Wiesen nach Mäusen.
Mai bis AugustNeuntöter
Im Vogelschutzgebiet Medebacher Bucht bei Medebach, Hallenberg und Winterberg lebt der Neuntöter in der halboffenen Hecken- und Weidelandschaft, dem größten Vorkommen dieser Art in Nordrhein-Westfalen. Er sitzt auf Zaunpfählen und Gebüschspitzen und spießt seine Beute auf Dornen und Stacheldraht auf, daran ist er unverwechselbar. Ab Mitte Mai legt das Weibchen die Eier.
März bis MaiFeuersalamander
In den feuchten Laubwäldern an kühlen Quellbächen des Wennetals, des Schwarzbachtals und der Hunau lebt der Feuersalamander, an seiner schwarzen Haut mit den leuchtend gelben Flecken ist er unverwechselbar. Nachtaktiv zeigt er sich vor allem an milden, regnerischen Abenden zwischen März und Mai.
Bilder: Freepik
Anreise
- 1 Std. 30 Min.Dortmund
- 2 Std. 00 Min.Köln
- 2 Std. 45 Min.Frankfurt am Main
- 4 Std. 15 Min.Hamburg
- 5 Std. 45 Min.Berlin
- 6 Std. 15 Min.München
Gut zu wissen
Hunde auf den Wegen oder an der Leine
In den Wäldern Nordrhein-Westfalens dürfen Hunde auf den Wegen frei laufen, solange sie abrufbar und in Sichtweite bleiben. Sobald der Weg verlassen wird, gehört der Hund an die Leine. In Naturschutzgebieten gilt durchgehend Leinenpflicht, und Mensch und Hund bleiben auf den Wegen; der Rothaarsteig führt dieselbe Regel in seinen elf Verhaltensregeln.
Feuer nur an den ausgewiesenen Plätzen
Offenes Feuer und Grillen sind im Wald und im Umkreis von 100 Metern nicht erlaubt, zusätzlich gilt im Wald vom 1. März bis zum 31. Oktober ein Rauchverbot. Für Pausen gibt es im Naturpark ein dichtes Netz an Schutzhütten und Rastplätzen, etwa Auf'm Stück am Sorpesee, Beerenberg und Franzosenkreuz im Hochsauerlandkreis oder die Ziegenhelle auf 815 Metern.
Eigene Boote auf den Talsperren
Für alle acht Talsperren des Ruhrverbands gilt eine gemeinsame Freizeitordnung. Am Sorpesee sind Baden, Segeln, Surfen, Kanufahren, Rudern und Tauchen erlaubt, an der Hennetalsperre dagegen nur ortsfest liegende oder dort vermietete Boote, mitgebrachte SUPs, Kajaks und Schlauchboote bleiben draußen. Wer ein Boot von einem Gewässer zum nächsten mitnimmt, reinigt es vorher und lässt es mindestens fünf Tage durchtrocknen.
Übernachten nur auf ausgewiesenen Plätzen
Sauerland-Tourismus unterscheidet drei Formen des Draußenübernachtens: Campingplätze, Wohnmobilstellplätze und Trekkingplätze. Frei im Wald wird nicht gestanden, und auf Waldwegen darf nicht geparkt werden; für die Trekkingplätze sind die nahe gelegenen Wanderparkplätze vorgesehen. Der Naturpark betreibt sechs Trekkingplätze rund um Hallenberg, buchbar online für 20 Euro je Plattform und Nacht, jeweils mit Zeltplattform für bis zu zwei Zelte und Komposttoilette.
Der Radtunnel ist im Winter geschlossen
Der 689 Meter lange Kückelheimer Tunnel im Verlauf des SauerlandRadrings, auch Fledermaustunnel genannt, wird jedes Jahr am 1. November geschlossen und spätestens am 9. April wieder geöffnet, damit Fledermäuse dort ungestört überwintern. Wer zwischen November und April auf der Strecke unterwegs ist, plant die ausgeschilderte Umfahrung ein. Die aktuelle Freigabe steht in den Streckeninfos des Radrings.
Wegegebot in den Schutzgebieten
Die offenen Bergheiden und Bergwiesen sind Brutgebiete von Wiesenpieper, Baumpieper, Kuckuck und Raubwürger, deshalb bleibt man auf den angelegten Pfaden. Die Heide im Naturschutzgebiet Neuer Hagen wird von einer Herde aus Heidschnucken und Ziegen offen gehalten. An den Bruchhauser Steinen ist von den vier Felsen nur der Feldstein begehbar, das Gelände hat feste Öffnungszeiten, von April bis Oktober dienstags bis sonntags von 10 bis 18 Uhr.
Geschützte Landschaften
Namen und Grenzen: © OpenStreetMap-Mitwirkende.
Über diese Region
Das Sauerland liegt im Süden Nordrhein-Westfalens und ist mit Gipfeln bis 843 Metern der höchste Teil des Bundeslandes. Acht Talsperren bilden hier Deutschlands größtes Talsperrensystem an einem Fluss. Campingplätze, Stellplätze und Trekkingplätze liegen an Seen, im Wald und am Rothaarsteig.
Am meisten los ist im Sommer, ruhiger wird es im Frühjahr und Herbst. Im Winter kommen Langläufer auf den Kahlen Asten, wo im Mittel rund 120 Tage im Jahr Schnee liegt.