
Camping im Münsterland
Das Münsterland ist eine weite Parklandschaft, überwiegend eben bis flachwellig, im Mittel rund 100 Meter hoch. Mittelgebirge und Bergbaulandschaft fehlen. Für beides muss man in andere Teile Nordrhein-Westfalens fahren. Feldgehölze, Wallhecken und Ufergehölze gliedern die Wiesen, Weiden und Äcker kleinräumig, und dazwischen stehen über hundert Wasserschlösser, Burgen und Gräftenhöfe. Ausgedehnte Feuchtwiesen und Moorgebiete ziehen sich durch die Fläche, in denen Kiebitz, Großer Brachvogel und Steinkauz ihre landesweiten Verbreitungsschwerpunkte haben und im Zwillbrocker Venn die nördlichste Flamingo-Brutkolonie der Welt sitzt.
Das Jahr in dieser Region
September: Apfelernte auf den Streuobstwiesen der Baumberge
Am 20. September 2026 richtet das Naturschutzzentrum Kreis Coesfeld auf dem Alten Hof Schoppmann in Nottuln-Darup das 14. Baumberger Apfelfest mit Naturparktag aus, von 11 bis 17 Uhr. Besitzer von Streuobstwiesen bringen mehrere Tonnen Äpfel zur großen mobilen Saftpresse, mitgebrachte Früchte werden auf die Sorte bestimmt. Streuobstgärten sind im Münsterland zugleich bevorzugtes Jagdgebiet des Steinkauzes.
Mitte des Monats geht die Sonne um 7:04 auf und um 19:47 unter. Dazwischen liegen 12 Stunden und 43 Minuten Tageslicht.
Was die Natur in diesem Monat macht
- Äpfel: Erntebeginn um den 30. September (meist zwischen 19. September und 8. Oktober)
Wasser und Luft: Open-Meteo, gemessene Mittelwerte. Andrang: Anteil der Schulferien 2027 über alle sechzehn Bundesländer. Naturdaten: Deutscher Wetterdienst, phänologische Beobachtungen 2014 bis 2026 an 216 Stationen der Region, typischer Tag.
Touren in dieser Region
Ausgeschilderte Touren, die sich an einem Tag von einem Platz aus machen lassen, dazu je Art eine Mehrtagestour.
- Radfahren
100 Schlösser Route
Vier ineinandergreifende Rundkurse führen an rund hundert Wasserburgen und Herrensitzen vorbei, von Burg Hülshoff bei Havixbeck bis Schloss Nordkirchen. Dazwischen liegen Wiesen, Weiden und Wallhecken, und die Strecke bleibt fast immer abseits der Autostraßen. Flach ist es fast überall. Nur in den Baumbergen und im Tecklenburger Land wird gestiegen.
962,3 kmMehrtagestour
- Radfahren
Flamingoroute
Namensgeber ist das Zwillbrocker Venn, wo die nördlichste Flamingokolonie der Welt zwischen tausenden Lachmöwen auf einer Insel im flachen See brütet. Drumherum geht es über das Knotenpunktnetz beider Länder durch Moore, Heiden und Feuchtwiesen des Westmünsterlands, des Achterhoek und Twentes. Unterwegs liegen Schloss Ahaus und Schloss Gemen. Die Grenze merkt man kaum.
483,6 kmMehrtagestour
- Radfahren
EmsRadweg
Die Ems begleitet die Strecke von den Quellen in der Moosheide bei Hövelhof bis nach Emden, mal als schmaler Wiesenbach, mal als breites Tidewasser. Gefahren wird überwiegend auf Asphalt, auf ruhigen Nebenstraßen und eigenen Radwegen. Südlich von Greven kreuzt der Dortmund-Ems-Kanal den Fluss auf einer alten Kanalbrücke. Ab Papenburg zieht die Tide mit.
380,3 kmMehrtagestour
- Radfahren
Hohe Mark RadRoute
Kiefernwald, Heide und Bruchland wechseln sich ab, dazwischen liegen Wasserschlösser wie das in Raesfeld. Ein Abschnitt führt schnurgerade am Wesel-Datteln-Kanal entlang, dem nach dem Rhein meistbefahrenen Kanal Deutschlands. Weiter östlich wird es krumm und schattig, zwischen Halterner Stausee und Hervester Bruch. Wasser ist fast immer in der Nähe.
281,3 kmMehrtagestour
- Radfahren
Werse Radweg Hauptroute
Der Radweg beginnt an der Ems in Rheda-Wiedenbrück und erreicht die Werse erst in Beckum, wo der Fluss aus den Beckumer Bergen kommt. Bis dahin geht es über lehmige Äcker und an Höfen vorbei, danach folgt die Strecke dem Fluss über Ahlen und Drensteinfurt. Flussabwärts wird das Land weicher, mit Auen, Sandbänken und alten Flussarmen bis zur Mündung in die Ems bei Münster-Gelmer. Fünf Aussichtstürme stehen am Weg.
107,1 km
- Wandern
Hohe Mark Steig
Abschnitt Wesel - Olfen
Von Wesel bis Olfen, quer durch den Naturpark. Das schönste Stück liegt in der Westruper Heide, wo der Weg in feinem Dünensand zwischen Wacholderbüschen und weidenden Heidschnucken verläuft, und auch die Holtwicker Heide wird auf Sandpfaden durchquert. Sonst geht es durch Kiefern und Birken, an Bruchwiesen und am Halterner Stausee entlang. Der höchste Punkt ist der Stimberg in der Haard mit 157 Metern.
134,8 kmMehrtagestour
- Wandern
Raute Baumberge
In den Baumbergen zwischen Billerbeck und Nottuln, dem höchsten Höhenzug im flachen Münsterland, der knapp hundert Meter über das Umland aufragt. Der Stein darunter ist Baumberger Kalksandstein, grau im Bruch und gelbbraun, wenn er verwittert, und aus ihm sind die Figuren am Münsteraner und am Kölner Dom gehauen. Von den Höhen öffnet sich der Blick weit über Felder und Wallhecken. Gebrochen wird der Stein bis heute.
21 kmRundtour
- Kanu
Wasserwanderweg Werse
Die Werse fließt so langsam, dass man in beide Richtungen paddeln kann und abends wieder dort ankommt, wo das Boot zu Wasser ging. Die Ufer sind niedrig und grün, dazwischen alte Mühlen, Wochenendhäuschen und schattige Waldstücke. Zwischen Pleistermühle und Sudmühle liegt die bekannteste Strecke. Wehre regeln den Wasserstand.
24 km
Touren: © OpenStreetMap-Mitwirkende, ODbL. Längen aus dem kartierten Verlauf berechnet, Stand 12. September 2026.
Tiere, die man hier trifft
Februar bis AugustChileflamingo
Im Zwillbrocker Venn bei Vreden lebt die nördlichste Flamingokolonie der Welt, meist sind 50 bis 60 Tiere zu sehen. Der Chileflamingo ist blassrosa gefärbt und trägt graue Beine mit rötlichen Gelenken, der helle Schnabel endet in einer schwarzen Spitze. Von Februar bis August hält sich die Gruppe am Venn auf und brütet auf der Insel im Lachmöwensee, wo ab Mitte Mai die ersten Küken schlüpfen.
Februar bis MärzSteinkauz
Der Steinkauz lebt in der offenen Parklandschaft des Münsterlands, vor allem dort, wo alte Kopfweiden und Streuobstgärten an kurzrasige Viehweiden mit Ställen grenzen. Man erkennt ihn an der gedrungenen Gestalt ohne Federohren und den hellen Punkten im braunen Gefieder. Im Februar und März liegt seine Hauptbalz, dann ruft er auch tagsüber von Zaunpfählen und Ästen aus sein Revier.
März bis JuniGroßer Brachvogel
Der Große Brachvogel brütet in den Feuchtwiesen des Westmünsterlandes, etwa in den Amtsvennwiesen bei Vreden und in den Vogelschutzgebieten Moore des Münsterlandes und Düsterdieker Niederung. Sein langer, nach unten gebogener Schnabel und der trillernde Flugruf machen ihn unverwechselbar, wenn er ab Ende März in wellenförmigen Flügen über den Wiesen sein Revier markiert. Bis Juni sind die letzten Jungvögel flügge.
- März bis Oktober
Dülmener Wildpferd
Im Naturschutzgebiet Merfelder Bruch bei Dülmen lebt mit rund 400 Tieren die letzte durchgängig naturselektierte Wildpferdeherde des europäischen Festlands, weitgehend ohne menschliche Eingriffe in einem eingezäunten Areal. Die kräftigen Ponys mit dichter Mähne und meist mausgrauem bis braunem Fell bilden feste Familienverbände. Von März bis zum 1. November ist das Gelände samstags, sonntags und an Feiertagen zugänglich, am letzten Samstag im Mai werden beim Wildpferdefang die einjährigen Hengste aus der Herde geholt.
Bilder: Freepik
Anreise
- 0 Std. 15 Min.Münster
- 1 Std. 45 Min.Köln
- 2 Std. 45 Min.Hamburg
- 3 Std. 00 Min.Frankfurt am Main
- 4 Std. 45 Min.Berlin
- 6 Std. 30 Min.München
Gut zu wissen
Leine, sobald der Weg verlassen wird
In Nordrhein-Westfalen gibt es auf Waldwegen keine generelle Leinenpflicht, solange der Hund abrufbar bleibt und in Sichtweite auf dem Weg läuft. Wird der Weg verlassen, muss er an die Leine. In Naturschutzgebieten gilt beides zusammen: Mensch und Hund dürfen die Wege nicht verlassen, und Hunde gehören an die Leine. In der Wildpferdebahn Merfelder Bruch dürfen angeleinte Hunde mitgeführt werden, am Tag des Wildpferdefangs nicht.
Beobachtet wird von Kanzeln und Hütten
Die wertvollen Vogelgebiete sind so angelegt, dass man sie von festen Punkten aus einsieht. Am Rundwanderweg des Zwillbrocker Venns liegen zwei Aussichtskanzeln und ein Aussichtsturm, die Kanzel an der Remise blickt aus rund 300 Metern auf die Flamingo-Insel. In den Rieselfeldern Münster ist das 233 Hektar große Reservat nördlich der Coermühle für Besucher weitgehend gesperrt, Einblick geben die Beobachtungshütten H5 bis H10; im südlich anschließenden Naturerlebnisgebiet führen 22 Info-Pfosten durch das Gelände.
Befahrensregeln auf den Flüssen
Auf der Berkel sind im April und Mai einzelne Abschnitte aus naturschutzrechtlichen Gründen gesperrt, sie dürfen dann nicht befahren werden. Die Ems zwischen Warendorf und Rheine gilt als problemlos befahrbar und ist auch für Einsteiger geeignet, die Werse lässt sich bei normalen Verhältnissen sogar in beide Richtungen paddeln. Auf der Bocholter Aa ist am Stauwerk Krechting und an den Wehren im Stadtgebiet Bocholt Umtragen nötig.
Rauchen und Feuer im Wald
Im Wald gilt in Nordrhein-Westfalen vom 1. März bis zum 31. Oktober ein Rauchverbot, Feuer und Grillen sind dort ganzjährig untersagt. Der Naturpark Hohe Mark bittet ausdrücklich darum, keine brennenden Zigaretten wegzuwerfen und kein Lagerfeuer zu machen. Wer grillen möchte, nutzt Campingplätze und ausgewiesene Grillstellen der Orte.
Stellplätze und Übernachten
Wohnmobilstellplätze und Campingplätze gibt es in vielen Orten der Region, vom einfachen Stellplatz für eine Nacht bis zum vollausgestatteten Campingplatz. Außerhalb dieser Plätze kommt Übernachten nicht in Frage: Im Wald darf mit dem Rad nur auf festen Wegen gefahren werden, in Naturschutzgebieten dürfen die Wege überhaupt nicht verlassen werden. Angaben zu Kapazitäten und Preisen stehen direkt bei den Anbietern.
Wegweisung und Grenzübergänge
Die großen Radrouten sind durchgehend ausgeschildert und enden nicht an der Landesgrenze: die Flamingoroute verläuft auf 473 Kilometern zwischen Enschede und Borken, die Vechtetalroute von Darfeld bis ins niederländische Zwolle, die Berkelroute folgt dem Fluss über die Grenze. Die Hauptwanderwege des Westfälischen Heimatbundes durchziehen das gesamte Münsterland und tragen als Markierung das weiße Andreaskreuz. Entlang des EmsRadwegs liegen Bahnhöfe im Umkreis von fünf Kilometern zur Route.
Geschützte Landschaften
- Naturpark
- Hohe Mark - Westmünsterland
Namen und Grenzen: © OpenStreetMap-Mitwirkende.
Über diese Region
Das Münsterland liegt im Westen Nordrhein-Westfalens: eine ebene Parklandschaft aus Wiesen, Weiden und Wasserschlössern. Im Zwillbrocker Venn brütet die nördlichste Flamingokolonie der Welt. Stellplätze und Campingplätze reichen vom einfachen Platz bis zum vollausgestatteten Gelände.
Am meisten los ist zwischen April und August, wenn die Flamingos im Venn stehen, am ruhigsten ist es im Winter. Wann ein Platz geöffnet hat, steht im Kalender des Angebots.