
Camping in der Sächsischen Schweiz
Die Sächsische Schweiz ist das einzige nichtalpine Felsen-Nationalparkgebiet Deutschlands: Auf 93,5 Quadratkilometern ragen im Elbsandsteingebirge seit rund 80 Millionen Jahren verwitterte Sandsteintürme aus dichten Buchen- und Kiefernwäldern, mit der Bastei und ihrer 1851 errichteten Sandsteinbrücke als bekanntestem Aussichtspunkt. 1147 freistehende Kletterfelsen mit über 15.000 Routen machen das Gebiet zur Wiege des Freikletterns, dessen erstmals 1913 niedergeschriebene Sächsische Kletterregeln bis heute weltweit gelten. Nach Süden schließt das Osterzgebirge um Altenberg an, wo statt Sandstein Granit und Gneis das Kammrelief formen und im Winter Loipen die Fichtenwälder durchziehen. Zwischen beiden Landschaften windet sich die Elbe durch ein Tal, überragt von der Festung Königstein auf ihrem 240 Meter über dem Fluss aufragenden Tafelberg. Seit dem Ende des 18. Jahrhunderts, als die Maler der Dresdner Romantik die schroffen Felsformationen für sich entdeckten, prägt der ihnen gewidmete Malerweg bis heute die touristische Erschließung der Region.
Das Jahr in dieser Region
September: Rothirschbrunft im Großen Zschand
Von Mitte September bis Mitte Oktober hallt das Röhren brunftiger Rothirsche durch die Kernzone um Großen Winterberg, Großen Zschand und Kirnitzschklamm, wo die Tiere weitgehend ungestört leben. Ein grenzüberschreitendes Forschungsprojekt beider Nationalparkverwaltungen besendert seit 2023 Rothirsche mit Telemetriehalsbändern, um Wanderungen und Raumnutzung der Population zu untersuchen.
Mitte des Monats geht die Sonne um 6:38 auf und um 19:19 unter. Dazwischen liegen 12 Stunden und 42 Minuten Tageslicht.
Was die Natur in diesem Monat macht
- Äpfel: Erntebeginn um den 25. September (meist zwischen 19. September und 9. Oktober)
Wasser und Luft: Open-Meteo, gemessene Mittelwerte. Andrang: Anteil der Schulferien 2027 über alle sechzehn Bundesländer. Naturdaten: Deutscher Wetterdienst, phänologische Beobachtungen 2014 bis 2026 an 9 Stationen der Region, typischer Tag.
Touren in dieser Region
Ausgeschilderte Touren, die sich an einem Tag von einem Platz aus machen lassen, dazu je Art eine Mehrtagestour.
- Wandern
Malerweg
Auf den Spuren der Romantiker durchs Elbsandsteingebirge: Caspar David Friedrich und Ludwig Richter sind hier gegangen, bevor sie die Felsen malten. Vom Liebethaler Grund bei Pirna führt der Weg über Stiegen und Leitern zwischen den Sandsteintürmen hindurch, bei Schmilka bringt die Fähre einen auf die andere Elbseite. Acht Etappen, meist mit Quartier am Etappenziel. Bastei, Hockstein und das Uttewalder Tor liegen auf der Strecke.
116,5 kmMehrtagestour
- Wandern
Forststeig Elbsandstein
Links der Elbe, in den großen zusammenhängenden Wäldern zwischen Sachsen und Böhmen, führt die Route über Waldpfade und Forststraßen und dabei über dreizehn Tafelberge, mit steilen An- und Abstiegen. Übernachtet wird in schlichten Trekkinghütten und auf ausgewiesenen Biwakplätzen, Verpflegung gibt es unterwegs kaum. Zwischen den Wäldern stehen bizarre Felsgruppen. Von April bis Oktober läuft die Trekkingsaison, dann stehen Hütten und Biwakplätze offen.
104,3 km2911 HöhenmeterMehrtagestour
- Wandern
Rundweg Roter Punkt
Abschnitt Meißen - Schmilka
Eine große Runde, die in Meißen anfängt, durch die Dresdner Heide zieht und im Elbsandstein den Großen Winterberg und den Großen Zschirnstein erreicht, bevor sie über den Tharandter Wald zurückkommt. Ein roter Punkt auf weißem Grund weist den Weg. Im Kirnitzschtal begleitet sie ein Stück weit den Flößersteig am Wasser. Oberhalb von Schmilka öffnet sich der Blick über die Tafelberge ins Elbtal.
234,6 kmMehrtagestour
- Radfahren
Radroute im Nationalpark Sächsische Schweiz
Im Nationalpark wird auf Wald- und Forstwegen gefahren, unbefestigt, streckenweise schmal und mit spürbaren Anstiegen. Grüne Schilder mit gelber Schrift und Fahrradsymbol weisen die Richtung. Ein Stück begleitet die Route die Kirnitzsch und kommt an der Niederen Schleuse vorbei, wo früher Holz geflößt wurde. Wanderer haben Vorrang.
60,1 km
- Mountainbike
Czech Yourself
Ein Flowtrail im Wald bei Dolní Poustevna, gleich hinter der Grenze nördlich von Sebnitz, angelegt im grenzüberschreitenden Netz der Borderless Trails. Die Linie lebt von weiten Kurven und Wellen, dazwischen liegen einzelne Steinpassagen, die daran erinnern, was unter den Reifen liegt. Von oben nach unten sind es gut hundertachtzig Höhenmeter. Gerollt wird mehr als getreten.
2,6 km
Touren: © OpenStreetMap-Mitwirkende, ODbL. Längen aus dem kartierten Verlauf berechnet, Stand 12. September 2026.
Tiere, die man hier trifft
September bis OktoberRothirsch
In der Kernzone um Großen Zschand und Großen Winterberg lebt der Rothirsch weitgehend ungestört. Von Mitte September bis Mitte Oktober hallt das Röhren der Platzhirsche mit ihrem kräftigen Geweih durch die Buchenwälder, bis in die Morgenstunden hinein zu hören. Ein grenzüberschreitendes Forschungsprojekt besendert die Tiere seit 2023 mit Halsbändern und verfolgt so ihre Wanderungen durch das Gebiet.
März bis JuniWanderfalke
Am Pfaffenstein brütet der Wanderfalke an den steilen Sandsteinwänden, weshalb die Nationalparkverwaltung den Gipfel während der Brutzeit für Kletterer sperrt. Mit spitzen, sichelförmigen Flügeln und schnellem, wendigem Flug ist er schon im Vorbeiflug von anderen Greifvögeln zu unterscheiden. Von März bis in den Frühsommer zieht das Paar seine Jungen am Fels groß, bevor die Sperrung endet.
April bis OktoberBiber
Im Sebnitztal zwischen Sebnitz und der Mündung in die Kirnitzsch gräbt der Biber seine Baue in die steilen Uferböschungen, ohne dort die sonst üblichen Burgen aufzuschichten. Erkennen lässt er sich meist an seinen Spuren, kegelförmig angenagten Stämmen und frisch geschälten Ästen am Wasser. Ab April führen Ranger durch das Tal und zeigen, wo die Tiere ihre unauffälligen Erdbauten angelegt haben.
April bis AugustFeuersalamander
Im Kirnitzschtal bei Bad Schandau bewohnt der Feuersalamander die feuchten, schattigen Seitenbäche des Elbsandsteingebirges. Sein glänzend schwarzer Körper mit den leuchtend gelben Flecken macht ihn selbst im Halbdunkel des Waldes unverwechselbar. Nach warmen Regennächten zwischen April und August ist er auf den Waldwegen am ehesten unterwegs, tagsüber verbirgt er sich unter Laub und Totholz.
Bilder: Freepik
Anreise
- 0 Std. 45 Min.Dresden
- 2 Std. 45 Min.Berlin
- 5 Std. 15 Min.München
- 5 Std. 15 Min.Frankfurt am Main
- 5 Std. 15 Min.Hamburg
- 6 Std. 30 Min.Köln
Gut zu wissen
Im Nationalpark nur im Kahn
Im Nationalpark ist das Baden untersagt, ebenso jede andere Freizeitnutzung der Gewässer. Im umgebenden Landschaftsschutzgebiet gilt das nicht. Die Verordnung nennt eine Ausnahme, den traditionellen Bootsverkehr auf dem Amselsee bei Rathen und der Oberen Schleuse bei Hinterhermsdorf. An der Oberen Schleuse gleiten seit 1879 Kähne durch die Kirnitzschklamm, erreichbar allein zu Fuß.
Leinenpflicht im Nationalpark
Im Nationalpark Sächsische Schweiz müssen Hunde durchgängig an der Leine geführt werden, da Waldränder und Uferstreifen als Kinderstube vieler Wildtierarten dienen. In Bus und Bahn der Region werden Hunde zusätzlich mit Maulkorb befördert.
Felssperrungen zum Vogelschutz
Zum Schutz von Wanderfalke, Uhu und weiteren Felsbrütern werden jedes Jahr einzelne Kletterfelsen zeitweise gesperrt, die meisten ab Mitte Februar bis in den Frühsommer, die am längsten besetzten Horste bis Mitte August. Die Nationalparkverwaltung stimmt die betroffenen Gipfel mit dem Sächsischen Bergsteigerbund und dem Alpenverein Sachsen ab und gibt sie nach der Brutzeit wieder frei.
Offenes Feuer nur zu Hause
In allen sächsischen Wäldern sind offenes Feuer, Rauchen und Campingkocher ganzjährig untersagt, unabhängig von der aktuellen Waldbrandgefahrenstufe. Erlaubt ist ein Lagerfeuer nur an den wenigen offiziell ausgewiesenen Feuerstellen der Region.
Übernachten nur an ausgewiesenen Plätzen
Zelten und Freiübernachten sind im Nationalpark außerhalb der 58 gekennzeichneten Boofen nicht gestattet, Wohnmobile bleiben auf Campingplätzen und ausgewiesenen Stellplätzen. Eine Ausnahme bilden die offiziellen Trekkingplätze entlang des Forststeigs, die für jeweils eine Nacht genutzt werden dürfen.
Elbe-Fähren auf dem Radweg
Zwischen Kurort Rathen und Königstein verläuft der Elberadweg nur auf der linken Elbseite, sodass Radfahrer für den Seitenwechsel eine der Personenfähren nutzen. Weitere Fähren ergänzen die festen Brücken entlang der gesamten Strecke durch die Sächsische Schweiz.
Geschützte Landschaften
- Nationalpark
- Sächsische Schweiz
Namen und Grenzen: © OpenStreetMap-Mitwirkende.
Über diese Region
Die Sächsische Schweiz liegt südöstlich von Dresden im Elbsandsteingebirge, wo Sandsteinfelsen aus Buchenwäldern ragen und Deutschlands einzigen nichtalpinen Fels-Nationalpark bilden. Du findest hier Stellplätze an der Elbe und Zeltplätze am Waldrand.
Die Hauptsaison reicht von Juni bis August, mit den stärksten Wochen im August an der Bastei. Wann ein Platz geöffnet hat, steht im Kalender des Angebots.