
Camping im Harz
Der Harz ist das nördlichste Mittelgebirge Deutschlands. Er verteilt sich auf Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Aus dem norddeutschen Flachland steigt er als geschlossener Block auf, mit einem Höhenunterschied von über 900 Metern, der sich auf wenigen Kilometern zwischen Vorland und Kamm zusammendrängt. Ganz oben steht der Brocken mit 1141 Metern, und hier verläuft die nördlichste natürliche Waldgrenze Mitteleuropas. Im Süden kommt Zechsteingips hinzu. Bäche verschwinden darin im Untergrund, und im Gestein entstehen Höhlen.
Das Jahr in dieser Region
September: Hirschbrunft am Bruchberg
Vom 15. September bis 5. Oktober ist der Wanderweg am Clausthaler Flutgraben am Bruchberg gesperrt, weil dort ein zentraler Bereich der Rotwildpaarung liegt. Von der Heidelbeerschneise aus lässt sich die Brunft ungestört verfolgen, dazu bietet die Nationalparkverwaltung achtsame Hirschbrunft-Führungen an. In Sankt Andreasberg finden im September die Hirschbrunfterlebnistage statt.
Mitte des Monats geht die Sonne um 6:51 auf und um 19:34 unter. Dazwischen liegen 12 Stunden und 43 Minuten Tageslicht.
Wasser und Luft: Open-Meteo, gemessene Mittelwerte. Andrang: Anteil der Schulferien 2027 über alle sechzehn Bundesländer. Naturdaten: Deutscher Wetterdienst, phänologische Beobachtungen 2014 bis 2026 an 102 Stationen der Region, typischer Tag.
Touren in dieser Region
Ausgeschilderte Touren, die sich an einem Tag von einem Platz aus machen lassen, dazu je Art eine Mehrtagestour.
- Wandern
Harzer-Hexen-Stieg
Quer durch den Harz, von Osterode bis nach Thale. Auf halber Strecke steht der Brocken, und streckenweise läuft der Weg neben den Gräben, mit denen der Bergbau seit dem 16. Jahrhundert sein Wasser über die Hänge lenkte. Zum Schluss geht es hinunter ins Bodetal, zwischen Hexentanzplatz und Rosstrappe.
97 kmMehrtagestour
- Wandern
Karstwanderweg
Am Südrand des Harzes steckt Gips im Untergrund. Das Gestein bestimmt hier alles. Es löst sich im Wasser, der Boden sackt nach, und zurück bleiben runde Erdfälle, einige davon wassergefüllt wie der Juessee und der Wiedensee. Dazwischen wächst Trockenrasen mit Orchideen auf flachem Boden über Gips und Dolomit, und Höhlen und Karstquellen liegen direkt am Weg.
265,7 kmMehrtagestour
- Wandern
Harzer BaudenSteig
Der Steig läuft über die sonnige Südwestseite des Harzes, durch Laub- und Mischwald und über Höhen mit weitem Blick ins Vorland. Bewirtschaftete Bauden und Aussichtstürme stehen direkt am Weg, so der Albertturm auf dem Iberg, die Knollenbaude mit ihrem Turm auf dem Großen Knollen und die Hanskühnenburg auf 811 Metern. Am Ende wartet das Kloster Walkenried.
76,8 kmMehrtagestour
- Wandern
Teufelsstieg
Von Bad Harzburg führt der Weg am Molkenhaus vorbei und über der Eckertalsperre entlang, ehe der lange Anstieg auf dem plattenbelegten Kolonnenweg beginnt. Oben steht man auf dem Brocken. Hinunter geht es durch das Eckerloch und an der Kalten Bode entlang ins Elendstal, wo sich der Bach schmal zwischen die Felsen schiebt. Ein weißer Teufel auf grünem Grund zeigt die Richtung.
24,3 km
- Radfahren
Harzrundweg
Die Runde umfährt den Harz am Rand, statt ihn zu überqueren. Sie verbindet Fachwerkstädte wie Goslar und Wernigerode mit stillen Dörfern dazwischen und schwenkt dabei ständig in die Berge hinein und wieder heraus, was Höhenmeter kostet. Im Ostharz folgen Thale, Gernrode und Ballenstedt. Asphalt und geschotterte Feldwege wechseln sich ab, in den Altstädten kommt Kopfsteinpflaster dazu. Im Süden fährt man über den Gipskarst.
321,3 kmMehrtagestour
- Mountainbike
Die Harz-Wald-Tour
Zwischen Drei Annen Hohne und Wernigerode bleibt die Runde am Rand des Nationalparks, überwiegend auf Schotter, mit Asphalt in den Orten. Nicht weit vom Weg fällt die Holtemme in der Steinernen Renne über Granitblöcke. Durch das Ilsetal geht es nach Ilsenburg mit seinem alten Kloster. Am Eichberg in Wernigerode liegt ein zweiter Einstieg.
33,2 km720 HöhenmeterRundtour
Touren: © OpenStreetMap-Mitwirkende, ODbL. Längen aus dem kartierten Verlauf berechnet, Stand 12. September 2026.
Tiere, die man hier trifft
Mai bis OktoberRothirsch
Die Wildtier-Beobachtungsstation Molkenhaus bei Bad Harzburg hat von Mai bis September geöffnet, ebenso zugänglich ist die barrierefreie Station im Odertal bei Sankt Andreasberg. Rötlichbraunes Sommerfell und das kräftig verzweigte Geweih der Hirsche kennzeichnen den Rothirsch schon aus der Distanz. Zur Brunft im September ziehen die Tiere an den Bruchberg, von der Heidelbeerschneise aus lässt sich ihr Röhren ungestört verfolgen.
ganzjährigLuchs
Verlässlich zu sehen ist der Luchs im vier Hektar großen Schaugehege an der Rabenklippe über Bad Harzburg, mit öffentlicher Fütterung mittwochs und samstags um 14.30 Uhr. Das gefleckte Fell und die schwarzen Pinselohren unterscheiden ihn von anderen Wildkatzen. Frei lebend besiedelt er seit der Wiederansiedlung im Jahr 2000 inzwischen den gesamten Harz, zur Ranzzeit zwischen Februar und April sind die sonst einzelgängerischen Tiere am ehesten unterwegs.
ganzjährigWasseramsel
An den kalten, sauerstoffreichen Bergbächen Oder, Sieber, Ilse, Ecker und Oker sitzt die Wasseramsel auf Steinen im Wasser, gut zu beobachten von der barrierefreien Station im Odertal zwischen Parkplatz Oderhaus und Rinderstall. Der weiße Kehlfleck auf dunklem Gefieder und das ständige Knicksen mit dem Körper verraten sie schon von weitem. Als Standvogel bleibt sie das ganze Jahr über hier, taucht kopfüber ins strömende Wasser und läuft am Bachgrund nach Larven und Kleinkrebsen.
Oktober bis NovemberKranich
Am Helmestausee bei Kelbra am Südrand des Harzes rasten auf dem Herbstzug bis zu 40.000 Kraniche an einem einzigen Tag, gut zu beobachten vom Turm am Ufer aus. Der rote Scheitelfleck und der schwarzweiße Kopf sind schon von weitem zu erkennen, dazu trägt ihr trompetender Ruf weit über den See. Zwischen dem 16. Oktober und dem 11. November begleiten geführte Wanderungen des Biosphärenreservats Karstlandschaft Südharz die Rast.
Bilder: Freepik
Anreise
- 1 Std. 30 Min.Magdeburg
- 3 Std. 00 Min.Hamburg
- 3 Std. 00 Min.Berlin
- 3 Std. 30 Min.Frankfurt am Main
- 4 Std. 15 Min.Köln
- 5 Std. 30 Min.München
Gut zu wissen
Leinenpflicht im gesamten Nationalpark
Im Nationalpark Harz müssen Hunde durchgehend an der Leine geführt werden, auch auf Loipen und Winterwanderwegen. An der Wildtier-Beobachtungsstation Molkenhaus bei Bad Harzburg sind Hunde gar nicht zugelassen. Die Regel schützt Rehe, Rotwild und die frei lebenden Luchse.
Wegegebot und Drohnenverbot
Im Nationalpark gilt das Wegegebot, gewandert wird auf den rund 600 Kilometern markierter Wege. Drohnen und andere unbemannte Fluggeräte sind verboten, weil an den Felsen und Klippen seltene Vogelarten wie der Wanderfalke brüten. Pflanzen, Beeren und Pilze bleiben stehen, gesammelt wird nichts.
Kein Feuer, kein Grill, kein Feuerwerk
Offenes Feuer, Grillen und Rauchen sind im gesamten Nationalpark untersagt, die Bußgelder reichen bis 25.000 Euro. Feuerwerk ist dort ganzjährig verboten. Auch an den Harzer Talsperren sind offenes Feuer und Camping nicht erlaubt.
Baden nur an drei Talsperren
Schwimmen und Wassersport mit handgeführter Ausrüstung wie SUP und Kanu sind an der Okertalsperre, der Odertalsperre und der Innerstetalsperre erlaubt. Die Ecker-, Grane- und Sösetalsperre sind Trinkwassertalsperren und dafür gesetzlich nicht freigegeben. Motorisierter Wassersport ist an allen Talsperren untersagt, und an Staudämmen oder Mauern darf nicht angelegt werden.
Übernachten im Fahrzeug und Zufahrten
Zelten, Biwakieren und Campen sind im Nationalpark Harz nicht erlaubt, an den Talsperren ebenso wenig. Zwei Straßen sind für den öffentlichen Autoverkehr gesperrt, die Brockenstraße und die Zufahrt zum Luchsgehege an der Rabenklippe. Beide Ziele erreicht man zu Fuß, mit der Brockenbahn oder mit dem Linienbus.
Moore nur über die Bohlenstege
Die Hochmoore werden ausschließlich auf Bohlenstegen gequert, etwa auf dem 4,5 Kilometer langen Rundweg um das Große Torfhausmoor ab dem Besucherzentrum TorfHaus. Die Stege führen mitten durch das Moor, ohne den Torfkörper zu belasten. Im Winter ist das Betreten von Eisflächen im Nationalpark nicht gestattet.
Geschützte Landschaften
- Nationalpark
- Harz
- Biosphärenreservat
- Karstlandschaft Südharz
- Naturpark
- Südharz
Namen und Grenzen: © OpenStreetMap-Mitwirkende.
Über diese Region
Der Harz ist Deutschlands nördlichstes Mittelgebirge, ein geschlossener Block bis zum Brocken auf 1141 Meter, an der Grenze von Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Es gibt Stellplätze für Wohnmobil und Zelt sowie Hütten.
Volle Wochen sind Juli und August, wenn die Brockenkuppe frostfrei ist und die Talsperren für Wassersport offen sind. Im Winter kommen Langläufer auf die Loipen, ruhiger sind Frühjahr und Herbst. Wann ein Platz geöffnet hat, steht im Kalender des Angebots.