
Camping im Hunsrück
Der Hunsrück ist ein Schiefer- und Quarzitmittelgebirge zwischen Mosel, Rhein, Nahe und Saar. Er misst 2.703 Quadratkilometer. Über seiner 400 bis 500 Meter hohen Rumpffläche stehen bewaldete Quarzitkämme, und im Erbeskopf erreicht er 816,32 Meter, den höchsten Punkt von Rheinland-Pfalz und zugleich die höchste deutsche Erhebung links des Rheins. Mitten in den altholzreichen Buchenwäldern liegen die Hangbrücher, saure Quell- und Hangmoore. Die Rosselhalden aus Blockschutt reichen bis in die Tallagen. Rund 100 Wildkatzen leben im Nationalpark Hunsrück-Hochwald, der damit zu den Wildkatzen-Schwerpunkten Europas zählt.
Das Jahr in dieser Region
September: Hirschbrunft bei Thranenweier im Nationalpark
Die Brunft des Rotwilds läuft von Mitte September bis Anfang Oktober, begleitet von lautem Röhren und gelegentlichen Kämpfen der Hirsche. Der Nationalpark bietet dazu im September an mehreren Abenden begleitete Tierbeobachtungen an, Treffpunkt ist der Parkplatz Thranenweier an der K 49 bei Börfink. Von dort führt ein kurzer Fußweg zur Wildbeobachtungsstelle, Beginn gegen 18:00 Uhr, Dauer rund drei Stunden.
Mitte des Monats geht die Sonne um 7:05 auf und um 19:46 unter. Dazwischen liegen 12 Stunden und 40 Minuten Tageslicht.
Wasser und Luft: Open-Meteo, gemessene Mittelwerte. Andrang: Anteil der Schulferien 2027 über alle sechzehn Bundesländer. Naturdaten: Deutscher Wetterdienst, phänologische Beobachtungen 2014 bis 2026 an 161 Stationen der Region, typischer Tag.
Touren in dieser Region
Ausgeschilderte Touren, die sich an einem Tag von einem Platz aus machen lassen, dazu je Art eine Mehrtagestour.
- Wandern
Saar-Hunsrück-Steig
Von Perl an der Mosel bis nach Boppard am Rhein, mit einem Abzweig nach Trier. Im Hunsrück führt der Steig über den Erbeskopf, mit 816 Metern der höchste Berg des Mittelgebirges, und durch den Nationalpark Hunsrück-Hochwald mit seinen alten Buchen und Hangmooren. Danach geht es über Idar-Oberstein weiter nach Osten, bis der Weg zum Rhein hin abfällt. Asphalt kommt kaum vor.
379,6 kmMehrtagestour
- Wandern
Nationalpark-Traumschleife Börfinker Ochsentour
Rund um Börfink, mitten im Nationalpark, und der Ochsenbruch ist das Ziel. Über das Hangmoor führt ein Bohlensteg. Ringsum stehen alte Buchen und Fichten, dazwischen öffnen sich Wiesen mit weitem Blick über die Hochwaldrücken. Der Boden ist fast durchgehend weich und naturbelassen.
9 kmRundtour
- Wandern
Dollbergschleife
Start ist die Köhlerhütte in Neuhütten, dann geht es auf schmalen Pfaden hinauf zum Ringwall von Otzenhausen, einer Befestigung der keltischen Treverer, begonnen um 400 vor Christus und in den letzten beiden vorchristlichen Jahrhunderten stark erweitert. Ihre Mauern aus Quarzitblöcken liegen heute als bewaldete Wälle im Hang. Weiter unten liegen der Züscher Hammer, ein wieder aufgebautes Eisenhammerwerk am Bach, und die Talsperre Nonnweiler. Fast die Hälfte der Strecke sind Pfade.
11,3 kmRundtour
- Wandern
Saar-Hunsrück-Traumschleife
Abschnitt Trauntal-Höhenweg
Die Traun kommt vom Erbeskopf herunter, und die Schleife folgt ihr erst im Tal, bevor sie auf die Höhen über Rinzenberg und Buhlenberg steigt. Oben führt der Weg über den Wehlenstein und an Felsrippen entlang, unten stehen Buchen und ein Bach, der seinen Lauf noch selbst sucht. Ein gutes Drittel geht auf schmalen Pfaden. An der Traun leben Eisvogel und Wasseramsel.
13,4 kmRundtour
- Wandern
Traumschleife Gipfelrauschen
Vom Hunsrückhaus geht es gleich steil hinauf zum Erbeskopf, wo die Klangskulptur Windklang steht. Von oben reicht der Blick über die Hunsrückrücken bis in die Eifel. Danach bleibt der Weg fast nur auf schmalen, erdigen Waldpfaden und führt an Bäumen vorbei, die im Nationalpark liegen bleiben dürfen, wenn sie fallen. Meist hört man nur die Wipfel.
7 kmRundtour
- Wandern
Geierlayschleife
In Mörsdorf beginnt die Runde und führt über die Geierlay, eine 360 Meter lange Hängeseilbrücke, die knapp hundert Meter über dem Tal des Mörsdorfer Bachs hängt. Unter den Füßen liegen Holzbohlen, darunter nur Wald. Danach geht es hinunter ins Tal und auf der anderen Seite wieder hinauf, sodass man die Brücke auch von unten sieht. Die Bretter federn mit jedem Schritt.
8 kmRundtour
- Radfahren
Hunsrück-Radweg
Quer über den Hunsrück, von Saarburg an der Saar bis nach Bacharach am Rhein, dicht am Erbeskopf vorbei, mit 816 Metern dem höchsten Berg in Rheinland-Pfalz. Der Anfang steigt, die Mitte zwischen Hermeskeil und Simmern rollt über weite Hochflächen, und am Ende geht es ins Obere Mittelrheintal hinunter. Gefahren wird fast durchgehend auf Asphalt. Der Blick wandert dabei von Weinbergen über Fichten- und Buchenwald und wieder zurück zu den Reben.
156,5 kmMehrtagestour
- Radfahren
Ruwer-Hochwald-Radweg
Die alte Hochwaldbahn ist längst stillgelegt, ihre Trasse aber nicht: Von Trier-Ruwer bis Hermeskeil rollt man auf Asphalt über den Bahndamm, mit rund einem Prozent Steigung über die ganze Strecke. Zwanzig Brücken überspannen die Seitentäler, alte Bahnhofsgebäude stehen noch am Weg. Unten im Ruwertal ziehen Weinberge die Hänge hoch, weiter oben wird es Wald. Bergauf merkt man kaum, dass es bergauf geht.
54,5 km
Touren: © OpenStreetMap-Mitwirkende, ODbL. Längen aus dem kartierten Verlauf berechnet, Stand 12. September 2026.
Tiere, die man hier trifft
ganzjährigWildkatze
Im Nationalpark Hunsrück-Hochwald leben rund 100 Wildkatzen in den strukturreichen Laubmischwäldern, sicher zu sehen sind sie im Wildfreigehege Wildenburg bei Kempfeld. Am buschigen, stumpf endenden Schwanz mit den dunklen Ringen unterscheidet sie sich von der Hauskatze. Freilebend bleibt sie meist verborgen, der Naturpark Saar-Hunsrück führt sie als scheue, im ganzen Hunsrück verbreitete Art.
September bis OktoberRothirsch
Im Offenland und den lichten Wäldern des Nationalparks zeigt sich der Rothirsch am verlässlichsten an der Wildbeobachtungsstelle beim Rangertreffpunkt Thranenweier an der K 49 bei Börfink. Von Mitte September bis Anfang Oktober röhren die Hirsche während der Brunft, der Ruf trägt weithin über das Gelände. Das mächtige Geweih der Platzhirsche macht sie in dieser Zeit von weitem erkennbar.
März bis MaiSchwarzspecht
In den altholzreichen Buchenwäldern des gesamten Hunsrück erreicht der Schwarzspecht landesweit seine höchsten Dichten, wie Landesforsten Rheinland-Pfalz für die Region und den Pfälzerwald bestätigt. Als größter heimischer Specht ist er ganz schwarz gefiedert mit rotem Fleck am Kopf und balzt spätestens ab März mit lauten, weithin hörbaren Rufen. Anfang April legt er die Eier in Höhlen, die meist in 8 bis 20 Metern Höhe in alten Buchen liegen.
April bis AugustSchwarzstorch
In alten Laub- und Mischwäldern mit Bachläufen brütet der Schwarzstorch, der Hunsrück gehört zu den Schwerpunkten der rheinland-pfälzischen Population von 30 bis 40 Paaren. Anders als sein weißer Verwandter ist er scheu und waldgebunden, das dunkle, metallisch schimmernde Gefieder mit dem roten Schnabel macht ihn kenntlich. In der zweiten Julihälfte verlassen die jungen Schwarzstörche das Nest und werden flügge.
Bilder: Freepik
Anreise
- 1 Std. 00 Min.Koblenz
- 1 Std. 30 Min.Frankfurt am Main
- 2 Std. 00 Min.Köln
- 4 Std. 45 Min.München
- 5 Std. 45 Min.Hamburg
- 6 Std. 30 Min.Berlin
Gut zu wissen
Hunde bleiben an der Leine
Im Nationalpark gilt Leinenpflicht, weil freilaufende Hunde seltene und besonders geschützte Arten stören können. Auf der Hängeseilbrücke Geierlay sind Hunde erlaubt, sollten aus Sicherheitsgründen aber angeleint werden. Im Wildfreigehege Wildenburg sind Hunde an der Leine ausdrücklich willkommen.
Auf den ausgewiesenen Wegen bleiben
Der Nationalpark bittet darum, die Natur von den ausgewiesenen Wanderwegen aus zu erleben, damit Rückzugsräume störungsempfindlicher Arten wie des Schwarzstorchs ungestört bleiben. Für Räder sind zehn ausgeschilderte Nationalpark-Radquerungen freigegeben, Maschinenwege, Rückeschneisen, Fußwege und Pfade dagegen nicht. Wanderer haben auf allen Wegen Vorrang. Reiten ist im Wald nur auf Straßen und festen forstlichen Wirtschaftswegen erlaubt, die freigegebenen Strecken sind im Wegeplan weiß eingezeichnet.
Kein offenes Feuer im Wald
Feuer im Wald ist nicht zulässig, das gilt im gesamten Nationalpark. Auch auf den Trekking-Plattformen ist keinerlei Feuer erlaubt, ausdrücklich auch keine Campingkocher. Wer warm essen möchte, plant das für die Gaststätten an den Nationalpark-Toren ein, etwa das Café im Hunsrückhaus am Erbeskopf.
Übernachten nur auf festen Plätzen
Für Übernachtungen im Freien stehen die drei Trekking-Camps an den Toren Wildenburg, Erbeskopf und Keltenpark bereit, buchbar vom 22. März bis 31. Oktober für 15 Euro je Plattform und nur nach Voranmeldung. Wildes Zelten außerhalb dieser Plätze ist nicht erlaubt. Die Region führt daneben klassische Camping- und Zeltplätze sowie Jugendherbergen als buchbare Unterkünfte.
Geierlay ist frei zugänglich
Die Hängeseilbrücke Geierlay zwischen Mörsdorf und Sosberg ist 360 Meter lang und hängt 100 Meter über dem Tal. Sie ist rund um die Uhr und ganzjährig kostenfrei begehbar, beide Laufrichtungen sind möglich. Kinderwagen sind wegen der geringen Breite nicht zugelassen, Fahrräder dürfen mit, müssen auf der Brücke aber geschoben werden.
Stehende Gewässer sind selten
Der Naturpark Saar-Hunsrück beschreibt stehende Gewässer in der Region als eher selten und zum Teil künstlich angelegt. Als Talsperren und Seen nennt er Riveristalsperre, Primstalsperre, Steinbachtalsperre, Keller See, Losheimer See und Bostalsee. Zum Baden eingerichtet ist der Bostalsee bei Nohfelden-Bosen im Saarland, mit Strandbereich, Segeln, Tretbooten, Kajaks und SUP-Boards sowie einer Badesaison bis Mitte September.
Geschützte Landschaften
- Nationalpark
- Hunsrück-Hochwald
- Naturpark
- Natur- und Geopark VulkaneifelSoonwald-NaheSaar-Hunsrück
Namen und Grenzen: © OpenStreetMap-Mitwirkende.
Über diese Region
Der Hunsrück ist ein bewaldetes Mittelgebirge zwischen Mosel, Rhein, Nahe und Saar in Rheinland-Pfalz und dem Saarland, mit dem Erbeskopf als höchstem Punkt des Landes und dem Nationalpark Hunsrück-Hochwald. Campingplätze und Stellplätze findest du an den Nationalpark-Toren, in Flusstälern und rund um die Hängeseilbrücke Geierlay.
Am meisten los ist Mitte September zur Hirschbrunft, am ruhigsten ist es im Winter abseits der Skilifte am Erbeskopf. Wann ein Platz geöffnet hat, steht im Kalender des Angebots.