Camping an der Mosel

Zwischen Trier und Koblenz schlägt die Mosel enge Schleifen. Ihr bekanntester Bogen bei Bremm trägt einen eigenen Namen, den Cochemer Krampen. Die Eisenbahn kürzte den Umweg mit einem 4,2 Kilometer langen Tunnel ab, der bei seiner Fertigstellung 1877 als längster Deutschlands galt. Direkt daneben steigt der Calmont mit rund 65 Grad Neigung auf 378 Meter und gilt als einer der steilsten Weinberge Europas. Wenige Dutzend Betriebe bewirtschaften ihn. Sie erziehen ihre Reben bis heute einzeln an Pfählen, eine an der Mosel als Moselpfahlerziehung bekannte Methode mit bis zu 10.000 Stöcken je Hektar. Das Tal folgt dabei einem Wechsel aus Schieferhängen und Flussweitungen, in dem schon zur Römerzeit Wein wuchs, wie das bei Neumagen geborgene Weinschiff im Landesmuseum Trier zeigt. Trier selbst war als Augusta Treverorum Hauptstadt der Provinz Gallia Belgica. Seit 1986 trägt die Stadt mit der Porta Nigra und fünf weiteren römischen Bauten den Titel Weltkulturerbe. Flussabwärts stieg Traben-Trarbach vor dem Ersten Weltkrieg zum zweitgrößten Weinhandelsplatz Europas nach Bordeaux auf, wovon das Jugendstil-Brückentor des Architekten Bruno Möhring bis heute erzählt.

Das Jahr in dieser Region

September: Die Weinlese beginnt

Mitte September folgen die Burgundersorten und der Riesling für Sekt und Kabinett; im außergewöhnlich frühen Jahrgang 2025 begann die flächendeckende Lese bereits am 8. September. Am ersten Septemberwochenende feiert Bernkastel-Kues traditionell das Weinfest der Mittelmosel mit Festumzug und Feuerwerk.

Mitte des Monats geht die Sonne um 7:07 auf und um 19:47 unter. Dazwischen liegen 12 Stunden und 40 Minuten Tageslicht.

Wasser und Luft: Open-Meteo, gemessene Mittelwerte. Andrang: Anteil der Schulferien 2027 über alle sechzehn Bundesländer. Naturdaten: Deutscher Wetterdienst, phänologische Beobachtungen 2014 bis 2026 an 179 Stationen der Region, typischer Tag.

Touren in dieser Region

Ausgeschilderte Touren, die sich an einem Tag von einem Platz aus machen lassen, dazu je Art eine Mehrtagestour.

  • Wandern

    Moselsteig

    Vierundzwanzig Etappen von Perl an der Obermosel bis zum Deutschen Eck in Koblenz, meist oben an der Hangkante mit Blick auf die Flussschleifen. Immer wieder steigt der Weg in die Steillagen und fällt zurück in die Weinorte, an Trier mit der Porta Nigra vorbei, am Bremmer Calmont und an der Reichsburg Cochem. Höchster Punkt ist der Mehringer Berg.

    366,4 kmMehrtagestour

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  • Radfahren

    Mosel-Radweg

    Fast durchgehend Asphalt, fast durchgehend am Wasser: Von Metz über Trier bis nach Koblenz bleibt der Weg auf Uferhöhe, während die Weinberge links und rechts steil aufsteigen. Steigungen gibt es kaum. Zwischen Zell und Koblenz stehen Burgen über den Schleifen, und in Traben-Trarbach reihen sich Jugendstilhäuser am Ufer.

    273,6 kmMehrtagestour

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  • Wandern

    Saar-Hunsrück-Steig

    Über siebzig Prozent der Strecke sind Naturwege, schmale Pfade durch den Hunsrückwald, oft an Bachläufen entlang. Von der Cloef sieht man auf die Saarschleife hinunter. Unterwegs liegen außerdem die Baybachklamm, der Erbeskopf mit 816 Metern und der keltische Ringwall von Otzenhausen.

    379,6 kmMehrtagestour

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  • Radfahren

    Maare-Mosel-Radweg

    Die alte Bahntrasse nimmt dem Gefälle die Schärfe. Von Daun bis Bernkastel-Kues geht es fast dreihundert Höhenmeter bergab, ohne dass es je steil wird, über Viadukte und durch lange Tunnel wie das Große Schlitzohr, in dem oben Fledermäuse hängen. Am Rand liegen die Maare der Vulkaneifel, wassergefüllte Krater zwischen Buchenwald.

    59,3 km

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  • Wandern

    Calmont-Klettersteig

    Zwischen Bremm und Ediger-Eller quert der Steig die steilste Weinbergslage Europas, bis zu 65 Grad Hangneigung. Leitern, Eisenstifte und Stahlseile führen über den nackten Schiefer, zweihundert bis dreihundert Meter über der Moselschleife. Ganz oben steht ein gallo-römischer Tempel.

    2,4 km

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  • Wandern

    Traumpfad Koberner Burgweg

    Der Anstieg beginnt am Pfarrhaus in Kobern. Ein schmaler Serpentinenpfad zieht den Hang hinauf, oben liegt ein Plateau mit Weinbergen, danach geht es hinunter ins Keverbachtal, wo Holzstege über den Bach führen und Sauerbrunnen aus dem Boden treten. Über allem stehen die Ruinen von Ober- und Niederburg und die Matthiaskapelle aus dem 13. Jahrhundert.

    17 km517 Höhenmeter

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Touren: © OpenStreetMap-Mitwirkende, ODbL. Längen aus dem kartierten Verlauf berechnet, Stand 12. September 2026.

Tiere, die man hier trifft

  • März bis August

    Zippammer

    In den Weinbergen bei Winningen singt die Zippammer von den warmen Steinmauern herab und verteidigt dort ihr Revier. Am grauen Kopf mit den schwarzen Streifen und der rostroten Brust ist sie von der verwandten Goldammer gut zu unterscheiden. Zwischen Winningen und Küsserath liegt eine der größten deutschen Populationen dieser Ammer, die die warmen Steillagen der Mosel besiedelt.

  • April bis September

    Smaragdeidechse

    An den Weinbergsmauern zwischen Cochem und Bremm kommt die Smaragdeidechse aus ihren Verstecken im Gemäuer hervor, sobald sich die Steine in der Sonne aufheizen. Das kräftige Grün des Körpers ist kaum zu übersehen, die Männchen zeigen zur Paarungszeit zusätzlich eine leuchtend blaue Kehle. Zwischen den Rebzeilen sonnt sie sich auf den warmen Trockenmauern und jagt dort Insekten.

  • Februar bis Juni

    Wanderfalke

    An den Felshängen bei Cochem bezieht der Wanderfalke im Frühjahr seine Nische im Gestein und legt dort zwei bis vier Eier. Der schiefergraue Rücken und die im Flug auffällig gebänderte helle Unterseite kennzeichnen ihn schon aus der Ferne. Im Jagdflug schießt er im Sturzflug mit hoher Geschwindigkeit auf andere Vögel herab, bevor er zu seiner Felsnische zurückkehrt.

  • September bis Februar

    Uhu

    An den Steilhängen bei Zell an der Mosel sitzt der Uhu tagsüber verborgen im Schiefergestein und wird erst in der Dämmerung aktiv. Am ehesten verrät ihn sein tiefer, weit tragender Ruf, der in den ruhigen Wintermonaten über das Tal hallt. Ende Februar legen die ersten Paare hier ihre Eier, nachdem sie ihr Revier schon im Winter mit Rufen markiert und verteidigt haben.

Bilder: Freepik

Anreise

  • 1 Std. 15 Min.Koblenz
  • 2 Std. 00 Min.Frankfurt am Main
  • 2 Std. 00 Min.Köln
  • 5 Std. 30 Min.München
  • 5 Std. 45 Min.Hamburg
  • 7 Std. 15 Min.Berlin

Gut zu wissen

  • Feuer im Wald nur mit Genehmigung

    Nach Paragraf 24 des Landeswaldgesetzes Rheinland-Pfalz braucht ein Feuer im Wald und näher als 100 Meter am Wald die Genehmigung des Forstamts. Über den Weinbergen beginnt fast überall Wald. Geraucht wird dort ebenfalls nicht. Der Moselabschnitt um Perl gehört zum Saarland und folgt dem dortigen Waldgesetz.

  • Leinenpflicht in Wald und Schutzgebiet

    In den Wäldern an den Moselhängen gilt während der Brut- und Setzzeit eine Leinenpflicht für Hunde, wie sie das Landeswaldgesetz landesweit vorschreibt; einen festen Kalenderzeitraum legt Rheinland-Pfalz dafür anders als manche Nachbarländer nicht fest. Große Teile der Steillagen sind zusätzlich als Vogelschutz- und FFH-Gebiet ausgewiesen, in denen Rücksicht auf brütende Arten wie Uhu und Wanderfalke gefragt ist.

  • Vogelschutzgebiet Mittel- und Untermosel

    Rund 15.900 Hektar der Moselhänge zwischen Trier und Koblenz sind als EU-Vogelschutzgebiet Mittel- und Untermosel gemeldet. Es schützt unter anderem Uhu, Wanderfalke, Rotmilan, Schwarzstorch und die Zippammer, die hier eines ihrer bundesweit bedeutendsten Vorkommen hat.

  • Hochmoselbrücke

    Zwischen Zeltingen-Rachtig und Ürzig überspannt die Hochmoselbrücke das Tal mit 1.702 Metern Länge in 158 Metern Höhe und ist damit nach der Kochertalbrücke die zweithöchste Brücke Deutschlands. Der Verkehr rollt seit dem 21. November 2019 über die Trasse der B 50 zwischen Wittlich und dem Hunsrück.

  • Übernachten im Wohnmobil

    Das Parken eines Wohnmobils ist nach der Straßenverkehrsordnung zulässiger Gemeingebrauch, das Übernachten außerhalb ausgewiesener Stellplätze gilt dagegen als Sondernutzung. In der Praxis wird eine einzelne Übernachtung häufig toleriert, solange niemand behindert wird und keine Campingmöbel oder Markisen aufgestellt werden.

  • Baden in der Mosel

    Die Mosel ist als Bundeswasserstraße mit 28 Staustufen für die Schifffahrt ausgebaut und zählt deshalb nicht zu den amtlich ausgewiesenen Badegewässern in Rheinland-Pfalz. Wer ins Wasser möchte, weicht auf Freibäder wie das Moselbad in Bernkastel-Kues oder den Freizeitsee Triolago bei Riol aus.

Geschützte Landschaften

Nationalpark
Hunsrück-Hochwald
Naturpark
Natur- und Geopark VulkaneifelSaar-Hunsrück

Namen und Grenzen: © OpenStreetMap-Mitwirkende.

Über diese Region

Zwischen Trier und Koblenz schlägt die Mosel enge Schleifen, am bekanntesten der Cochemer Krampen bei Bremm. Steillagen wie der Calmont und die Römerstadt Trier prägen das Tal seit der Antike. An den Weinorten findest du Stellplätze für Wohnmobil und Zelt ebenso wie feste Unterkünfte.

Hochsaison ist im Juli und August. Wann ein Platz geöffnet hat, steht im Kalender des Angebots.

Häufige Fragen