Ferienwohnungen am Bodensee

Eine eigene Küche verändert am Bodensee vor allem den Einkauf. Obstbauern und Winzer verkaufen rund um den See ab Hof, und die Tourismusverbände führen diese Hofläden als eigenes Ausflugsziel. Ein Teil der Ferienwohnungen gehört selbst zu solchen Betrieben im Hinterland, wo die Drumlinhügel des Linzgaus den Blick über das Wasser bis zu den Alpen freigeben; andere liegen in den Uferorten gleich hinter der Promenade. Wer eine Woche bleibt, kommt trotzdem herum: Der Radweg rund um den See misst 260 Kilometer, und die Kursschiffe verbinden die Städte am Ufer.

Das Jahr in dieser Region

September: Apfelernte und Bodensee-Apfelwochen

Die Apfelernte läuft im September und Oktober in zwei bis drei Pflückdurchgängen, vorwiegend Elstar, Gala, Jonagold und Golden Delicious. Rund 25 Orte zwischen Lindau und der Insel Mainau begehen von Mitte September bis Anfang November die Bodensee-Apfelwochen mit Plantagenführungen, Obstmärkten und Verkostungen. In den Riedwiesen blühen zur selben Zeit Lungenenzian, Deutscher Enzian und Teufelsabbiss.

Mitte des Monats geht die Sonne um 6:59 auf und um 19:37 unter. Dazwischen liegen 12 Stunden und 38 Minuten Tageslicht.

Wasser und Luft: Open-Meteo, gemessene Mittelwerte. Andrang: Anteil der Schulferien 2027 über alle sechzehn Bundesländer. Naturdaten: Deutscher Wetterdienst, phänologische Beobachtungen 2014 bis 2026 an 28 Stationen der Region, typischer Tag.

Touren in dieser Region

Ausgeschilderte Touren, die sich an einem Tag von einem Platz aus machen lassen, dazu je Art eine Mehrtagestour.

  • Radfahren

    Bodensee-Radweg

    Rund um den See und durch drei Länder, überwiegend auf Asphalt und fast immer flach. Die Strecke wechselt zwischen Uferpromenaden, den Obstgärten am Nordufer und dem Naturschutzgebiet im Rheindelta bei Bregenz. Die Reichenau mit ihren Gemüsefeldern liegt als Abstecher daneben. Fähren kürzen ab, etwa zwischen Konstanz und Meersburg.

    293,2 kmMehrtagestour

    GPXKarteWebsite

  • Wandern

    Bodensee-Rundwanderweg

    Abschnitt Stein a. R. - Lindau

    Zu Fuß am Ufer entlang, von Stein am Rhein, wo der Rhein den See wieder verlässt, bis nach Lindau. Mal geht es direkt am Wasser, mal oben über den Hängen, wo Bebauung oder Naturschutzgebiete den Rand versperren. Unterwegs liegen Konstanz und Überlingen, dazu die Wallfahrtskirche Birnau hoch über dem Wasser. Das Zeichen ist ein blauer Punkt mit Pfeil.

    164 kmMehrtagestour

    GPXKarte

  • Wandern

    SeeGang

    Von Konstanz über den bewaldeten Bodanrück nach Bodman und weiter am Steilufer über Sipplingen nach Überlingen. Der mittlere Teil ist der wildeste, mit tief eingeschnittenen Tobeln, Bachläufen und der Marienschlucht, durch die ein Steg mit Aussichtsplattformen führt. Zwischen Bodman und Sipplingen wird es flach und obstbaumreich.

    52,9 km1400 Höhenmeter

    GPXKarteWebsite

  • Wandern

    Jubiläumsweg Bodenseekreis

    Der Weg hält sich bewusst vom Ufer fern und läuft durch das Hinterland von Kressbronn nach Überlingen, über Drumlins, die der Eiszeitgletscher hinterlassen hat. Dazwischen liegen Moore, Weiher, das Rotachtal und der Aachtobel, eine enge, urwaldartige Schlucht. Vom Gehrenbergturm sieht man den See und die Alpenkette.

    115,5 kmMehrtagestour

    GPXKarteWebsite

  • Radfahren

    Donau-Bodensee-Radweg

    In Ulm geht es von der Donau weg, im Schatten des Münsters, quer durch Oberschwaben bis ans Bodenseeufer bei Kressbronn. Der Untergrund ist meist Asphalt, dazwischen wassergebundener Schotter. Oberschwaben ist hügelig, die Strecke steigt und fällt beständig, und zwischendurch führt sie durch das stille Tal der Wolfegger Ach.

    155,8 kmMehrtagestour

    GPXKarteWebsite

  • Radfahren

    Bodensee-Königssee-Radweg

    Quer durch das bayerische Alpenvorland von Lindau am Bodensee bis an den Königssee, immer mit der Alpenkette zur Rechten. Die Strecke nimmt Allgäu, Pfaffenwinkel, Tölzer Land, Tegernsee und Chiemgau mit und sammelt dabei mehrere tausend Höhenmeter. Flach ist hier fast nichts.

    455,8 km3530 HöhenmeterMehrtagestour

    GPXKarteWebsite

Touren: © OpenStreetMap-Mitwirkende, ODbL. Längen aus dem kartierten Verlauf berechnet, Stand 12. September 2026.

Tiere, die man hier trifft

  • Januar bis Dezember

    Kolbenente

    Am Untersee, vor allem in der Wasserschutzzone vor dem Wollmatinger Ried, im Ermatinger Becken und an der Radolfzeller Aachmündung, schwimmen die auffälligsten Enten des Bodensees. Der Erpel trägt einen leuchtend orangeroten Kopf, einen roten Schnabel und schwarzes Gefieder mit breiten weißen Flanken, die Ente bleibt unscheinbar braun mit heller Wange. Im Juli und August mausern dort rund 4.000 Tiere gemeinsam, im Winter kommen weitere aus Spanien und Südfrankreich dazu, die hier reichlich Armleuchteralgen finden.

  • Januar bis Dezember

    Singschwan

    Im Ermatinger Becken am Untersee und im Eriskircher Ried zwischen Schussen- und Rotachmündung versammeln sich die meisten Singschwäne des Bodensees, die Höchstzahlen liegen zwischen Ende Dezember und Anfang Februar. Anders als der stumme Höckerschwan trägt er den Hals gerade aufgerichtet und einen gelb-schwarzen Schnabel, sein trompetender Ruf ist oft schon von Weitem zu hören. Vom Reichenauer Damm und vom Infopfad an der Stockacher Aachmündung bei Bodman-Ludwigshafen lassen sich die ab Ende Oktober eintreffenden Trupps gut beobachten.

  • ganzjährig

    Haubentaucher

    Der Haubentaucher ist auf dem Bodensee das ganze Jahr über zu sehen, zur Brutzeit vor allem in den überfluteten Schilfflächen des Wollmatinger Rieds und der Halbinsel Mettnau. Erkennbar ist er an der doppelten schwarzen Federhaube und der rostroten Halskrause, die er im Frühjahr zur Balz aufstellt. Die Balztänze mit synchronem Kopfschütteln beginnen im Vorfrühling und lassen sich von den Uferpromenaden in Konstanz, Überlingen und Friedrichshafen aus beobachten.

  • ganzjährig

    Biber

    An den Zuflüssen und in den Rieden rund um den Bodensee lebt der Biber, Europas größtes Nagetier, erkennbar an dem breiten, kahlen Ruderschwanz und dem dichten braunen Fell. Seit etwa 2010 besiedelt er den Bodenseekreis, inzwischen finden sich seine kegelförmig angenagten Baumstämme auch an kleineren Bächen. Am leichtesten zu entdecken sind diese Nagespuren im Winterhalbjahr, wenn er Rinde von Weiden und Pappeln frisst und das fehlende Laub den Blick freigibt.

Bilder: Freepik

Worauf man beim Buchen achtet

In welchem Haus liegt sie?
Ein Altbau mitten in der Stadt und eine reine Ferienanlage am Ortsrand heißen beide Ferienwohnung. Ob im Haus auch Dauermieter leben, ändert den Ton im Treppenhaus. Die Karte im Inserat sagt mehr als der Titel.
Welche Etage, und gibt es einen Aufzug?
Ohne Aufzug wird jeder Koffer zum Thema, und unter dem Dach wird es im Sommer warm. Im Titel steht das selten. In den Angaben fast immer.
Eigener Eingang oder gemeinsamer Flur?
Manche Wohnungen haben eine eigene Tür nach draußen, andere teilen den Flur mit den Nachbarn. Mit müden Kindern macht das einen Unterschied.
Küche oder Kochnische?
Kochnische heißt oft zwei Platten und ein Wasserkocher. Eine volle Küche hat einen Backofen und Platz zum Schneiden. Wer länger bleibt, sieht sich die Fotos an.
Wo steht das Auto?
Ein eigener Stellplatz gehört nicht automatisch dazu. In Altstädten und Kurorten ist Parken die knappste Ware, und die Gebühr dafür kommt zur Miete hinzu.
Was kommt zur Miete dazu?
Endreinigung und Bettwäsche stehen oft getrennt in der Rechnung, dazu kommt in vielen Orten ein Gästebeitrag. Bei kurzen Aufenthalten fällt das stärker ins Gewicht.

Für wen es passt

Gemacht für

Paare und Familien, die länger bleiben und kochen wollen. In Städten ist die Ferienwohnung oft die einzige Art, mit Kindern in zwei getrennten Räumen zu schlafen, ohne zwei Hotelzimmer zu nehmen. Auch für Arbeitsaufenthalte über mehrere Wochen passt sie.

Eher nichts für

In den meisten Häusern gibt es Nachbarn, mal Dauermieter, mal andere Gäste. Wie nah sie wohnen, steht nicht immer im Inserat. Gruppen, die abends laut werden, bekommen darum leicht Ärger mit dem Haus, und wer nur eine Nacht bleibt, trägt die Endreinigung für diese eine Nacht.

Woher es kommt

Die Ferienwohnung geht auf die Sommerfrische zurück. Im 19. Jahrhundert zogen Städter für Wochen aufs Land, sobald die Eisenbahn sie dorthin brachte, und wer sich keine eigene Villa leisten konnte, mietete sich bei Einheimischen ein. Aus dem Zimmer im fremden Haus wurde später die abgeschlossene Wohnung mit eigener Küche. Seit 1994 vergibt der Deutsche Tourismusverband Sterne dafür, einen bis fünf, je nach Ausstattung und Service.

Gut zu wissen

  • Treppen gehören dazu

    Viele Ferienwohnungen liegen im Obergeschoss, und nicht jedes Haus hat einen Aufzug. Barrierefrei ist nur, was ausdrücklich so ausgeschrieben ist.

  • Hunde seltener als im Haus

    Im Mehrparteienhaus entscheidet der Gastgeber selten allein, oft steht dazu etwas in der Hausordnung. Vor der Buchung fragen ist leichter als vor Ort diskutieren.

  • Waschmaschine nicht überall

    Manche Wohnungen haben eine eigene, in anderen Häusern gibt es einen gemeinsamen Waschraum. Bei längeren Aufenthalten lohnt der Blick darauf.

Anreise

  • 2 Std. 00 Min.Freiburg im Breisgau
  • 2 Std. 15 Min.München
  • 4 Std. 00 Min.Frankfurt am Main
  • 5 Std. 30 Min.Köln
  • 7 Std. 30 Min.Berlin
  • 8 Std. 00 Min.Hamburg

Gut zu wissen

  • Rot-weiß-rote Zeichen markieren die Ruhezonen

    Die für den Naturschutz gesperrten Wasserflächen sind mit rot-weiß-roten Schifffahrtszeichen und Naturschutzschildern markiert. Besonders im Juli und August, wenn die Wasservögel flugunfähig mausern, sind die Flächen vor dem Wollmatinger Ried, vor der Hornspitze und an der Radolfzeller Aachmündung betroffen. Boot, Surfbrett und Schwimmer bleiben außerhalb dieser Grenzen.

  • Motorboote halten 300 Meter Abstand zum Ufer

    Nach Artikel 6.11 der Bodensee-Schifffahrts-Ordnung dürfen Fahrzeuge mit Maschinenantrieb nicht näher als 300 Meter an das Ufer oder an einen vorgelagerten Schilfgürtel heranfahren, außer zum An- und Ablegen, und dort höchstens 10 km/h fahren. Für Kanu, Kajak und Stand-up-Paddle gilt diese Grenze nicht, ab 300 Metern Uferabstand ist dort aber eine Schwimmhilfe nach EN ISO 12402-5 vorgeschrieben. Die Ordnung gilt gleichlautend in Deutschland, Österreich und der Schweiz.

  • Im Naturschutzgebiet auf den Wegen und an der Leine

    Die Verordnung für das Eriskircher Ried untersagt in § 4 Nr. 12, das Schutzgebiet außerhalb der Wege zu betreten, und das gilt ausdrücklich auch für Fotografen. Das Naturschutzzentrum Eriskirch bittet zusätzlich darum, Hunde durchgehend an der Leine zu führen, weil auch ein ruhiger Hund die Tiere in die Flucht treibt. In den übrigen Rieden am Nord- und Westufer gelten dieselben Wegegebote.

  • Kein Feuer in den Uferschutzgebieten

    In den Naturschutzgebieten am Ufer ist Feuer nicht erlaubt, die Verordnung für das Eriskircher Ried führt das in § 4 Nr. 11 ausdrücklich auf. Auch an den Kiesufern rät das NABU-Bodenseezentrum von Lagerfeuern ab, weil dort die Strandrasen mit dem Bodensee-Vergissmeinnicht wachsen. Gegrillt wird auf den ausgewiesenen Plätzen.

  • Übernachten auf ausgewiesenen Plätzen

    Zelten, Lagern und das Aufstellen von Wohnwagen oder sonstigen Fahrzeugen sind in den Uferschutzgebieten untersagt, so § 4 Nr. 10 der Verordnung für das Eriskircher Ried. Rund um den deutschen Bodensee gibt es dafür Camping- und Wohnmobilstellplätze, die die Deutsche Bodensee Tourismus GmbH führt, unter anderem in Lindau, Kressbronn und Hagnau.

  • Die Autofähre verbindet Nord- und Südufer

    Die Autofähre Konstanz nach Meersburg überquert 4,8 Kilometer Wasser in etwa 15 Minuten und fährt an 365 Tagen im Jahr rund um die Uhr, tagsüber alle 10 bis 15 Minuten. Sechs Schiffe sind im Einsatz, Fahrräder und Fußgänger werden mitgenommen. Nach Angaben der Stadtwerke Konstanz spart die Überfahrt rund 60 Kilometer Umweg über Land.