Camping in Ostfriesland

Ostfriesland ist flach. Der höchste Punkt auf dem Festland misst kaum 19 Meter, Schafe halten die Deiche kurz, und durch die ausgedehnten Fehngebiete laufen die Kanäle schnurgerade. Die Region liegt im äußersten Nordwesten Niedersachsens zwischen Ems und Jade und umfasst die Landkreise Aurich, Leer und Wittmund sowie die kreisfreie Stadt Emden, zusammen 3.144 Quadratkilometer mit rund 462.000 Einwohnern. Vor der Küste liegen sechs der ostfriesischen Inseln: Borkum, Juist, Norderney, Baltrum, Langeoog und Spiekeroog. Dahinter erstreckt sich der Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer, seit 2009 UNESCO-Weltnaturerbe. Etwa die Hälfte der Bewohner spricht noch Platt. Beim Tee, serviert mit Kluntje und Sahnewolke, führen die Ostfriesen laut Rekord-Institut für Deutschland die weltweite Statistik zum Pro-Kopf-Konsum an. Nordwestlich von Aurich liegt das Ewige Meer, Deutschlands größter Hochmoorsee, südwestlich davon der Fischerhafen Greetsiel mit der größten Krabbenkutterflotte der Region.

29 Plätze und Unterkünfte in dieser Region

Plätze und Unterkünfte in dieser Region

Das Jahr in dieser Region

September: Löffler verlassen Memmert

Auf der Vogelinsel Memmert südlich von Juist brüten unter rund 40 Vogelarten auch Löffler, seit ihrer ersten erfolgreichen Brut im niedersächsischen Wattenmeer 1995. An manchen Tagen rasten bis zu 100.000 Vögel an den Hochwasserplätzen der Insel, bevor die Löffler im September in ihre Winterquartiere in Südwesteuropa und Westafrika aufbrechen.

Mitte des Monats geht die Sonne um 7:03 auf und um 19:48 unter. Dazwischen liegen 12 Stunden und 45 Minuten Tageslicht.

Wasser und Luft: Open-Meteo, gemessene Mittelwerte. Andrang: Anteil der Schulferien 2027 über alle sechzehn Bundesländer. Naturdaten: Deutscher Wetterdienst, phänologische Beobachtungen 2014 bis 2026 an 90 Stationen der Region, typischer Tag.

Touren in dieser Region

Ausgeschilderte Touren, die sich an einem Tag von einem Platz aus machen lassen, dazu je Art eine Mehrtagestour.

  • Radfahren

    Friesenroute Rad up Pad

    Rad up Pad heißt auf Plattdeutsch nichts weiter als Rad auf dem Weg, und so fährt sich die Runde auch: über Deiche, an Backsteinkirchen und Häuptlingsburgen vorbei, durch Moor und am Rand der Fehnkanäle von Großefehn. Zwischen Emden, Greetsiel, Norddeich und Aurich liegt kein einziger Anstieg. Der Wind entscheidet, wie der Tag wird.

    272,9 kmMehrtagestour

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  • Radfahren

    Friesische Mühlentour

    Über vierzig Windmühlen stehen an der ganzen Runde, Galerieholländer vor allem, dazwischen Bockwind- und Kokermühlen. Rund 250 Kilometer misst sie, in sechs Etappen über Norden, Esens, Aurich, Großefehn, Emden und Greetsiel. Hinterlegt ist hier das Stück von Bagband durch die Fehnorte von Großefehn nach Aurich, auf dem ostfriesischen Radnetz und am Rand der Fehnkanäle. Das Land bleibt dabei vollkommen eben.

    23,5 km

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  • Radfahren

    Internationale Dollard Route

    Von Leer geht es die Ems abwärts durchs Rheiderland, über Ditzum und Jemgum, wo der Fluss in den Dollart übergeht. Drüben führt die Runde durch die Provinz Groningen zurück. Die Landschaft ist Polder: Entwässerungsgräben, Schöpfwerke, Sielorte und Warfendörfer, die als einzige Erhebungen aus der Fläche ragen.

    124 km

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  • Radfahren

    Nordseeküstenroute

    Abschnitt Niedersachsen-Niederlande-Bremerhaven

    Der ostfriesische Abschnitt des Nordseeküsten-Radwegs beginnt an der niederländischen Grenze bei Bunde und läuft über Weener, Emden und die Krummhörn an die offene Küste. Von da an bleibt das Wattenmeer zur Seite, und die Sielorte reihen sich auf: Greetsiel, Neßmersiel, Bensersiel, Neuharlingersiel. Gefahren wird oben auf der Deichkrone oder unten am Deichfuß. Dazwischen weiden Schafe.

    391,3 kmMehrtagestour

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  • Radfahren

    EmsRadweg

    Die Ems beginnt als Rinnsal in der Senne bei Hövelhof und ist am Ende ein Strom, auf dem die Kreuzfahrtschiffe der Papenburger Werft zur Nordsee überführt werden. Dazwischen liegen Münsterland und Emsland, Wiesen bis an den Horizont und lange Abschnitte dicht am Wasser. Steigungen gibt es praktisch keine.

    380,3 kmMehrtagestour

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  • Wandern

    Europäischer Fernwanderweg E9 / International coastal route, Deutschland, Niedersachsen

    In Niedersachsen nimmt der internationale Küstenweg zwischen Atlantik und Ostsee den Weg vom Dollart bis an die Weser. Er setzt sich aus älteren Wegen zusammen, dem Ems-Dollart-Pad, dem Emsweg, dem Ostfriesland-Wanderweg und dem Ems-Jade-Weg, und läuft dabei über Deichkronen, an Sielen vorbei und durch Marschland. Gelaufen wird ohne einen einzigen Anstieg.

    290,6 kmMehrtagestour

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  • Wandern

    Störtebekerweg

    Benannt ist der Weg nach Klaus Störtebeker. Er beginnt am Bahnhof in Leer, folgt der Leda hinaus zur Ems und dieser abwärts bis zur Mündung, danach geht es die Küste entlang bis an den Großen Hafen von Wilhelmshaven. Markiert ist er mit einem weißen S auf Schwarz. Unterwegs wechseln Uferwege, Deichkronen und der Strand bei Schillig.

    187,8 kmMehrtagestour

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Touren: © OpenStreetMap-Mitwirkende, ODbL. Längen aus dem kartierten Verlauf berechnet, Stand 12. September 2026.

Tiere, die man hier trifft

  • Oktober bis März

    Nonnengans

    An den Beobachtungshütten am Dollart bei Bunde im Rheiderland überwintern von Oktober bis März zehntausende Nonnengänse in dichten Schwärmen. Der schwarze Kopf mit der weißen Gesichtsmaske und der grau gebänderte Rücken sind schon aus der Ferne zu erkennen. Tagsüber grasen die Gänse auf den Rheiderländer Wiesen, im Januar und Februar lädt der NABU von den Hütten aus zum Frühstück mit den Wildgänsen ein.

  • April bis September

    Löffler

    Auf der Vogelinsel Memmert südlich von Juist brütet der Löffler seit seiner ersten erfolgreichen Brut 1995, vom Ausflugsboot aus lässt sich die Insel aus der Ferne umrunden. Der lange, löffelförmig verbreiterte Schnabel und das reinweiße Gefieder mit dem gelben Brustfleck zur Brutzeit fallen schon von weitem auf. Mit schwenkenden Kopfbewegungen durchsiebt er das flache Wasser nach Kleintieren, bevor die Vögel im September Richtung Südwesteuropa und Westafrika aufbrechen.

  • Juni bis Oktober

    Seehund

    Im Wattenmeer vor Norddeich bekommen die Seehunde im Juni und Juli ihren Nachwuchs, verwaiste Jungtiere, sogenannte Heuler, zieht die Seehundstation Nationalpark-Haus anschließend groß. Das graubraun gefleckte Fell und die langen Tasthaare am Maul sind gute Erkennungsmerkmale. Bei Ebbe liegen die Tiere zu Dutzenden auf den Sandbänken vor der Küste und tauchen erst kurz vor der Flut wieder ins Wasser.

  • März bis August

    Weißstorch

    Im Jümmegebiet zwischen Leda und Jümme im Landkreis Leer brüten so viele Weißstörche wie sonst nirgends in Ostfriesland, ehrenamtliche Storchenbetreuer pflegen die Nester seit Jahrzehnten. Das reinweiße Gefieder mit den schwarzen Schwungfedern und der lange rote Schnabel sind schon aus der Ferne zu erkennen. Ab März besetzen die zurückgekehrten Paare ihre alten Horste auf Scheunen und Strommasten und beginnen mit dem Nestbau für die neue Brut.

Bilder: Freepik

Dunkler Himmel

Von DarkSky International anerkannte Orte.

  • Spiekeroog

    Auf der autofreien Insel gibt es keine Scheinwerfer und wenig Straßenlicht. Wer abends über den Deich in die Dünen geht, hat das Meer auf der einen und den Sternenhimmel auf der anderen Seite.

Anreise

  • 1 Std. 30 Min.Bremen
  • 2 Std. 45 Min.Hamburg
  • 3 Std. 15 Min.Köln
  • 5 Std. 00 Min.Frankfurt am Main
  • 5 Std. 15 Min.Berlin
  • 8 Std. 15 Min.München

Gut zu wissen

  • Wohnmobil bleibt auf dem Festland

    Juist, Baltrum, Langeoog und Spiekeroog sind autofrei, für Langeoog und Spiekeroog gilt ein allgemeines Kraftfahrzeugverkehrsverbot. Das Wohnmobil bleibt deshalb am Fährhafen auf dem Festland stehen, etwa in Neßmersiel für Baltrum oder in Bensersiel für Langeoog. Dort stehen Langzeitparkplätze bereit.

  • Leinenpflicht an Deich und Watt

    Auf den Deichen ist das Mitführen von Hunden, freilaufend wie angeleint, grundsätzlich nicht gestattet, zum Schutz der Grasnarbe und der tragenden Mutterschafe. Im Nationalpark Wattenmeer gilt in Ruhe- und Zwischenzonen Leinenpflicht, an eigens ausgewiesenen Hundestränden dürfen Vierbeiner dagegen frei laufen.

  • Ruhezonen für Strandbrüter

    Auf Borkum und Norderney schützen während der Brut- und Aufzuchtzeit temporäre Mobilzäune die Nistplätze von Sandregenpfeifer, Seeregenpfeifer und Zwergseeschwalbe. Die Zäune sind keine echten Barrieren, sondern lenken Strandbesucher an den Brutplätzen vorbei, ohne den Strand grundsätzlich zu sperren.

  • Jann-Berghaus-Brücke Leer

    Die Klappbrücke über die Ems in Leer verbindet als Teil der Bundesstraße 436 die Stadtteile Leerort und Bingum und zählt mit rund 56 Metern Durchfahrtsbreite nach der Rotterdamer Erasmusbrücke zu den größten Klappbrücken Mitteleuropas. Schiffsverkehr muss sich vor der Durchfahrt per Funk auf Kanal 15 anmelden, für den Straßenverkehr bleibt die Brücke durchgehend geöffnet.

  • Wattwandern mit Gezeitenblick

    Geführte Wattwanderungen mit zertifizierten Nationalpark-Wattführern werden an mehreren Stellen der Küste angeboten, empfohlen werden feste Sportstrümpfe statt Gummistiefel und wetterfeste Kleidung. Das Watt wird von Ebbe und Flut geprägt, die einander etwa alle sechs Stunden abwechseln, weshalb Touren abseits geführter Angebote gut mit dem Gezeitenkalender geplant sein sollten.

  • Osterfeuer organisiert entzünden

    Die Osterfeuer in den ostfriesischen Dörfern werden von Freiwilligen Feuerwehren, Sportvereinen und Dorfgemeinschaften vorbereitet und in der Nacht vor Ostersonntag entzündet. Das Sammeln von Strauch- und Heckenschnitt für die Haufen beginnt bereits im Winter.

Geschützte Landschaften

Nationalpark
Niedersächsisches WattenmeerRuhezone I/12

Namen und Grenzen: © OpenStreetMap-Mitwirkende.

Über diese Region

Ostfriesland liegt im Nordwesten Niedersachsens zwischen Ems und Jade, mit sechs Inseln und dem Nationalpark Wattenmeer vor der Küste. Fehngebiete mit geraden Kanälen und beweidete Deiche prägen das flache Land, mit Campingplätzen auf den Inseln und Stellplätzen im Binnenland.

Die Saison beginnt zu Ostern und ist im Juli und August am vollsten, mit Wattwandern und Strandleben. Ruhiger wird es im Frühling und Herbst, wenn Wildgänse und Watvögel die Region prägen.

Häufige Fragen