Wohnmobil mieten

Ein Mietwohnmobil ist ein Fahrzeug, in dem man wohnt und mit dem man fährt. Bett, Küche, Sitzgruppe und meist ein kleines Bad sind fest eingebaut. Vom Mietwohnwagen trennt es der Motor. Es braucht kein Zugfahrzeug, und beim Halt ist der Wohnraum sofort da. Die Bauformen reichen vom Kastenwagen, einem ausgebauten Lieferwagen, über den Teilintegrierten und den Alkoven mit dem Bett über dem Fahrerhaus bis zum Vollintegrierten, bei dem auch die Front zum Aufbau gehört. Manche Angebote holt man ab und nimmt sie mit, andere stehen fest auf einem Platz und werden dort vermietet.

Worauf man beim Buchen achtet

Fährt man damit weg oder steht es?
Beides wird angeboten. Ein Fahrzeug zum Abholen bringt feste Termine für Übergabe und Rückgabe mit, ein Wohnmobil, das auf seiner Parzelle bleibt, nicht. Im Inserat steht, welcher Fall gemeint ist.
Welche Bauform?
Ein Kastenwagen kommt durch enge Dorfstraßen und auf viele Parkplätze. Ein Alkoven bietet mehr Schlafplätze und mehr Stauraum, dafür merkt man die Höhe an jeder Schranke. Länge und Höhe entscheiden unterwegs mehr als die Ausstattung.
Reicht der Führerschein?
Das zulässige Gesamtgewicht entscheidet, welche Klasse nötig ist, und große Modelle liegen über der Grenze für den normalen Pkw-Führerschein. Wer noch die alte Klasse 3 hat, darf mehr als jemand mit heutiger Klasse B. Vermieter verlangen oft zusätzlich ein Mindestalter.
Sind die Kilometer frei?
Manche Verträge enthalten alle Kilometer, andere ein Kontingent und rechnen darüber hinaus ab. Wer eine lange Strecke plant, sieht vorher nach.
Wie läuft die Übergabe?
Gas, Frischwasser, Toilettenkassette und Strom erklärt der Vermieter beim Start, und diese Einweisung spart später viel Sucherei. Vorhandene Schäden gehören mit Fotos ins Protokoll. Dort steht auch, wie das Fahrzeug zurückkommen soll.
Ist es als Mietfahrzeug versichert?
Wer sein Wohnmobil zum Selbstfahren vermietet, braucht dafür eine eigene Versicherung; die normale Police des Halters deckt das nicht ab. Bei einem Schaden hängt daran viel, und die Frage darf man stellen. Für ein Fahrzeug, das auf seiner Parzelle bleibt, stellt sie sich nicht.

Für wen es passt

Gemacht für

Wer unterwegs sein will, ohne abends eine Unterkunft zu suchen. Das Bett fährt mit. Für Paare und kleine Familien, die mehrere Orte in einer Reise verbinden wollen, und für alle, die vor dem Kauf herausfinden möchten, wie sich zwei Wochen im Fahrzeug anfühlen.

Eher nichts für

Wer ungern große Fahrzeuge fährt, hat davon wenig. Rangieren und enge Zufahrten gehören zu jedem Tag, dazu kommen Höhenbegrenzungen, und geparkt wird selten direkt am Ziel. Die üblichen Modelle haben einen hohen Einstieg und einen schmalen Gang; Fahrzeuge mit Rampe oder Lift gibt es, sie sind aber ein eigenes, kleines Angebot. Für eine Woche an einem einzigen Ort steht das Fahrzeug die meiste Zeit nur herum.

Woher es kommt

In Deutschland beginnt das Wohnen im Fahrzeug mit einem Umbau. 1951 richtete Westfalia in Rheda-Wiedenbrück einen VW-Bus als Camping Box her, mit klappbaren Möbeln hinter den Vordersitzen. Bis 1958 entstanden davon rund tausend Stück, danach kamen Serienmodelle. Mikafa in Minden baute daneben schon in den fünfziger Jahren Reisemobile mit eigenem Aufbau in Kleinserie, und ab 1971 baute Hymer das Hymermobil in Serie.

Gut zu wissen

  • Höhe und Länge merken

    Parkhäuser, Schranken und manche Waldwege haben eine Grenze, die das Fahrzeug überschreitet. Wer die Maße beim Start aufschreibt, muss unterwegs nicht schätzen.

  • Tanks wollen versorgt werden

    Frischwasser wird aufgefüllt, Abwasser und Toilettenkassette werden an Ver- und Entsorgungsstationen geleert. Auf Campingplätzen und vielen Stellplätzen gibt es sie, unterwegs nicht überall.

  • Hunde nach Absprache

    Manche Vermieter nehmen Hunde mit, andere geben das Fahrzeug nur ohne Tiere heraus. Geklärt wird das vor der Buchung, nicht bei der Übergabe.