
Camping im Chiemgau
Der Chiemgau legt sich um den Chiemsee. Mit rund 80 Quadratkilometern ist er der größte See Bayerns. Nach Süden steigt das Land über ausgedehnte Hochmoore und Jungmoränenhügel in die Chiemgauer Alpen. Die Mündung der Tiroler Achen bildet das einzige sich noch natürlich entwickelnde Binnendelta Mitteleuropas und gehört zusammen mit den Chiemseemooren zu einem 13.988 Hektar großen EU-Vogelschutzgebiet. Dieses Gebiet ist zugleich ein Feuchtgebiet nach der Ramsar-Konvention.
Das Jahr in dieser Region
September: Kolbenenten sammeln sich am Chiemsee
Für die Kolbenente ist der Chiemsee nach dem Ismaninger Teichgebiet das zweitwichtigste Rast- und Überwinterungsgewässer Bayerns. Mauser und Überwinterung laufen von September bis März, in dieser Zeit steigen die Zahlen deutlich an, bayernweit auf Herbstmaxima von 3.000 bis 8.000 Vögeln. Die Erpel sind am rostroten Kopf und am roten Schnabel schon aus der Ferne zu erkennen.
Mitte des Monats geht die Sonne um 6:46 auf und um 19:24 unter. Dazwischen liegen 12 Stunden und 38 Minuten Tageslicht.
Wasser und Luft: Open-Meteo, gemessene Mittelwerte. Andrang: Anteil der Schulferien 2027 über alle sechzehn Bundesländer. Naturdaten: Deutscher Wetterdienst, phänologische Beobachtungen 2014 bis 2026 an 39 Stationen der Region, typischer Tag.
Touren in dieser Region
Ausgeschilderte Touren, die sich an einem Tag von einem Platz aus machen lassen, dazu je Art eine Mehrtagestour.
- Wandern
SalzAlpenSteig
Von Prien am Chiemsee über die Chiemgauer Berge nach Bad Reichenhall, weiter an den Königssee und bis zum Hallstätter See in Österreich. Der Weg folgt dem Salz: alten Saumpfaden, Salinen und der Spur der Soleleitung, die von Bad Reichenhall nach Traunstein lief, dazu Moorböden, Bergbäche und stille Wälder. Am Hochfelln steht man auf 1674 Metern.
236,6 kmMehrtagestour
- Wandern
Maximiliansweg
Abschnitt Bayern
König Maximilian II. reiste 1858 von Lindau am Bodensee bis Berchtesgaden, und der Weg nimmt diese Linie wieder auf. Durch den Bregenzerwald, an Neuschwanstein vorbei, über die Ammergauer Alpen und die bayerischen Voralpen geht es in die Chiemgauer und Berchtesgadener Berge, über Almböden, Schotter und Wurzelpfade. Der Blick reicht oft weit ins Vorland.
410,8 kmMehrtagestour
- Wandern
Chiemsee Rundweg
Rund um den See auf Feldwegen, schmalen Naturpfaden und asphaltierten Promenaden, durch Bernau, Prien, Gstadt, Seebruck und Chieming. Zwischen Aiterbach und der Halbinsel Sassau steht das Schilf hoch, im Grabenstätter Moos und im Achendelta stehen Beobachtungstürme. Die Alpenkette bleibt fast überall im Blick.
58,2 km
- Radfahren
Chiemgau-Radweg
Zwischen Inzell, Ruhpolding und Reit im Winkl, meist auf Wald- und Wirtschaftswegen durch Wiesen und Wald. Hinter Ruhpolding folgen Lödensee, Mittersee und Weitsee. Die Chiemgauer Berge stehen dabei ständig voraus oder im Rücken, zum Schluss begleitet der Schwarzlofer die Strecke nach Reit im Winkl.
30,9 km
- Radfahren
Bodensee-Königssee-Radweg
Abschnitt Chiemgau
Im Chiemgau läuft die Route durch das Priental über Aschau, Bernau am Chiemsee und Grassau, am Nordrand der Chiemgauer Alpen entlang. Vorher quert sie den Inn bei Neubeuern und rollt über die sanften Hügel des Voralpenlandes. Bei Bernau taucht der Chiemsee auf.
42,5 km350 Höhenmeter
- Mountainbike
Chiemgau King MTB
Acht Almen an einem Stück: von der Chiemgau Arena in Ruhpolding über Maria Eck und die Stoißeralm nach Inzell, weiter zur Bründlingalm, zum Torfbahnhof Rottau und hinauf zur Steinlingalm unter der Kampenwand. Dann Staffnalm im Hochplattengebiet über Marquartstein, Jochbergalm bei Unterwössen und Winklmoosalm über Reit im Winkl, bevor es nach Ruhpolding zurückgeht. Dazwischen liegen rund 4600 Höhenmeter.
161,3 kmMehrtagestour
- Langlauf
Aufstiegsloipe Hemmersuppenalm
Die Spur steigt von Reit im Winkl aus dem Tal auf 800 Metern durch den Wald hinauf zur Hochfläche der Hemmersuppenalm auf über 1200 Metern. Oben öffnen sich weite Almwiesen unter Schnee, am Rand steht die Hindenburghütte. Der Schnee liegt hier länger als unten.
6,4 km
Touren: © OpenStreetMap-Mitwirkende, ODbL. Längen aus dem kartierten Verlauf berechnet, Stand 12. September 2026.
Tiere, die man hier trifft
Januar bis DezemberKolbenente
Auf dem offenen Wasser des Chiemsees, vor allem vor dem Achendelta und in der Hirschauer Bucht, sammelt sich die Kolbenente in großer Zahl. Die Erpel fallen mit rostrotem Kopf und leuchtend rotem Schnabel schon aus der Ferne auf. Von September bis März ist der Chiemsee nach dem Ismaninger Teichgebiet das zweitwichtigste Rast- und Überwinterungsgewässer Bayerns für die Art.
ganzjährigGämse
Im Naturschutzgebiet Geigelstein zwischen Schleching und Sachrang und in den Revieren des Forstbetriebs Ruhpolding ist die Gämse das ganze Jahr über zu finden. Im Sommer hält sie sich in den Felsregionen und auf den Almflächen auf, im Winter wechselt sie in tiefere, bewaldete Hänge und ist von den Wegen aus dann leichter zu entdecken. Ihre schwarzen, nach hinten gebogenen Krickel und die helle Gesichtsmaske mit dunklem Augenstreifen machen sie unverwechselbar.
April bis SeptemberMurmeltier
Auf den offenen Almflächen der Rossalm im Naturschutzgebiet Geigelstein gehört das Alpenmurmeltier zu den kennzeichnenden Arten. Der gedrungene Körper und der schrille Pfiff bei Gefahr verraten es schon von weitem. Am Vormittag und am späten Nachmittag ist es am aktivsten, in der Mittagshitze zieht es sich in den kühlen Bau zurück.
März bis JuliGroßer Brachvogel
In den Feuchtwiesen am Achendelta und im Grabenstätter Moos besetzt der Große Brachvogel ab Ende März wieder sein Brutrevier. Der lange, nach unten gebogene Schnabel und der klagende, weit tragende Ruf verraten ihn schon von weitem. Rund 500 Brutpaare leben in Bayern, die Eiablage beginnt frühestens Ende März.
Bilder: Freepik
Dunkler Himmel
Von DarkSky International anerkannte Orte.
Winklmoosalm
Die Alm liegt auf 1200 Metern über Reit im Winkl, oberhalb der Dunstschicht, die im Tal hängt. Dazu schirmen die Berge das Licht der Orte ringsum ab.
Anreise
- 1 Std. 00 Min.München
- 1 Std. 45 Min.Augsburg
- 4 Std. 45 Min.Frankfurt am Main
- 6 Std. 30 Min.Köln
- 6 Std. 45 Min.Berlin
- 8 Std. 30 Min.Hamburg
Gut zu wissen
Ruhezonen auf dem Chiemsee
Seit 2005 gibt es auf dem Chiemsee ausgewiesene Ruhezonen für Vögel und Fische. Ein Teil gilt ganzjährig, ein Teil vom 1. März bis 31. Juli, betroffen sind vor allem die Ufer der Herreninsel und die Halbinsel Sassau. Die Grenzen sind mit Bojen markiert, Karten liegen bei den Gemeinden und der Seenverwaltung in Prien aus.
Beobachtungstürme statt Kernzone
Die Kernzone des Naturschutzgebiets Mündung der Tiroler Achen bleibt unbetreten, auf dem Wasser markiert eine Bojenkette die Grenze. Dafür stehen zwei frei zugängliche Beobachtungstürme bereit, einer am Lachsgang bei Übersee für die Westseite des Deltas, einer an der Hirschauer Bucht für die Ostseite. Beide sind kostenlos und mit Fernrohren ausgestattet.
Verhalten in den Schutzgebieten
In den Naturschutzgebieten der Region gilt: auf den markierten Wegen bleiben, Hunde an der Leine führen, keine Pflanzen und Pilze sammeln, keine Drohnen und Drachen steigen lassen. Am Achendelta ist der Zugang zum Deltakern gesperrt, damit die Brutvögel ungestört bleiben. Die jeweils gültigen Hinweise hängen an den Eingängen der Gebiete aus.
Feuer im Wald
Nach Art. 17 des Bayerischen Waldgesetzes braucht es für offene Feuerstätten im Wald und im Umkreis von 100 Metern eine behördliche Erlaubnis. Vom 1. März bis 31. Oktober ist das Rauchen im Wald untersagt. Grillen gehört deshalb auf die dafür eingerichteten Plätze der Gemeinden und Campingbetriebe.
Zu den Inseln ohne Auto
Vom Bahnhof Prien fährt seit 1887 die meterspurige Chiemsee-Bahn die knapp 1,8 Kilometer hinunter zum Hafen Prien/Stock, im Sommer mit der Dampflok Laura von 1887. Der Regelbetrieb läuft von Ende Mai bis Ende September. Von Stock aus bedienen die Schiffe der Chiemsee-Schifffahrt Herreninsel und Fraueninsel, Fahrräder und Hunde werden auf bestimmten Kursen mitgenommen.
Wege, Räder und Pferde
Art. 28 des Bayerischen Naturschutzgesetzes erlaubt das Wandern, Reiten und Fahren mit motorlosen Fahrzeugen auf privaten Wegen in der freien Natur, Fußgänger haben dabei Vorrang. Im Wald sind Radfahren und Reiten nur auf Straßen und geeigneten Wegen zulässig, landwirtschaftliche Flächen dürfen während der Nutzzeit nur auf vorhandenen Wegen betreten werden. Markierungen dürfen nur mit Zustimmung der unteren Naturschutzbehörde angebracht werden, die ausgeschilderten Routen sind daher verlässlich.
Über diese Region
Der Chiemgau liegt rund um den Chiemsee, Bayerns größten See, und steigt nach Süden in die Chiemgauer Alpen an. Geprägt wird er von der Mündung der Tiroler Achen, einem der letzten natürlichen Binnendeltas Europas. Die Plätze reichen von Stellplätzen am Ufer bis zu Campingplätzen am Bergrand.
Am vollsten ist es im Sommer, ruhiger wird es im Frühling und Herbst. Wann ein Platz geöffnet hat, steht im Kalender des Angebots.