Jurte mieten

Eine Jurte ist ein rundes Zelt auf einem Holzgerüst. Ein Scherengitter bildet die Wand, Dachstangen laufen darauf zu und treffen sich in einem Kranz über der Mitte, darüber liegen Filz und Tuch. Zusammengehalten wird das Ganze von Bändern und Seilen. Innen ist es ein Raum ohne Ecken, und die volle Höhe hat man unter dem Kranz, nicht an der Wand. Vom Tipi unterscheidet sie die Form: Das Tipi läuft spitz zu, die Jurte hat eine senkrechte Wand und darüber ein flach geneigtes Dach. Die mongolische Bauart trägt gerade Dachstangen, die kirgisische und die kasachische gebogene, wodurch das Dach höher und runder wird.

Worauf man beim Buchen achtet

Wie wird geheizt?
Viele Jurten haben einen kleinen Holzofen, dessen Rohr durch das Dach führt. Er wärmt schnell und kühlt ebenso schnell aus, wenn nachts niemand nachlegt. Andere Gastgeber heizen elektrisch, und manche Jurten stehen nur im Sommer.
Was ist unter dem Boden?
Manche Jurten stehen auf einem Holzpodest, andere direkt auf der Wiese. Ob der Boden gedämmt ist, merkt man in kühlen Nächten deutlicher als an der Wand. Das steht selten in der Beschreibung und lässt sich erfragen.
Wie ist der Dachkranz geschlossen?
Über der Mitte sitzt ein Ring, der bei der klassischen Bauart offen bleibt und mit einer Plane über ein Seil zugezogen wird. Viele in Europa gebaute Jurten haben dort stattdessen eine feste Kuppel aus Glas oder Kunststoff. Die eine Lösung öffnet sich zum Sternenhimmel, die andere bleibt bei Regen dicht und wird früh hell.
Womit ist sie bespannt?
Die traditionelle Jurte trägt Filz aus Schaf- oder Ziegenwolle unter einer Außenhaut. In Europa gebaute Jurten arbeiten oft mit Baumwoll- oder Zeltstoff und sind auf mehr Regen ausgelegt. Beides heißt Jurte, wärmt aber unterschiedlich.
Wo ist das Bad?
Steht die Jurte auf einem Campingplatz, gehört meist das Sanitärgebäude dazu. Auf privatem Grund gibt es manchmal ein eigenes Bad im Anbau, manchmal eine Trockentoilette ein Stück weiter. Wer nachts ungern nach draußen geht, sieht vorher nach.

Für wen es passt

Gemacht für

Paare und Familien, die einmal anders schlafen möchten, ohne ein Zelt aufbauen zu müssen. Wer Wetter und Licht mitbekommen will und trotzdem ein festes Dach über dem Kopf braucht, liegt hier richtig. Für kleine Gruppen funktioniert der runde Raum gut, weil er alle um eine Mitte setzt.

Eher nichts für

Wer Ruhe vor den anderen braucht, findet sie in einer Jurte nicht, denn es gibt einen Raum und keine Tür dazwischen. Auch von draußen dringt mehr herein als in einem Haus, Wand und Dach sind Stoff über einem Holzgerüst. Und barrierefrei ist eine Jurte selten, weil die Tür klein ist und eine Schwelle hat, oft dazu eine Stufe vom Gelände herauf.

Woher es kommt

Die Jurte ist älter als jede Urkunde über sie. Filzherstellung und runde Zeltbauten entstanden bei den Hirtenvölkern der eurasischen Steppe, archäologische Spuren reichen bis in die späte Bronzezeit. Früh und genau beschrieben hat sie der Franziskaner Johannes de Plano Carpini, der von 1245 bis 1247 zu den Mongolen reiste und runde Filzwohnungen mit einer Rauchöffnung in der Mitte schilderte. Sein Ordensbruder Wilhelm von Rubruk sah von 1253 bis 1255 Filzhäuser, von denen manche auf Wagen standen. Das Handwerk steht auf der UNESCO-Liste des immateriellen Kulturerbes, seit 2013 für die mongolische Ger und seit 2014 für die Jurte der turksprachigen Nomaden.

Gut zu wissen

  • Der Ofen braucht jemanden

    Wo ein Holzofen steht, hält er die Jurte warm, solange jemand nachlegt. Über Nacht geht er aus, und am Morgen ist es innen merklich kühler.

  • Regen ist gut zu hören

    Filz und Tuch dämpfen wenig. Ein Schauer auf dem Dach ist deutlich zu hören, dafür weiß man morgens ohne Blick nach draußen, wie das Wetter steht.

  • Es wird früh hell

    Wo der Dachkranz verglast oder offen ist, fällt Licht herein, lange bevor der Wecker klingelt. Wer das nicht mag, nimmt sich etwas für die Augen mit.