Camping in der Lüneburger Heide

Der Naturpark Lüneburger Heide wurde 1956 als erster Naturpark Deutschlands gegründet, und seine 109.785 Hektar verteilen sich auf die Landkreise Harburg, Heidekreis und Lüneburg. Das Kernstück ist noch älter: Das Naturschutzgebiet Lüneburger Heide steht seit 1922 unter Schutz, umfasst 23.437 Hektar und zählt zu den ältesten und größten Naturschutzgebieten des Landes. Mittendrin liegt der Wilseder Berg. Seine 169 Meter machen ihn zur höchsten Erhebung des nordwestdeutschen Tieflands, aufgeschüttet als Endmoräne in der Saale-Kaltzeit. Carl Friedrich Gauß richtete oben einen trigonometrischen Messpunkt ein. Autos bleiben draußen: Die Fläche um Wilsede, Niederhaverbeck und den Totengrund erreicht man nur zu Fuß, mit dem Rad, zu Pferd oder in der Pferdekutsche. Mehr als 9.000 Heidschnucken halten in mehreren Schäferherden die Fläche offen, die als größte zusammenhängende Heidelandschaft Mitteleuropas gilt. Wilsede selbst besteht aus reetgedeckten Höfen und gilt bis heute als das autofreie Herz der Region.

Das Jahr in dieser Region

September: Imker ernten den Heidehonig

Während der Heideblüte im August und September sammeln die Bienen den Nektar der Besenheide, aus dem Imker in einem aufwendigen Verfahren den sortenreinen Heidehonig gewinnen. Die Erntezeit dauert nur sechs bis acht Wochen, weil der dickflüssige Honig aus den Waben gerührt statt geschleudert werden muss. Gegen Monatsende geht die Heideblüte in den Sandflächen allmählich zu Ende.

Mitte des Monats geht die Sonne um 6:53 auf und um 19:37 unter. Dazwischen liegen 12 Stunden und 45 Minuten Tageslicht.

Wasser und Luft: Open-Meteo, gemessene Mittelwerte. Andrang: Anteil der Schulferien 2027 über alle sechzehn Bundesländer. Naturdaten: Deutscher Wetterdienst, phänologische Beobachtungen 2014 bis 2026 an 40 Stationen der Region, typischer Tag.

Touren in dieser Region

Ausgeschilderte Touren, die sich an einem Tag von einem Platz aus machen lassen, dazu je Art eine Mehrtagestour.

  • Wandern

    Heideschleife Radenbachtal

    Von Undeloh aus über den Radenbach und durch lichten Eichenwald, bis sich das Tal öffnet: Grasflächen am Bach, Heide und Wacholder an den Hängen, dazwischen Kiefern auf hellem Sand. Über den Totengrund, dessen Flanken vierzig Meter hoch aufragen, geht es nach Wilsede und hinauf auf den Wilseder Berg. Oben sieht man an klaren Tagen bis Hamburg.

    20,5 kmRundtour

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  • Wandern

    Heideschleife Wilseder Berg

    Zwischen Ober- und Niederhaverbeck wechseln sandige Pfade mit freiliegenden Kiefernwurzeln, dichter Mischwald und offene Heide, dazu die Wacholdermulden von Steingrund und Totengrund. Wilsede hat Reetdächer und keine Autos. Dahinter steigt der Weg auf den Wilseder Berg, eine Endmoräne der Saale-Eiszeit und mit 169 Metern die höchste Erhebung der Heide.

    14,9 kmRundtour

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  • Wandern

    Heideschleife Töps

    Der Start liegt mitten im Wald. Vom Weseler Weg aus geht es an den Pastorenteichen bei Hanstedt vorbei und hinunter an die Schmale Aue, einen klaren Heidebach im Wiesengrund, über dem die Hangkante steil abfällt. Oben auf der Töps-Heide wird es wieder weit, und in der Weseler Heide grasen graue Heidschnucken.

    20,8 kmRundtour

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  • Wandern

    Heideschleife Tütsberg

    Die Runde legt sich um das Quellgebiet der Wümme, die hier im höchsten Teil der Heide entspringt und erst weit im Westen bei Bremen ankommt. Das Gelände bleibt weit und offen, mit wenigen Steigungen, dazwischen Birkenalleen, einzelne Eichen und Wacholder. Am Hof Tütsberg weidet eine Herde Heidschnucken.

    11,9 kmRundtour

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  • Wandern

    Heideschleife Pietzmoor

    Hinter Schneverdingen führen Bohlenstege über das Pietzmoor, das größte zusammenhängende Moor der Lüneburger Heide. Die rechteckigen Wasserflächen stammen aus der Zeit, als hier noch Torf gestochen wurde, und darin spiegeln sich Himmel und abgestorbene Bäume. Der Torf liegt stellenweise siebeneinhalb Meter mächtig. Am Rand wächst Wollgras.

    6,3 kmRundtour

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  • Wandern

    Heideschleife Haverbeeke

    Ein kurzer Bogen durch die Heide bei Niederhaverbeck, hinunter an den Bach. Die Haverbeeke kommt vom Wilseder Berg. Sie läuft hell über Sand zwischen Erlen, unterhalb des Haverbeckhofs liegt ein von Bäumen umstandener Teich mit Bänken, und weil der Weg überwiegend fein geschottert ist, kommt man auch mit Kinderwagen oder Rollstuhl durch.

    3,6 kmRundtour

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  • Radfahren

    Hohe-Heide-Radweg

    Eine große Runde durch die Hohe Heide, zwischen Walsrode, Soltau, Schneverdingen und Visselhövede, auf einem Netz örtlicher Radwege. Berge gibt es hier keine. Dafür Kornfelder und Kartoffeläcker, Kiefernwald, Wiesen und immer wieder Heideflächen mit Schnuckenherden, und bei Neuenkirchen stehen Kunstwerke mitten in der Landschaft.

    215,1 kmMehrtagestour

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  • Radfahren

    Alte Salzstraße

    Die Strecke folgt dem alten Salzweg von Lüneburg nach Lübeck, auf dem vom 12. bis ins 16. Jahrhundert das Lüneburger Salz zur Ostsee ging und dort den Heringshandel trug. Der Elbe-Lübeck-Kanal gibt heute die Richtung vor. Die Elbe quert der Radweg bei Lauenburg, gut zwei Kilometer östlich der historischen Querung bei Artlenburg. Weiter nördlich liegen die Seen um Mölln.

    115,4 km

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Touren: © OpenStreetMap-Mitwirkende, ODbL. Längen aus dem kartierten Verlauf berechnet, Stand 12. September 2026.

Tiere, die man hier trifft

  • März bis Oktober

    Kranich

    Im Pietzmoor bei Schneverdingen hat sich der Kranich als Brutvogel wieder angesiedelt und zieht hier seine Jungen auf. Am roten Scheitelfleck und dem trompetenartigen Ruf ist er schon von weitem zu erkennen. Von den Aussichtspunkten am Bohlenweg lässt er sich bei der Nahrungssuche in den offenen Moorbereichen beobachten, im Frühjahr begleitet von den Balztänzen der Paare.

  • April bis Oktober

    Heidschnucke

    Mehrere Schäferherden mit insgesamt über 9.000 Heidschnucken ziehen durch die Lüneburger Heide und halten mit ihrem Verbiss die offenen Flächen um Wilsede frei von Gräsern und aufkommenden Gehölzen. Die grauen, gehörnten Tiere mit dem groben Winterfell sind an ihrem gedrungenen Bau leicht zu erkennen. Ab Mitte Mai treiben die Schäfer die Herde dienstags bis samstags gegen 17.30 Uhr mitten durch das autofreie Dorf Wilsede zurück auf die Koppeln, und Besucher können ihnen dabei aus nächster Nähe zusehen.

  • März bis April

    Moorfrosch

    Im Pietzmoor bei Schneverdingen färben sich die Männchen des Moorfrosches zur Paarungszeit für wenige Tage intensiv blau, um Weibchen anzulocken. Ihre Hauptlaich- und Rufzeit liegt in der letzten März- und ersten Aprildekade und hängt stark vom Wetter ab. Am besten lässt sich das Schauspiel bei Sonnenschein vom Bohlensteg aus verfolgen, der mitten durch das Hochmoor führt.

  • September bis Oktober

    Rothirsch

    Im Wildpark Lüneburger Heide in Hanstedt-Nindorf beginnt Ende September die Brunft der Rothirsche und zieht sich bis in den Oktober hinein. Weithin ist dann das tiefe Röhren der Platzhirsche über das Gelände zu hören, wenn sie um ihre Rudel kämpfen. Der Park bietet eigens Führungen zur Brunftzeit an, bei denen sich das Schauspiel aus sicherer Entfernung verfolgen lässt.

Bilder: Freepik

Anreise

  • 0 Std. 45 Min.Hamburg
  • 1 Std. 15 Min.Hannover
  • 3 Std. 30 Min.Berlin
  • 4 Std. 00 Min.Köln
  • 4 Std. 15 Min.Frankfurt am Main
  • 7 Std. 15 Min.München

Gut zu wissen

  • Feuer in der Heide ist untersagt

    Das Niedersächsische Waldgesetz verbietet in Wald, Moor und Heide sowie in gefährlicher Nähe davon vom 1. März bis 31. Oktober jedes Feuer und das Rauchen. Die Heide zählt ausdrücklich dazu. Gegrillt wird ganzjährig nur auf Grillplätzen, die der Waldbesitzer oder Grundbesitzer angelegt hat.

  • Leinenpflicht

    In den unter Naturschutz stehenden Heideflächen und Schutzgebieten gilt für Hunde eine ganzjährige Leinenpflicht. In den Landschaftsschutzgebieten der freien Landschaft müssen Hunde während der Brut- und Setzzeit vom 1. April bis 15. Juli angeleint werden.

  • Wegegebot im Naturschutzgebiet

    Das Naturschutzgebiet Lüneburger Heide darf nur zu Fuß, mit dem Fahrrad, zu Pferd oder mit der Pferdekutsche betreten werden, und zwar ausschließlich auf den ausgewiesenen Wegen. Im Pietzmoor führt der Rundweg auf Bohlenstegen durch das empfindliche Hochmoor.

  • Autofreies Kernareal

    Motorisierter Verkehr ist im Naturschutzgebiet rund um Wilsede grundsätzlich untersagt. Besucher parken an den Rändern des Gebiets, etwa in Undeloh, Döhle, Volkwardingen oder Nieder- und Oberhaverbeck, und legen die letzten Kilometer zu Fuß, mit dem Rad oder in der Kutsche zurück.

  • Rücksicht während der Brutzeit

    Zwischen dem 1. April und dem 15. Juli befinden sich viele Bodenbrüter und störungsempfindliche Arten wie der Kranich in der Brut- und Setzzeit. In dieser Zeit gilt in den Landschaftsschutzgebieten der Region eine verschärfte Leinenpflicht, und Besucher sollten die ausgewiesenen Wege nicht verlassen.

  • Baden in den Heideseen

    Baden ist an den ausgewiesenen Seen der Region möglich, etwa am Brunausee in Bispingen, am Stichter See in Neuenkirchen oder am Pastor-Bode-Teich in Undeloh. Eine Übersicht der Bade- und Freibäder der Region führt der regionale Tourismusverband.

Geschützte Landschaften

Namen und Grenzen: © OpenStreetMap-Mitwirkende.

Über diese Region

Die Lüneburger Heide liegt zwischen Hamburg, Bremen und Hannover und ist Deutschlands erster Naturpark, bekannt für Heideflächen und das autofreie Wilsede. Campingplätze, Stellplätze und Zeltwiesen liegen meist am Rand des Parks.

Hochsaison ist die Heideblüte von August bis Mitte September, wenn Amelinghausen und Schneverdingen ihre Heidefeste feiern. Ruhiger sind Frühjahr und Herbst. Wann ein Platz geöffnet hat, steht im Kalender des Angebots.

Häufige Fragen