Camping in der Holsteinischen Schweiz

Die Holsteinische Schweiz verdankt ihren Namen einem Hotel. Der Kaufmann Johannes Janus eröffnete es am 20. Mai 1885 am Kellersee in Malente, und die Bezeichnung wanderte von dort erst auf den Bahnhof und dann auf die ganze Landschaft zwischen Lübeck und Kiel. Geografisch steckt trotzdem echtes Relief dahinter: Der Bungsberg bei Schönwalde bringt es auf etwa 168 Meter und ist damit die höchste Erhebung Schleswig-Holsteins, aufgeschüttet von den Gletschern der Weichsel-Kaltzeit vor rund 10.000 bis 15.000 Jahren. Um ihn herum verteilen sich rund 200 Seen, vom 30 Quadratkilometer großen und bis zu 58 Meter tiefen Großen Plöner See mit seinen mehr als 20 Inseln bis zum kleinen Waldtümpel. Seit 1986 kümmert sich ein Trägerverein um die 750 Quadratkilometer große Region, die sich über 27 Gemeinden in den Kreisen Ostholstein, Plön und Segeberg erstreckt, darunter Plön, Eutin, Malente und Preetz. Wer heute mit dem Kanu von Eutin bis Kiel paddelt, durchquert über die Schwentine auf rund 50 Flusskilometern sechzehn dieser Seen nacheinander.

Das Jahr in dieser Region

September: Fischotter in der Dämmerung

Seit 2001 ist der Fischotter an mehreren Seen des Naturparks dokumentiert, darunter Behler See, Suhrer See, Vierer See, Großer und Kleiner Plöner See, Seedorfer See und Warder See. Er ist dämmerungs- und nachtaktiv und verlässt seinen Unterschlupf mit Einbruch der Dunkelheit, die im September schon früh am Abend beginnt.

Mitte des Monats geht die Sonne um 6:50 auf und um 19:36 unter. Dazwischen liegen 12 Stunden und 46 Minuten Tageslicht.

Wasser und Luft: Open-Meteo, gemessene Mittelwerte. Andrang: Anteil der Schulferien 2027 über alle sechzehn Bundesländer. Naturdaten: Deutscher Wetterdienst, phänologische Beobachtungen 2014 bis 2026 an 43 Stationen der Region, typischer Tag.

Touren in dieser Region

Ausgeschilderte Touren, die sich an einem Tag von einem Platz aus machen lassen, dazu je Art eine Mehrtagestour.

  • Wandern

    Naturparkweg

    Ein gelber Pfeil mit grünem Rand führt von Brokstedt nach Bad Segeberg, den Südabschnitt des Naturparkwanderwegs. Unterwegs liegen Heidmühlen und Groß Rönnau, am Ende der Große Segeberger See und der Kalkberg. Dazwischen Dörfer und weite Felder. Der Untergrund ist überwiegend fest. Man kommt gut voran.

    71 kmMehrtagestour

    GPXKarteWebsite

  • Wandern

    Schusteracht

    Zwei Schleifen kreuzen sich in Preetz, wo früher die Schuster saßen, und ergeben zusammen eine liegende Acht. Die nördliche führt an der Pohnsdorfer Stauung und am Gut Rastorf vorbei, die südliche an den Lanker See und den Kührener Teich. Dazwischen stehen immer wieder Knicks, jene alten Wallhecken, hinter denen das Land verschwindet. Die Schwentine begleitet beide Hälften ein Stück.

    72 kmMehrtagestour

    GPXKarte

  • Wandern

    Der Holsteinische Schweiz Weg

    Von Plön nach Eutin, quer durch den Naturpark, fast immer an Seen und kleinen Bächen entlang. Eine grünblaue Welle zeigt den Weg. Zwischendurch geht es über den Bungsberg, mit 168 Metern die höchste Erhebung Schleswig-Holsteins, und weiter durch Buchenwald und über offene Felder nach Schönwalde und Kasseedorf.

    52,8 km

    GPXKarte

  • Wandern

    Kellersee Rundweg

    Der Kellersee liegt zwischen Malente und Eutin, und der Weg bleibt fast durchgehend am Ufer, unter Laub- und Mischwald. Steigungen gibt es kaum. Am Südufer liegt Fissau, im Osten Sielbeck, und dazwischen legen die Ausflugsschiffe an mehreren Stellen an. Die Schwentine fließt in den See hinein und wieder hinaus.

    14,8 kmRundtour

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  • Radfahren

    Holsteinische-Schweiz-Radtour

    Die Route nimmt die eiszeitliche Moränenlandschaft in ganzer Breite, vom Großen Plöner See bis hinauf zum Bungsberg und weiter bis an die Ostsee. Zwischen den Seen geht es ständig auf und ab. Herrenhäuser und Gutsanlagen stehen am Weg, dazu die Schlösser in Plön und Eutin, und Wald wechselt mit offener Feldflur.

    204,7 kmMehrtagestour

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  • Radfahren

    Plöner-See-Tour

    Einmal um den Großen Plöner See, den größten See Schleswig-Holsteins, meist in Ufernähe und über ruhige Wirtschaftswege. Über Plön steht das weiße Schloss auf dem Hügel, in Bosau die kleine Petrikirche aus dem zwölften Jahrhundert dicht am Wasser. Zwischen Ascheberg und Plön rollt es auf Asphalt. Die Prinzeninsel schiebt sich zwei Kilometer in den See hinein und lohnt den Umweg.

    37,3 km

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  • Kanu

    Wasserwanderweg Schwentine

    Die Schwentine hängt die Seen der Holsteinischen Schweiz aneinander und bringt sie bis in die Kieler Förde. Man paddelt über weites offenes Wasser und dann wieder auf schmalen Flussstrecken zwischen Erlen und Schilf. An mehreren Mühlen wird umgetragen. Auf den großen Seen entscheidet eher der Wind als die Strömung.

    53,9 km

    GPXKarte

Touren: © OpenStreetMap-Mitwirkende, ODbL. Längen aus dem kartierten Verlauf berechnet, Stand 12. September 2026.

Tiere, die man hier trifft

  • Januar bis Juli

    Seeadler

    Am Großen Plöner See mit seinen mehr als 20 Inseln jagen mehrere Paare, und am besten lässt sich der Seeadler an den öffentlichen Beobachtungsstationen in Rathjensdorf, Barsbek und Gleschendorf beobachten. Der große Greifvogel ist an der breiten, brettartigen Flügelform und dem weißen Stoß zu erkennen. Die Paare bleiben das ganze Jahr im Revier und bessern von Januar bis März ihre Horste aus, wobei die Balzflüge an sonnigen, windigen Tagen über dem See stattfinden.

  • Juni bis August

    Kranich

    In den Feuchtwiesen und Erlenbrüchen im Kreis Plön ziehen die Kranichpaare ihre Jungen groß, ein Bild, das es erst seit der Wiederansiedlung ab 1990 wieder regelmäßig gibt. Am grauen Gefieder und dem roten Scheitelfleck ist der Kranich unverwechselbar. Sobald die Jungvögel nach rund zehn Wochen flugfähig sind, erscheinen die Familien gemeinsam auf den Wiesen und Feldern des Naturparks.

  • April bis Juni

    Europäischer Laubfrosch

    In den Kleingewässern östlich des Großen Plöner Sees in Richtung Ahrensbök liegt der Verbreitungsschwerpunkt der Art im Naturpark. Der kleine, leuchtend grüne Frosch ist vor allem an seinem lauten Ruf zu erkennen, den die Männchen mit einer großen Schallblase erzeugen. Von Ende April bis Ende Juni sind die Rufkonzerte zu hören, mit dem Höhepunkt im Mai, wenn die Rufe mehrerer synchron rufender Männchen bis zu einen Kilometer weit tragen.

  • September bis Februar

    Fischotter

    Am Behler See, Suhrer See und Großen Plöner See ist der Fischotter seit 2001 dokumentiert, und mit etwas Glück zeigt er sich in der Dämmerung am Ufer. Am schlanken, dunkelbraunen Körper mit Schwimmhäuten zwischen den Zehen ist er von Mardern zu unterscheiden. Er verlässt seinen Unterschlupf erst mit Einbruch der Dunkelheit, die im Herbst und Winter schon früh am Abend beginnt.

Bilder: Freepik

Anreise

  • 0 Std. 45 Min.Kiel
  • 1 Std. 15 Min.Hamburg
  • 3 Std. 45 Min.Berlin
  • 5 Std. 15 Min.Köln
  • 6 Std. 00 Min.Frankfurt am Main
  • 8 Std. 45 Min.München

Gut zu wissen

  • Kein Feuer in Wald und Heide

    Die Landesverordnung zum Brandschutz der Wälder, Moore und Heiden verbietet in Schleswig-Holstein Feuer und offenes Licht auf diesen Flächen und im Umkreis von 100 Metern. Ausgenommen sind ortsfeste, gekennzeichnete Grillanlagen. Viele Seeufer im Naturpark liegen im Wald. Vom 1. März bis 31. Oktober kommt ein Rauchverbot dazu.

  • Leinenpflicht in den Schutzgebieten

    In den Naturschutzgebieten des Naturparks müssen Hunde angeleint werden, damit Bodenbrüter und andere Wildtiere nicht gestört werden. Im Naturschutzgebiet Altarm der Schwentine etwa gilt das ausdrücklich, ebenso das Gebot, die ausgewiesenen Wege nicht zu verlassen.

  • Abstand zu den Vogelinseln

    Die zahlreichen Inseln in den Seen, allen voran im Großen Plöner See, sind wichtige, ungestörte Brutgebiete und dürfen nicht betreten werden. Seeadler reagieren schon auf etwa 400 Meter Entfernung empfindlich, größere Ansammlungen von Wasservögeln sollten deshalb weiträumig umfahren werden.

  • Nur an ausgewiesenen Stellen anlegen

    Auf den Seen und der Schwentine sollten Paddler und Ruderer nur die ausgewiesenen Rastplätze zum Anlegen nutzen und empfindliche Schilfzonen meiden. Private Ufergrundstücke sind grundsätzlich tabu.

  • Umtragestellen auf der Schwentine

    Die Kanuroute auf der Schwentine führt an mehreren Wehren vorbei, die per Rollenbahn oder Bootsgasse umfahren werden, etwa an der Ölmühle, der Gremsmühle in Bad Malente, am Fisch-Kanu-Pass bei Spitzenort und an der Alten Schwentinebrücke in Kiel-Wellingdorf. Wer die Strecke plant, sollte diese Stellen und die nötige Zeit zum Umtragen einkalkulieren.

  • Stellplätze statt Wildcampen

    Wildcampen ist in Schleswig-Holstein nicht erlaubt, auch nicht mit dem Wohnmobil. Der Naturpark bietet dafür von zentrumsnah bis mitten in der Natur zahlreiche ausgewiesene Wohnmobilstellplätze und Campingplätze direkt an den Seen.

Geschützte Landschaften

Namen und Grenzen: © OpenStreetMap-Mitwirkende.

Über diese Region

Die Holsteinische Schweiz liegt zwischen Lübeck und Kiel, geprägt von rund 200 Seen um den Großen Plöner See und dem Bungsberg als höchster Erhebung Schleswig-Holsteins. Campingplätze und Wohnmobilstellplätze liegen oft direkt am See.

Die Hauptsaison ist der Sommer, wenn Paddler die Schwentine befahren. Wann ein Platz geöffnet hat, steht im Kalender des Angebots.

Häufige Fragen