
Ferienhäuser an der Nordsee
Der Wind kommt hier überwiegend aus West. Die alten Häuser der Inseln und Marschen antworten darauf mit einer Ost-West-Achse und einer Haustür auf der windabgewandten Südseite, und wer ein ganzes Haus bewohnt, bekommt beide Seiten davon: die dem Wetter zugewandte und die, auf der sich abends sitzen lässt. Ferienhäuser stehen meist am Ortsrand hinter der Deichlinie, in den Seebädern und Sielhafenorten des Festlands oder in den Dörfern der Inseln. Was in der Pfanne landet, kommt oft aus einem der Kutterhäfen der Küste.
Das Jahr in dieser Region
September: Dithmarschen schneidet den Kohl an
In der dritten vollen Septemberwoche beginnen die Dithmarscher Kohltage, seit 1986 jedes Jahr. Eröffnet wird mit dem Kohlanschnitt auf einem Hof, der jedes Mal wechselt. Zwischen Meldorf und Wesselburen liegt Europas größtes zusammenhängendes Kohlanbaugebiet, über 3.000 Hektar und rund 90 Millionen Köpfe im Jahr. Zwei Kohlregentinnen vertreten die Region.
Mitte des Monats geht die Sonne um 6:57 auf und um 19:43 unter. Dazwischen liegen 12 Stunden und 46 Minuten Tageslicht.
Wasser und Luft: Open-Meteo, gemessene Mittelwerte. Andrang: Anteil der Schulferien 2027 über alle sechzehn Bundesländer. Naturdaten: Deutscher Wetterdienst, phänologische Beobachtungen 2014 bis 2026 an 225 Stationen der Region, typischer Tag.
Touren in dieser Region
Ausgeschilderte Touren, die sich an einem Tag von einem Platz aus machen lassen, dazu je Art eine Mehrtagestour.
- Wandern
Störtebekerweg
Ein Weg durch das friesische Flachland, von Leer über die ostfriesische Küste nach Wilhelmshaven, benannt nach dem Seeräuber, der hier sein Versteck gehabt haben soll. Er führt über Deiche, durch Marschland und an Windmühlen vorbei, immer mit weitem Horizont. Wind hat man fast immer, und er bestimmt, in welche Richtung man geht.
187,8 kmMehrtagestour
- Wandern
Watteninsel Wanderweg Borkum 01
Die erste von zwei Borkum-Etappen des Waddenwandelen-Wegs, knapp 15 Kilometer vom Ort an der Nordseite entlang bis ins Ostland: erst die Strandpromenade mit Brandung, dann die Kobbedünen im Windschatten mit ihren feuchten Dünentälern. Im Ortskern sind Autos gesperrt, vom Anleger fährt die Inselbahn. Bei Ebbe reicht der Blick über den Sand bis zum Horizont.
14,8 km
- Radfahren
Nordseeküstenroute
Die deutsche Teilstrecke der europäischen Nordseeroute, über weite Strecken auf den Wegen am Deich, zwischendurch auch durchs Binnenland. Auf der einen Seite das Watt, auf der anderen die Marsch mit Schafen, die den Deich kurz halten. Wind gehört dazu, und wer von der Ems Richtung Elbe fährt, hat ihn meistens im Rücken.
963,8 kmMehrtagestour
- Radfahren
Friesenroute Rad up Pad
Eine Runde durch Ostfriesland, die den Küstendeich bei Norddeich mit den kleinen Wegen im Binnenland verbindet. Sie führt an Mooren, Fehnkanälen und Dörfern mit Gulfhöfen vorbei, und sie ist so flach, dass man kaum schaltet. Die 290 Kilometer sind in sechs Etappen eingeteilt, gut für eine knappe Woche.
272,9 kmMehrtagestour
- Radfahren
Internationale Dollard Route
Eine Runde um den Dollart, die Bucht zwischen Deutschland und den Niederlanden, mit Grenzübertritt auf beiden Seiten. Man fährt über Deiche und durch Polder, an Schöpfwerken und Windmühlen vorbei. An der Mündung der Ems rasten im Herbst Tausende Gänse.
300 kmMehrtagestour
Touren: © OpenStreetMap-Mitwirkende, ODbL. Längen aus dem kartierten Verlauf berechnet, Stand 12. September 2026.
Tiere, die man hier trifft
ganzjährigSeehund
Im Wattenmeer werden rund 24.000 Seehunde gezählt, der geschätzte Gesamtbestand liegt bei etwa 35.000 Tieren. Bei Niedrigwasser liegen sie auf den Sandbänken, und von vielen Häfen an Küste und Inseln fahren Boote hinaus, die in Abstand an den Sandbänken vorbeiziehen.
Juli bis AugustBrandgans
Rostbraunes Band, schwarzer Kopf, roter Schnabel: die auffälligste Ente des Wattenmeers. Im Hochsommer kommen Hunderttausende hierher, um zu mausern, und stehen dann in dichten Verbänden auf den Sänden.
Oktober bis MaiNonnengans
Den Winter über weiden die Nonnengänse meist auf dem Grünland im Binnenland, im Frühjahr wechseln sie auf die Salzwiesen und fressen sich satt für den Flug in die Arktis. Im Wattenmeer stehen sie dann zu Zehntausenden beieinander, an der Ostsee in kleineren Trupps, und wenn ein Schwarm aufsteigt, hört man ihn eher als man ihn sieht.
ganzjährigAusternfischer
Schwarzweiß mit knallrotem Schnabel, und laut genug, dass man ihn hört, bevor man ihn sieht. Im Frühjahr brütet er auf dem offenen Boden hinter dem Deich, den Rest des Jahres stehen Tausende von ihnen auf den Sandbänken und Wattflächen.
Bilder: Freepik
Worauf man beim Buchen achtet
- Steht es allein oder in einer Siedlung?
- Ferienhaus heißt nicht automatisch einsam. In einem Ferienpark stehen die Häuser dicht beieinander und man hört die Nachbarn im Garten, am Waldrand kann das nächste Dach hundert Meter weit weg sein. Die Karte im Inserat verrät das schneller als der Text.
- Was kommt zur Miete dazu?
- Endreinigung, Bettwäsche und der Gästebeitrag der Gemeinde werden häufig getrennt berechnet. Manche Gastgeber rechnen außerdem Strom und Wasser nach Zähler ab. Das steht in den Bedingungen, nicht in der Überschrift.
- Ist alles auf einer Ebene?
- Viele Ferienhäuser verteilen sich über zwei Geschosse, und die Schlafräume liegen oben unter der Dachschräge. Wer schlecht Treppen steigt, sieht auf den Grundriss.
- Gibt es einen festen Wechseltag?
- Bei Ferienhäusern ist die Woche von Samstag zu Samstag verbreitet, und in der Hauptsaison lassen sich viele Gastgeber davon nicht abbringen. Außerhalb der Saison geht meist mehr. Wer mitten in der Woche anreisen will, klärt das vor der Suche.
- Ist das Grundstück eingezäunt?
- Ein Zaun versteht sich nicht von selbst. Mit Hund oder kleinen Kindern ist er die wichtigste Frage am Haus, und ob die Terrasse von der Straße einsehbar ist, zeigen erst die Fotos.
- Wie kommt man hinein?
- Persönliche Übergabe durch den Gastgeber oder Schlüsselkasten am Haus. Nach langer Fahrt und später Ankunft ist das der Unterschied zwischen ankommen und warten.
Für wen es passt
Gemacht für
Familien und Gruppen, die abends nicht leise sein müssen. Wer eine oder zwei Wochen am selben Ort bleibt, kocht selbst und richtet den Tag nicht nach Frühstückszeiten. Auch mit Hund ist es die einfachste Wahl.
Eher nichts für
Für eine einzelne Nacht lohnt es selten, viele Gastgeber vermieten erst ab mehreren Nächten. Wer Service will, also gemachte Betten und jemanden an der Rezeption, ist im Hotel besser aufgehoben. Und ohne Auto liegen viele Häuser unbequem.
Woher es kommt
Das gemietete Ferienhaus kommt aus dem Norden. In Dänemark stellten wohlhabende Bürger schon im 19. Jahrhundert die ersten Sommerhäuser in die Dünen, zuerst bei Søndervig an der Westküste, später in Nordseeland. Nach dem Krieg wurde daraus ein Massenphänomen: 1945 zählte das Land gut viertausend solcher Häuser, zwanzig Jahre später über hunderttausend. In den fünfziger Jahren entstand dort die erste Vermittlung, die solche Häuser wochenweise an Gäste vergab. Heute stehen in Dänemark rund 220.000 Sommerhäuser, und deutsche Gäste stellen in den vermieteten davon den größten Teil der Übernachtungen.
Gut zu wissen
Hunde häufiger erlaubt
Ein eigenes Grundstück macht das Mitbringen leichter als eine Wohnung im Mehrparteienhaus. Selbstverständlich ist es trotzdem nicht, und manche Gastgeber begrenzen Zahl oder Größe.
Parken am Haus
Zum Ferienhaus gehört meist ein Stellplatz auf dem Grundstück. Mit Wohnmobil oder Anhänger vorher fragen, ob die Zufahrt breit genug ist.
Kamin ist kein Versprechen
Ein Ofen im Wohnraum heißt nicht, dass er das ganze Jahr brennen darf. Ob Holz bereitliegt oder selbst besorgt wird, sagt der Gastgeber.
Dunkler Himmel
Von DarkSky International anerkannte Orte.
Spiekeroog
Auf der autofreien Insel gibt es keine Scheinwerfer und wenig Straßenlicht. Wer abends über den Deich in die Dünen geht, hat das Meer auf der einen und den Sternenhimmel auf der anderen Seite.
Pellworm
Die Marschinsel ist flach wie ein Tisch, deshalb reicht der Blick rundherum bis zum Horizont. Sternbilder, die anderswo hinter Hügeln oder Häusern bleiben, stehen hier frei.
Anreise
- 1 Std. 45 Min.Hamburg
- 4 Std. 30 Min.Berlin
- 5 Std. 05 Min.Köln
- 5 Std. 30 Min.Leipzig
- 6 Std. 05 Min.Frankfurt am Main
- 8 Std. 30 Min.München
Gut zu wissen
Die Biike am 21. Februar
Das größte Feuer des Jahres brennt im Winter. Am 21. Februar entzünden Sylt, Föhr, Amrum, die Halligen und viele Orte auf dem Festland über sechzig Biiken. Der Brauch steht seit 2014 im Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes.
Das Watt ist kein Strand
Eine Wattwanderung beginnt etwa zwei Stunden vor Niedrigwasser und niemals bei auflaufendem Wasser. Priele füllen sich schneller, als man zurückgeht. Weiter hinaus als bis in Sichtweite des Deichs sollte niemand ohne Wattführer.
Brutzeit von April bis Juli
In dieser Zeit sind viele Salzwiesen und Inselbereiche gesperrt, in den Brutgebieten gilt das Wegegebot bis zum 31. Juli, in den Kernzonen ganzjährig. Die unbewohnten Inseln sind nur mit Führung zu erreichen, die Grenzen sind ausgeschildert und werden kontrolliert.
Hunde am Strand
Jede Gemeinde regelt ihre Strände selbst, dazu kommt der Vogelschutz im Nationalpark. Ausgewiesene Hundestrände gibt es fast überall, dazwischen gilt meist Leinenpflicht. In den Schutzzonen des Wattenmeers ganzjährig.
Nach Sylt mit dem Autozug oder der Fähre
Die Insel hat keine Straßenverbindung. Autos und Wohnmobile fahren ab Niebüll über den Hindenburgdamm auf dem Zug mit, sofern sie in das Ladeprofil passen. Der zweite Weg ist die Fähre von Havneby auf Rømø nach List, rund 40 Minuten. An Wochenenden und in der Hauptsaison sind Wartezeiten die Regel.
Autofreie Inseln
Die ostfriesischen Inseln sind bis auf Borkum und Norderney autofrei, und auch dort ist die Einfahrt beschränkt. Das Wohnmobil bleibt am Festland auf einem bewachten Parkplatz, die Fähre nimmt Personen und Gepäck. Nach Föhr und Amrum kommt man dagegen mit dem Fahrzeug.
Geschützte Landschaften
- Nationalpark
- Hamburgisches WattenmeerNiedersächsisches WattenmeerSchleswig-Holsteinisches WattenmeerRuhezone I/12Ruhezone I/51
Namen und Grenzen: © OpenStreetMap-Mitwirkende.