
Camping im Odenwald
Der Odenwald ist ein rund 2.500 Quadratkilometer großes Mittelgebirge über Hessen, Baden-Württemberg und Bayern. Zwei Landschaften liegen hier auf engem Raum nebeneinander. An der Bergstraße bricht das Gebirge auf 65 Kilometern zwischen Darmstadt und Wiesloch zur Rheinebene ab, und die Mandelblüte setzt dort schon Anfang März ein. Dahinter beginnt der waldreiche Sandstein-Odenwald, der am Katzenbuckel 626,8 Meter erreicht. Erdgeschichte gibt es hier dicht an dicht. Ein UNESCO Global Geopark und der Naturpark Neckartal-Odenwald liegen nebeneinander, das Felsenmeer bei Lautertal ist seit 2006 Nationales Geotop, und der Katzenbuckel selbst ist der erodierte Schlot eines erloschenen Vulkans. Dazu kommt das Rotwildgebiet Odenwald, eines von nur fünf gesetzlich festgelegten Rotwildgebieten Baden-Württembergs und das einzige, das über alle drei Bundesländer reicht.
Das Jahr in dieser Region
September: Hirschbrunft im Rotwildgebiet Odenwald
Anfang September beginnt die Brunft des Rotwilds und dauert fünf bis sechs Wochen; die Hirsche röhren und sind in der Dämmerung weithin zu hören. Das Rotwildgebiet Odenwald umfasst rund 46.600 Hektar und reicht mit 24.000 Hektar in Hessen, 17.000 in Baden-Württemberg und 5.600 in Bayern über alle drei Bundesländer. Sein Kern besteht aus großen zusammenhängenden Waldgebieten.
Mitte des Monats geht die Sonne um 6:59 auf und um 19:39 unter. Dazwischen liegen 12 Stunden und 40 Minuten Tageslicht.
Wasser und Luft: Open-Meteo, gemessene Mittelwerte. Andrang: Anteil der Schulferien 2027 über alle sechzehn Bundesländer. Naturdaten: Deutscher Wetterdienst, phänologische Beobachtungen 2014 bis 2026 an 105 Stationen der Region, typischer Tag.
Touren in dieser Region
Ausgeschilderte Touren, die sich an einem Tag von einem Platz aus machen lassen, dazu je Art eine Mehrtagestour.
- Wandern
Nibelungensteig
Von Zwingenberg an der Bergstraße bis Freudenberg am Main. Gleich zu Beginn liegt das Felsenmeer bei Lautertal-Reichenbach am Weg, ein zwei Kilometer langes Blockfeld aus dunkelgrauem Quarzdiorit, später folgt das Ebersberger Felsenmeer aus Sandstein. Meist geht es auf schmalen Pfaden durch tiefe Wälder und über aussichtsreiche Höhen. Über den Krehberg, mit 576 Metern den höchsten Punkt, und am Marbach-Stausee vorbei führt der Weg zu den Fachwerkstädten Amorbach und Miltenberg.
126,3 kmMehrtagestour
- Wandern
Alemannenweg
Eine große Schleife durch den Odenwald, die in Erbach beginnt und in Michelstadt endet, beides Städte mit mittelalterlichem Kern. Unterwegs stehen Burg Frankenstein, die Veste Otzberg und das Auerbacher Schloss über der Bergstraße. Am Felsenmeer im Lautertal sind die Spuren römischer Steinbrecher bis heute im Hang zu sehen, dazwischen liegen Streuobstwiesen und Laubwald. Höher als 599 Meter steigt der Weg nicht.
148 kmMehrtagestour
- Wandern
Neckarsteig
Am Heidelberger Schloss geht es los, hinauf auf den Königstuhl und danach meist oben auf den Hängen über dem Neckar. Unten liegen die Flussschleifen, und immer wieder taucht eine Burg auf, die Bergfeste Dilsberg, Burg Hirschhorn oder Burg Guttenberg. Bei Neckargerach führt der Weg in die Margarethenschlucht. Markiert ist er mit einem blauen N.
126,3 kmMehrtagestour
- Wandern
Burgensteig Bergstraße
Immer an der Kante zwischen Odenwald und Rheinebene, von Darmstadt-Eberstadt nach Süden bis zum Heidelberger Schloss. Im Norden führt der Weg durch Wald, an Burg Frankenstein und am Alsbacher Schloss vorbei und auf halber Höhe um den Melibokus herum. Weiter südlich liegen die Weinberge der Bergstraße, dazu Weinheim und Schriesheim. Nach Westen fällt der Blick weit in die Ebene. Markiert ist alles mit einer blauen Burg.
115,7 kmMehrtagestour
- Wandern
Blütenweg
Auf halber Höhe an der Bergstraße entlang, von Darmstadt-Eberstadt bis in die Fußgängerzone von Wiesloch, meist durch Weinberge und Wiesen. Fünfundzwanzig Ortschaften liegen an der Strecke, darunter Bensheim, Heppenheim, Weinheim und Schriesheim, Ortsdurchgänge gehören also dazu. Gestiegen wird deutlich weniger als oben auf dem Burgensteig. Ein gelbes B weist den Weg.
97,1 kmMehrtagestour
- Radfahren
3-Länder-Radweg
Drei Flüsse und drei Bundesländer: die Runde folgt der Mümling nach Süden, dem Neckar zwischen Hirschhorn und Mosbach und dem Main von Miltenberg bis Wörth. Gefahren wird überwiegend auf Asphalt, dazwischen liegen wassergebundene Decken und Waldwege. Zwischen den Flusstälern geht es über die Odenwaldhöhen, gut 1900 Höhenmeter im Ganzen. Fachwerk gibt es in fast jedem Ort.
214,8 km1830 HöhenmeterMehrtagestour
- Radfahren
Odenwald-Madonnen-Weg
Den Namen geben die Madonnenfiguren, Bildstöcke und Feldkreuze, die im Bauland und im Madonnenländchen an fast jeder Wegkreuzung stehen. Zwischen Tauberbischofsheim, Walldürn und Buchen geht es über die Odenwaldhöhen, mit ständigem Auf und Ab, ab Mudau dann sanft bergab auf der Trasse der alten Schmalspurbahn nach Mosbach. Ab dem Neckar bei Eberbach und Hirschhorn wird es flach, erst im Flusstal, dann in der Rheinebene bis Speyer. Der Belag ist meist Asphalt.
180,2 km580 HöhenmeterMehrtagestour
- Mountainbike
Naturpark Neckartal-Odenwald
Abschnitt Gravel Crossing
Quer durch den Naturpark, von Weinheim über Wilhelmsfeld, den Königstuhl und Eberbach bis nach Walldürn. Der Untergrund ist meist Schotter und befestigter Waldweg, dazu kurze schmale Pfade und wenig Asphalt. Zwischen den Waldstücken öffnen sich Kuppen mit Blick über das Neckartal, und an den Hängen stehen Streuobstwiesen. Die Strecke folgt beschilderten Rad- und Wanderwegen. Den GPX-Track gibt es beim Naturpark.
144,5 kmMehrtagestour
Touren: © OpenStreetMap-Mitwirkende, ODbL. Längen aus dem kartierten Verlauf berechnet, Stand 12. September 2026.
Tiere, die man hier trifft
April bis OktoberFeuersalamander
In den Quellbächen und engen Bachtälern des Buntsandstein-Odenwalds hält sich der Feuersalamander an feuchten, kühlen Stellen auf. An der schwarz glänzenden Haut mit leuchtend gelben Flecken oder Streifen ist er leicht zu erkennen. Nach Regen verlässt er sein Versteck unter Totholz und Steinen und wandert an den Bachrändern auf Nahrungssuche.
Mai bis JuliHirschkäfer
In alten Eichenbeständen und auf Streuobstwiesen des Naturparks Neckartal-Odenwald, vor allem in den wärmeren, tieferen Lagen, lebt der Hirschkäfer. Die Männchen tragen ein geweihartig verzweigtes, braunrotes Oberkieferpaar, an dem sie sofort zu erkennen sind. In der Abenddämmerung des Juni fliegen sie zu Eichen mit Saftfluss, wo sie sich paaren.
Mai bis SeptemberÄskulapnatter
An den sonnigen Hängen des Neckartals im südlichen Odenwald lebt die Äskulapnatter, eines von wenigen deutschen Reliktvorkommen der Art. Die schlanke, olivbraune bis graubraune Schlange ohne auffällige Zeichnung ist tagaktiv und sonnt sich gern auf warmen Steinen. Im Hochsommer verlegt sie ihre Aktivität in die kühleren Morgen- und Abendstunden.
September bis OktoberRothirsch
In den großen zusammenhängenden Wäldern des Rotwildgebiets Odenwald, das sich über rund 46.600 Hektar durch Hessen, Baden-Württemberg und Bayern zieht, lebt der Rothirsch. Die Hirsche tragen jetzt ihr volles, oft zwölfendiges Geweih und ein rötlich-braunes Sommerfell. Ab Anfang September röhren sie fünf bis sechs Wochen lang in der Dämmerung, wenn die Brunft beginnt.
Bilder: Freepik
Anreise
- 1 Std. 15 Min.Frankfurt am Main
- 1 Std. 30 Min.Mannheim
- 3 Std. 15 Min.Köln
- 4 Std. 15 Min.München
- 6 Std. 00 Min.Hamburg
- 6 Std. 30 Min.Berlin
Gut zu wissen
Übernachten in der Natur nur in den Trekkingcamps
Zelten und Übernachten im Wald sind im Naturpark nicht vorgesehen; die Ausnahme sind vier Trekkingcamps: Waldschlössel bei Wagenschwend, Bachgeflüster bei Walldürn, Sonnenberg in Elztal und Zapfenglück bei Buchen. Je Camp stehen drei Zelte für höchstens drei Personen, der Platz kostet 15 Euro je Zelt und Nacht und wird ausschließlich online gebucht, die Buchung öffnet jedes Jahr am 1. März. Die Saison läuft von Mai bis Ende Oktober, Anfahrt mit dem Auto und Parken am Camp sind nicht gestattet.
Grillen an ausgewiesenen Plätzen
Offenes Feuer gehört nicht in den Wald, gegrillt wird an dafür eingerichteten Stellen. Der Geo-Naturpark Bergstraße-Odenwald führt dafür über 40 Grillhütten und Grillplätze in seinem Verzeichnis, von der Grillhütte an der Weschnitzquelle in Grasellenbach über die Grillhütte Liederbachquelle in Beerfelden bis zum Grillplatz im Steinbruch in Lindenfels. In einzelnen Trekkingcamps gibt es feste Feuerstellen.
Hunde an der Leine
Der Naturpark Neckartal-Odenwald bittet in seinen Besucherregeln ausdrücklich darum, Hunde anzuleinen, um Wildtiere zu schützen. Dazu gehört, auf markierten Wegen zu bleiben und Absperrungen zu beachten. Weil die Tiere in der Dämmerung äsen, wird gerade zu diesen Stunden um Ruhe gebeten; die Initiative Bewusst Wild richtet sich dazu an Wandernde und Mountainbikende.
Vogelschutzinsel im Marbach-Stausee
Der Marbach-Stausee bei Mossautal ist in drei Zonen geteilt: Badebereich mit Liegewiese am Südufer, Segel- und Surfbereich im Osten hinter dem Damm und eine Vogelschutzinsel, die nicht betreten werden darf. Segel- und Surfboote sind auf 3,5 Quadratmeter Segelfläche begrenzt. Der See ist jederzeit frei zugänglich und liegt rund sieben Kilometer südlich von Erbach an der B460.
Markiert vom Odenwaldklub
Die großen Fernwege der Region werden vom Odenwaldklub markiert und unterhalten, jeder mit eigenem Zeichen: weinrotes N für den Nibelungensteig, rotes A für den Alemannenweg, blauer Burgturm auf weißem Grund für den Burgensteig Bergstraße und blaues Wellen-N für den Neckarsteig. Wer die Zeichen kennt, findet ohne Karte durch. Dieselben Angaben stehen in den OpenStreetMap-Daten der Wege.
Wasser für unterwegs selbst mitbringen
In den Trekkingcamps gibt es überwiegend kein Trinkwasser; der Vorrat wird mitgeführt oder in den Ortschaften aufgefüllt. Toiletten oder Komposttoiletten sind an allen vier Camps vorhanden, einzelne haben zusätzlich einen Wetterschutz. Müll einschließlich Hygieneabfall wird vollständig wieder mitgenommen, Abfallbehälter gibt es vor Ort nicht.
Geschützte Landschaften
Namen und Grenzen: © OpenStreetMap-Mitwirkende.
Über diese Region
Der Odenwald ist ein rund 2.500 Quadratkilometer großes Mittelgebirge zwischen Hessen, Baden-Württemberg und Bayern. Im Westen fällt er als milde Bergstraße mit Weinbergen zur Rheinebene ab, im Osten steigt er als waldreicher Sandstein-Odenwald bis zum Katzenbuckel an. Campingplätze und Stellplätze findest du zwischen Weinbergen und Waldrändern.
Am vollsten ist es im Frühjahr zur Mandelblüte an der Bergstraße und im Herbst zur Hirschbrunft im höheren Odenwald. Wann ein Platz geöffnet hat, steht im Kalender des Angebots.