
Camping in der Rhön
Die Rhön ist vulkanischen Ursprungs. Im Dreiländereck von Bayern, Hessen und Thüringen bilden Basaltkuppen und weite Hochflächen ein Mittelgebirge, das Weidevieh seit Jahrhunderten offen hält und das deshalb Land der offenen Fernen heißt. Auf den Kammlagen wächst kein Wald. Dort oben liegen die größten Borstgrasrasen-Biotope außerhalb der Alpen. Dazu kommen Hochmoore, die weitgehend naturnah geblieben sind. Besiedelt ist die Rhön nur dünn, und das kommt dem Nachthimmel zugute: Seit August 2014 ist er als Internationaler Sternenpark anerkannt.
21 Plätze und Unterkünfte in dieser Region
Plätze und Unterkünfte in dieser Region
Das Jahr in dieser Region
September: Brunft des Rotwilds setzt ein
Mitte September beginnt die Brunft des Rotwilds. Verlässlich zu hören ist sie im Wildpark Gersfeld, den die Stadt 1972 eröffnet hat und in dem Rot-, Dam- und Rehwild in Gehegen leben. Im September gehen zugleich die Niederschläge deutlich zurück, häufig stellt sich Altweibersommerwetter ein.
Mitte des Monats geht die Sonne um 6:55 auf und um 19:36 unter. Dazwischen liegen 12 Stunden und 41 Minuten Tageslicht.
Wasser und Luft: Open-Meteo, gemessene Mittelwerte. Andrang: Anteil der Schulferien 2027 über alle sechzehn Bundesländer. Naturdaten: Deutscher Wetterdienst, phänologische Beobachtungen 2014 bis 2026 an 117 Stationen der Region, typischer Tag.
Touren in dieser Region
Ausgeschilderte Touren, die sich an einem Tag von einem Platz aus machen lassen, dazu je Art eine Mehrtagestour.
- Wandern
Der Hochrhöner
Von Bad Kissingen bis Bad Salzungen quer über die höchsten Rücken der Rhön, durch Bayern, Hessen und Thüringen. Über den Kreuzberg mit seinem Franziskanerkloster geht es zum Roten Moor, dazwischen liegen Bergwiesen und Basaltkuppen. Dort teilt sich der Weg in eine Westroute über die Wasserkuppe und eine Ostroute über Heidelstein und Ellenbogen, die in Andenhausen wieder zusammenfinden. Oben steht kaum ein Baum.
172 kmMehrtagestour
- Wandern
Extratour Hochrhöntour
Ab dem Parkplatz Schornhecke geht es auf schmalen Pfaden durch die Lange Rhön, Bayerns größtes Naturschutzgebiet außerhalb der Alpen. Der Weg führt über den Heidelstein und den Schwabenhimmel, von wo aus man weit über die Hochfläche sieht, und am Basaltsee im alten Steinbruch Steinernes Haus vorbei. Gras, Wind und Fernsicht, Bäume kaum. In den Bergwiesen brütet das Birkhuhn.
14,7 kmRundtour
- Wandern
Extratour Kreuzbergtour
Durch ausgedehnte Laubwälder und über weiche Wiesenwege steigt die Runde auf den Kreuzberg, 928 Meter hoch, mit den drei Kreuzen auf dem Gipfel. Nur die Kuppe ist Basalt. Darunter folgen Muschelkalk und Buntsandstein. Oben steht das Franziskanerkloster, das als einziges des Ordens in Deutschland eine eigene Brauerei betreibt, unterwegs liegen die Dörfer Kilianshof und Sandberg.
13,2 kmRundtour
- Wandern
Extratour Rotes Moor
Ein Bohlensteg führt ins Rote Moor hinein, eines der letzten Hochmoore Hessens, zwischen Birken und dunklem Torfwasser. Später geht es hinunter in die Kaskadenschlucht, wo der Feldbach über bemooste Blöcke springt. Danach steigt der Weg wieder auf den Heidelstein, und vom Schwabenhimmel reicht der Blick über das Ulstertal bis zum Thüringer Wald. Unterwegs liegt das Naturschutzgebiet Kesselrain.
18,1 kmRundtour
- Wandern
Extratour Milseburg
Die Milseburg ist ein 835 Meter hoher Kegel aus Phonolith, dessen Kuppe frei von Wald ist, und der Weg von den Danzwiesen führt genau hinauf. Oben stehen die Gangolfskapelle und eine Kreuzigungsgruppe aus dem 18. Jahrhundert, unter dem Gipfel ziehen sich die Reste eines keltischen Ringwalls durch die Blockhalde. Weiter geht es über den Stellberg und um die Maulkuppe herum, ein Stück davon durch alten Buchenwald. Der Blick reicht weit ins Fuldaer Land.
10,8 kmRundtour
- Radfahren
Milseburgradweg
Der Radweg liegt auf der Trasse der alten Rhönbahn, von Götzenhof bei Fulda bis nach Hilders im Ulstertal, durchgehend asphaltiert und mit der gleichmäßig flachen Steigung einer Eisenbahnstrecke. In der Mitte liegt der Milseburgtunnel von 1889, knapp 1200 Meter lang und auch im Hochsommer kühl. Dahinter rollt es nur noch bergab.
30,9 km
- Radfahren
Ulstertal-Radweg
Die Ulster entspringt am Heidelstein auf gut 800 Metern und mündet bei Philippsthal in die Werra, und der Radweg begleitet sie über die ganze Strecke. Ab Hilders liegt er auf der Trasse der alten Ulstertalbahn, meist asphaltiert, mit Schotterstücken im früheren Grenzstreifen. Über Tann und Geisa geht es an Point Alpha vorbei, wo die innerdeutsche Grenze verlief. Es geht fast nur bergab.
57,6 km
- Langlauf
Rundloipe NSG Lange Rhön
Über die offene Hochfläche der Langen Rhön geht es, dort wo Bayern, Hessen und Thüringen zusammenstoßen. Sie wechselt zwischen Waldrändern und freien Feldern, streift den Stirnberg und die Frauenhöhle und liegt zwischen 630 und 880 Metern. Auf der Runde stehen die Thüringer Hütte und der Berggasthof auf der Rother Kuppe. Bäume gibt es nur am Rand.
26,6 km485 Höhenmeter
- Kanu
Fränkische Saale
Gepaddelt wird von der Rhön hinunter Richtung Main, über Bad Kissingen und Hammelburg bis zur Mündung bei Gemünden. Das Wasser zieht ruhig, die Ufer sind über weite Strecken von Bäumen gesäumt, dazwischen öffnen sich Wiesen und Felder. An den Wehren bei Aura, Elfershausen, Westheim und Hammelburg wird umgetragen. Ein Tag auf dem Fluss vergeht langsam.
58,3 km
Touren: © OpenStreetMap-Mitwirkende, ODbL. Längen aus dem kartierten Verlauf berechnet, Stand 12. September 2026.
Tiere, die man hier trifft
Februar bis OktoberRotmilan
Über den Kammwegen der Langen Rhön und den Wiesentälern der Kuppenrhön kreist der Rotmilan, den die Biosphärenreservatsverwaltung als Charaktervogel der Rhön bezeichnet. Am tief gegabelten rotbraunen Schwanz und den hellen Feldern auf den langen Flügeln ist er schon aus der Ferne zu erkennen. Von Februar bis in den Oktober zieht er über die Hochflächen, ehe er ins Winterquartier aufbricht.
April bis AugustBraunkehlchen
Auf den Bergwiesen der Langen Rhön sitzt das Braunkehlchen aufrecht auf Zaunpfählen und hohen Staudenstängeln, ein guter Ausgangspunkt ist der Wanderparkplatz Schornhecke in Richtung Heidelstein. Der cremeweiße Überaugenstreif und die orangebraune Brust heben sich gut vom Grün der Wiesen ab. Von April bis August verteidigt es von diesen Warten aus sein Revier.
- ganzjährig
Rhönschaf
Auf den Bergwiesen und Hutungen der gesamten Rhön weiden Rhönschafe in geführten Herden, zu erkennen an schwarzem, wollfreiem Kopf und weißen Beinen. Die alte Landschafrasse ist erstmals 1844 im Dreiländereck erwähnt und lebt heute in rund 5.000 Tieren, verteilt auf mehrere Herden. Ihre Beweidung hält die offenen Kuppen und Hänge frei, denen die Rhön ihren Beinamen Land der offenen Fernen verdankt.
ganzjährigWasseramsel
An klaren Fließgewässern wie Ulster, Brend und Streu sitzt die Wasseramsel auf Steinen im Bach und knickst dabei mit dem ganzen Körper. Der weiße Brustlatz hebt sich deutlich vom dunkelbraunen Gefieder ab, bevor sie zur Nahrungssuche im Wasser untertaucht. Ihr Kugelnest baut sie unter Wurzelüberhängen und Brücken, und weil sie standorttreu ist, bleibt sie auch im Winter an eisfreien Bachabschnitten.
Bilder: Freepik
Dunkler Himmel
Von DarkSky International anerkannte Orte.
Sternenpark Rhön
Das Biosphärenreservat im Dreiländereck gehört zu den dunkelsten Gegenden Mitteldeutschlands. Auf der Hohen Geba stehen Beobachtungsplattformen für Teleskope, dazu ein Dutzend Himmelsschauplätze mit Liegen und Sternkarten unter freiem Himmel.
Fulda
Die erste Sternenstadt Deutschlands, anerkannt 2019. Die Stadt am Westrand des Sternenparks Rhön hat ihre Straßenlaternen umgerüstet, damit der Himmel über dem Biosphärenreservat dunkel bleibt.
Anreise
- 1 Std. 15 Min.Würzburg
- 1 Std. 30 Min.Frankfurt am Main
- 3 Std. 15 Min.Köln
- 3 Std. 45 Min.München
- 4 Std. 30 Min.Hamburg
- 4 Std. 45 Min.Berlin
Gut zu wissen
Leinenpflicht in den Naturschutzgebieten
In den Naturschutzgebieten und Kernzonen des UNESCO-Biosphärenreservats Rhön gilt eine ständige Leinenpflicht für Hunde. Das betrifft unter anderem die Lange Rhön, das größte Naturschutzgebiet Bayerns außerhalb der Alpen, sowie das Rote und das Schwarze Moor. Außerhalb der Schutzgebiete bitten die Verwaltungen ebenfalls ums Anleinen, weil Hunde Wild deutlich früher wahrnehmen als ihre Halter.
Wegegebot in der Langen Rhön
Im Naturschutzgebiet Lange Rhön ist das Betreten außerhalb der freigegebenen Wege nicht erlaubt, im Sommer wie im Winter. Die Fläche beherbergt das letzte Birkhuhnvorkommen, das sich in Deutschland außerhalb der Alpen hält, und ist Brutgebiet von Bodenbrütern wie Braunkehlchen und Wiesenpieper. Im Winter sind dafür gespurte Loipen und ausgewiesene Winterwanderwege da.
Bohlenwege durch die Hochmoore
Schwarzes Moor und Rotes Moor werden ausschließlich auf Holzbohlenwegen begangen, die übrigen Moorflächen bleiben unbetreten. Das 66 Hektar große Schwarze Moor ist Kernzone des Biosphärenreservats, hat einen Aussichtsturm und wird jedes Jahr von rund 100.000 Menschen besucht. Die Besucherlenkung über den Bohlenpfad ist der Grund, weshalb das Moor diesen Andrang verträgt.
Übernachten und Parken nur auf ausgewiesenen Plätzen
Wildcampen ist in den Naturschutzgebieten der Rhön nicht gestattet, im Camper ebenso wenig wie im Zelt oder Biwak. Geparkt wird nur auf offiziell ausgewiesenen Parkplätzen, weil frei abgestellte Fahrzeuge Rettungswege blockieren können. Für Wohnmobile gibt es Stellplätze in den Orten rund um die Hochrhön.
Offenes Feuer und Rauchen in Schutzgebieten
In den Schutzgebieten der Rhön sind Rauchen und offenes Feuer untersagt. Grillen und Lagerfeuer sind auf eingerichtete Plätze außerhalb der Schutzgebiete beschränkt, viele Gemeinden und Gaststätten halten solche Feuerstellen vor. Zum Sternenpark gehört außerdem, nachts sparsam und nach unten gerichtet zu beleuchten.
Befahrensregeln auf der Fränkischen Saale
Die Fränkische Saale darf ab der Brücke bei Herschfeld oberhalb von Bad Neustadt bis zum Wehr oberhalb von Gemünden befahren werden, das liegt bei Flusskilometer 96 bis 97. Es gilt ein Nachtfahrverbot von 18 bis 7 Uhr, Wehre sind zu umtragen, und Gruppen sollen höchstens zehn Boote umfassen. Zusätzlich ist ein Mindestwasserstand einzuhalten, für die Strecke Bad Neustadt bis Bad Kissingen der Pegel Salz bei 160 Zentimetern.
Geschützte Landschaften
- Biosphärenreservat
- Rhön
- Naturpark
- Bayerische RhönHessische Rhön
Namen und Grenzen: © OpenStreetMap-Mitwirkende.
Über diese Region
Die Rhön liegt im Dreiländereck von Bayern, Hessen und Thüringen. Ihre baumfreien Hochflächen tragen die größten Borstgrasrasen außerhalb der Alpen und einen Nachthimmel, der seit 2014 als Sternenpark gilt. Campingplätze und Stellplätze findest du in den Dörfern rund um Wasserkuppe und Lange Rhön.
Am belebtesten ist der Sommer mit blühenden Bergwiesen und den Sternenparkwochen im August. Ruhiger wird es im Herbst, während Januar und Februar mit Schnee vor allem Loipenläufer anziehen.