
Camping im Pfälzerwald
Der Pfälzerwald bedeckt mit rund 1.800 Quadratkilometern das größte zusammenhängende Waldgebiet Deutschlands und bildet zusammen mit den französischen Nordvogesen das einzige grenzüberschreitende UNESCO-Biosphärenreservat des Landes. Seinen Namen erhielt er erst 1843, als sich Pfälzer Forstbeamte in Johanniskreuz trafen und den nördlichen Teil der Vogesen so tauften. Mächtige Buntsandsteinfelsen bestimmen vor allem den Süden um Dahn, wo die Burgruine Altdahn auf einer solchen Kuppe liegt. Gräfenstein und der Trifels krönen weitere Felsen dieser Art. Mit der Kalmit erreicht das Gebirge 673 Meter, während das Wieslauter-Quellgebiet bei Hinterweidenthal als größte Kernzone weitgehend sich selbst überlassen bleibt. Der Pfälzerwald-Verein hält rund 12.000 Kilometer markierte Wege instand, und an Streuobstbäumen mit gelbem Band darf jeder zur Erntezeit selbst pflücken.
Das Jahr in dieser Region
September: Dürkheimer Wurstmarkt öffnet die Fässer
Am zweiten und dritten Septemberwochenende verwandelt sich der Wurstmarktplatz in Bad Dürkheim in das nach eigenen Angaben größte Weinfest der Welt, mit oft mehr als 600.000 Gästen. 36 historische Weinstände, sogenannte Schubkärchler, schenken an ihren jeweils rund 120 Sitzplätzen mehrere Weine aus, darunter stets einen Riesling. Mittendrin steht das 1934 gebaute Dürkheimer Riesenfass mit 1,7 Millionen Litern Fassungsvermögen, das heute als Restaurant dient.
Mitte des Monats geht die Sonne um 7:04 auf und um 19:43 unter. Dazwischen liegen 12 Stunden und 40 Minuten Tageslicht.
Was die Natur in diesem Monat macht
- Äpfel: Erntebeginn um den 29. September (meist zwischen 19. September und 4. Oktober)
Wasser und Luft: Open-Meteo, gemessene Mittelwerte. Andrang: Anteil der Schulferien 2027 über alle sechzehn Bundesländer. Naturdaten: Deutscher Wetterdienst, phänologische Beobachtungen 2014 bis 2026 an 53 Stationen der Region, typischer Tag.
Touren in dieser Region
Ausgeschilderte Touren, die sich an einem Tag von einem Platz aus machen lassen, dazu je Art eine Mehrtagestour.
- Wandern
Dahner Felsenpfad
Rund um Dahn stehen die Buntsandsteinfelsen wie Skulpturen im Wald: Braut und Bräutigam, der Ungeheuerfelsen, der Schlangenfelsen, der Elwetritschefels. Der Pfad führt an ihnen vorbei und kommt am Jungfernsprung heraus, einer Kanzel hoch über dem Tal der Wieslauter. Unter den Schuhen liegt roter Sand.
13,1 km
- Wandern
Felsenland Sagenweg
Eine Mehrtagesrunde durch das Dahner Felsenland, die auch ein Stück über die französische Grenze läuft. An der Strecke liegen die Burgengruppe Altdahn mit Grafendahn und Tanstein, die Ruine Neudahn über dem Moosbachtal und der Drachenfels bei Busenberg, alle in den Sandstein hineingebaut. Zu fast jedem Ort gehört eine Sage, gut zwei Dutzend sind es unterwegs. Waldweiher und stille Täler liegen dazwischen.
88 kmMehrtagestour
- Wandern
Hauensteiner Schusterpfad
In Hauenstein steht das Deutsche Schuhmuseum, und der Weg trägt den Schuster im Namen. Er steigt zum Felsentor unter dem Nedingfelsen auf, wo sich der Blick über den Ort öffnet, und führt dann auf schmalen Wegen durch Kiefernwald zum Kreuzfelsen. Oben steht ein Gipfelkreuz. Vom Hühnerstein reicht der Blick bis zur Burg Trifels.
15,5 km
- Wandern
Pälzer Keschdeweg
Keschde heißt auf Pfälzisch die Esskastanie, und sie wächst am Haardtrand in einem breiten Band oberhalb der Weinstraße. Der Weg zieht von Hauenstein über Annweiler und Albersweiler an diesen Rand und dann an ihm entlang, vorbei an der Villa Ludwigshöhe, der Kropsburg über St. Martin und dem Hambacher Schloss bis nach Neustadt. Der Wald endet hier, die Rebhänge beginnen. Im Herbst liegen die stacheligen Fruchthüllen zu Hunderten am Boden.
59,1 km
- Wandern
Pfälzer Waldpfad
Quer durch den Pfälzerwald, in neun Etappen von Kaiserslautern bis Schweigen-Rechtenbach an der französischen Grenze. Am Anfang steht das Karlstal bei Trippstadt, nach zwei Etappen die Waldkreuzung Johanniskreuz, später der Weißenberg, mit 610 Metern der höchste Punkt des Weges, im Süden das Dahner Felsenland und die bewohnte Burg Berwartstein. Stille ist hier das eigentliche Programm.
142,9 kmMehrtagestour
- Radfahren
Pfälzerwald Tour
Nach Süden führt die Strecke von Kaiserslautern weg, immer die Bachtäler entlang: Moosalb, Queidersbach, Schwarzbach, Rodalb. Gefahren wird fast durchgehend auf Asphalt, auf Rad- und Wirtschaftswegen unter hohem Wald. Zwischen den Tälern liegen ein paar längere Anstiege. Am Ende steht bei Hinterweidenthal der Teufelstisch, ein Sandsteinpilz mit mächtiger Deckplatte.
61,7 km
- Mountainbike
MTB-Park Pfälzerwald, Tour 18
Start ist das Rudolf-Keller-Haus bei Lemberg-Langmühle. Die Runde läuft am Übergang zum Wasgau über weichen Waldboden, kurze Schotterstücke und einige schmale Trails, Asphalt gibt es nur in den Ortsdurchfahrten. Sie kommt an den Wanderheimen Drei Buchen und Hohe List vorbei und zieht durch das Rodalbtal, knapp tausend Höhenmeter kommen dabei zusammen.
45,1 km961 Höhenmeter
- Mountainbike
MTB-Park Pfälzerwald, Tour 2
Vom Bahnhof in Waldfischbach-Burgalben geht es kurz durch den Ort und dann bergauf, am Galgenfelsen vorbei, den eine Treppe erschließt. Die Gegend heißt Holzland. Oben wechseln sich Anstiege und Abfahrten durch lichten Wald ab, über Heltersberg, Johanniskreuz und Schmalenberg, und zurück geht es auf einsamen Trails.
45,6 km
Touren: © OpenStreetMap-Mitwirkende, ODbL. Längen aus dem kartierten Verlauf berechnet, Stand 12. September 2026.
Tiere, die man hier trifft
Februar bis JuniWanderfalke
Am Eußerthaler Krappenfels im Dahner Felsenland brütet der Wanderfalke in unzugänglichen Nischen der Buntsandsteinwand, weshalb die Felsen ab Februar für Kletterer gesperrt sind. Im Sturzflug auf Beute erreicht er über 300 Kilometer pro Stunde, zu erkennen an den spitzen, sichelförmigen Flügeln und der dunklen Kopfzeichnung wie ein Backenbart. Ende Juni verlassen die Jungvögel die Felsnische und üben in der Luft über den Felstürmen ihre ersten Flugmanöver.
Februar bis JuniUhu
Am Buhlsteinpfeiler zwischen Busenberg und Vorderweidenthal brütet der Uhu in einer schwer zugänglichen Felsnische, weshalb der Zugang von Februar bis Juni gesperrt bleibt. Mit bis zu 1,70 Metern Spannweite und den auffälligen Federohren ist er Europas größte Eule, tagsüber sitzt er reglos und gut getarnt in einer Felsspalte. In der Dämmerung ruft das Paar seinen dumpfen, namensgebenden Ruf, bevor es zur Jagd über die Felstürme aufbricht.
Februar bis JuniKolkrabe
Über den Felstürmen des Dahner Felsenlandes zieht der Kolkrabe seine Kreise, an der keilförmigen Schwanzform und der tiefen, krächzenden Rufreihe gut von der Krähe zu unterscheiden. Mit fast anderthalb Metern Spannweite ist er der größte Singvogel der Welt. Von Frühjahr bis in den Frühsommer zeigt das Paar akrobatische Sturzflüge und Rollen über den Felsen, oft als Balz- oder Reviershow zu zweit.
April bis SeptemberTeichhuhn
Am Ungeheuersee bei Leistadt, einem der stillen Wooge des Pfälzerwaldes, versteckt das Teichhuhn sein schwimmendes Nest im Schilf am Ufer. Der rote Schnabel mit gelber Spitze und der weiße Strich an der Flanke unterscheiden es von der ähnlichen Blässralle. Von April bis in den Herbst schwimmt es mit typisch ruckendem Kopf zwischen den Halmen, meist hört man sein Rufen, bevor man den Vogel im Schilf entdeckt.
Bilder: Freepik
Anreise
- 1 Std. 45 Min.Mannheim
- 2 Std. 30 Min.Frankfurt am Main
- 3 Std. 45 Min.Köln
- 4 Std. 45 Min.München
- 7 Std. 00 Min.Hamburg
- 7 Std. 45 Min.Berlin
Gut zu wissen
Feuer nur an genehmigter Feuerstelle
Nach dem Landeswaldgesetz Rheinland-Pfalz braucht Feuer im Wald und im Umkreis von 100 Metern die Genehmigung des Forstamtes. Ausgenommen sind Feuerstellen, die das Forstamt errichtet oder genehmigt hat. Die Trekkingplätze im Pfälzerwald haben so eine, dort gehört auch der Kocher hinein. In trockenen Sommern bleibt die Feuerstelle zeitweise kalt.
Kein Hund im Wildpark Silz
Der Wild- und Wanderpark der Südlichen Weinstraße bei Silz nimmt keine Hunde auf, auch nicht angeleint. Die Rundwege führen durch die weitläufigen Gehege, in denen das Wild frei läuft. Am Eingang stehen Boxen bereit. Auf den Trekkingplätzen im Pfälzerwald sind Hunde dagegen willkommen, dort wird um die Leine gebeten.
Felssperrung zum Vogelschutz
Vom 1. Februar bis zum 30. Juni sind mehr als fünfzig Buntsandsteinfelsen im Pfälzerwald für Kletterer und teils auch für Wanderer gesperrt, darunter der Buhlsteinpfeiler, der Eußerthaler Krappenfels und die Dürrensteine. Die Sperrung schützt die Brut von Wanderfalke, Uhu und Kolkrabe, die in den Felsnischen nisten. Je nach Fels sind auch die Zuwege betroffen, eine aktuelle Liste führen die Landkreise Südwestpfalz und Südliche Weinstraße.
Baden nur am ausgewiesenen Ufer
Am Seehof bei Erlenbach ist der südliche Uferbereich mit Sandstrand als offizielle Badestelle hergerichtet, das übrige, teils bewaldete Ufer des 15 Hektar großen Weihers dient anderen Zwecken. Der See ist als EU-Badegewässer gemeldet und wird während der Saison regelmäßig kontrolliert. Ein Kiosk am Ufer versorgt Gäste zwischen Mai und Oktober.
Wegegebot in den Kernzonen
In den streng geschützten Kernzonen des Biosphärenreservats, die rund drei Prozent der Gesamtfläche ausmachen, bleiben nur wenige Wege für Wanderer und Radfahrer freigehalten. Im Wieslauter-Quellgebiet bei Hinterweidenthal, der größten dieser Zonen, ist das Verlassen der markierten Wege nicht gestattet, damit sich der Wald ohne menschlichen Einfluss entwickeln kann. Wer die Kernzone abseits der freigehaltenen Wege erleben möchte, bucht eine Führung beim Forstamt Hinterweidenthal.
Parken an den Wanderparkplätzen
Die großen Touren im Pfälzerwald starten an ausgeschilderten Wanderparkplätzen wie dem Parkplatz im Zieglertal bei Hinterweidenthal oder dem Parkplatz beim Sportpark in Dahn. Von dort führen die markierten Wege direkt in die umliegenden Wälder und Kernzonen, ein Abstellen abseits dieser Plätze ist im dichten Waldgebiet kaum möglich. Für mehrtägige Touren lohnt vorab ein Blick auf die Seite der jeweiligen Tourist-Information.
Geschützte Landschaften
- Biosphärenreservat
- Pfälzerwald-Vosges du Nord
Namen und Grenzen: © OpenStreetMap-Mitwirkende.
Über diese Region
Der Pfälzerwald im Südwesten von Rheinland-Pfalz ist mit rund 1.800 Quadratkilometern Deutschlands größtes zusammenhängendes Waldgebiet, geprägt von Buntsandsteinfelsen und der Burgruine Trifels. Campingplätze und Stellplätze liegen an Wooge-Weihern, in der Felsenlandschaft um Dahn oder nahe den Weinbergen der Haardt.
Voll wird es im August und im September zum Dürkheimer Wurstmarkt, ruhig bleibt der Winter zwischen November und Februar. Wann ein Platz geöffnet hat, steht im Kalender des Angebots.