Camping im Bliesgau

Der Bliesgau bildet die südöstliche Ecke des Saarlands und ist seit Mai 2009 als UNESCO-Biosphärenreservat anerkannt, das mit 36.152 Hektar rund 14 Prozent der Landesfläche einnimmt. Sieben Kommunen tragen das Reservat gemeinsam: Gersheim, Mandelbachtal, Kirkel, Kleinblittersdorf, Blieskastel, St. Ingbert und Teile von Homburg. Namensgebend ist die Blies, die auf ihrem Weg durch Muschelkalkböden an ausgedehnten Streuobstwiesen und der Bliesaue vorbeifließt; in diesen Wiesen brüten etwa 80 Prozent des gesamten saarländischen Steinkauzbestands. Bei Gersheim wächst außerdem fast die Hälfte aller in Deutschland heimischen Orchideenarten auf einem 32 Hektar großen, seit 1957 geschützten Kalkmagerrasen. Wahrzeichen der Region ist der Gollenstein bei Blieskastel, mit 6,58 Metern der größte Menhir Mitteleuropas und rund 4000 Jahre alt. Seit dem frühen 21. Jahrhundert lebt außerdem der Biber wieder an der Blies, nachdem er hier lange als ausgerottet galt.

Das Jahr in dieser Region

September: Streuobsternte und Apfelsaftpressen

Im September und Oktober geben viele Grundstücksbesitzer im Bliesgau ihr Fallobst bei der Kelterei in Kleinblittersdorf ab, wo aus 100 Kilogramm Äpfeln rund 50 Liter Saft gepresst werden. Der Verein Bliesgau Obst, der schon beim winterlichen Baumschnitt mitwirkt, koordiniert die Ernteaktionen und vermarktet den Saft anschließend als regionales Produkt.

Mitte des Monats geht die Sonne um 7:07 auf und um 19:46 unter. Dazwischen liegen 12 Stunden und 40 Minuten Tageslicht.

Was die Natur in diesem Monat macht

  • Äpfel: Erntebeginn um den 27. September (meist zwischen 19. September und 9. Oktober)

Wasser und Luft: Open-Meteo, gemessene Mittelwerte. Andrang: Anteil der Schulferien 2027 über alle sechzehn Bundesländer. Naturdaten: Deutscher Wetterdienst, phänologische Beobachtungen 2014 bis 2026 an 23 Stationen der Region, typischer Tag.

Touren in dieser Region

Ausgeschilderte Touren, die sich an einem Tag von einem Platz aus machen lassen, dazu je Art eine Mehrtagestour.

  • Wandern

    Der Bliesgauer

    Aus dem Bliestal hinauf auf den Höhenrücken am Rand des Schornwalds, dann kilometerweit an Waldrändern entlang, über Streuobstwiesen und an sechs Bliesgaudörfern vorbei. Der Boden ist überwiegend naturnah, Asphalt gibt es kaum. In Herbitzheim steht die Kirche St. Barbara, ein runder Betonbau, dessen Windungen sich nach oben verjüngen wie im Längsschnitt eines Schneckenhauses, und bei Wolfersheim liegt ein alter Kalksteinbruch am Weg.

    15,9 kmRundtour

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  • Wandern

    Bliessteig

    Von der Blies bei Saargemünd bis nach Bexbach, quer durch die Biosphäre Bliesgau. Im Süden geht es über Muschelkalk, durch Auwald am Fluss und über offene Wiesen mit weiten Blicken, dazwischen liegt die Barockstadt Blieskastel. Um Kirkel und Homburg wird der Fels dann Buntsandstein. Kurz vor dem Ziel liegt der höchste Punkt, der Höcherberg mit 518 Metern.

    105,2 kmMehrtagestour

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  • Wandern

    Bliesgau Blicke

    Ab Gersheim über die Bliesbrücke und durch den Ort, an der Kirche und an Spohns Haus vorbei, dann hinaus auf die Feldwege zum Lachenhof und hinauf auf die Höhe. Oben stehen Trockenmauern aus Kalkstein, dazu Magerrasen, auf denen im Frühsommer wilde Orchideen blühen. Die Aussicht reicht weit über den Bliesgau.

    6,3 kmRundtour

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  • Wandern

    Kirkeler Felsenpfad

    Durch Laubmischwald am Hirschberg, vorbei an Felsen aus Buntsandstein, die über Jahrmillionen aus dem Gestein herausgewittert sind. An den Wasserfelsen tritt Schichtwasser aus der Wand und tropft das ganze Jahr, im Winter hängen dort Eiszapfen. Am Ende steht die Hollerkanzel weit über dem Hang.

    4,1 km

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  • Wandern

    Orchideenpfad in Gersheim

    Schmale Pfade über den Halbtrockenrasen bei Gersheim, auf magerem Kalkboden in einem milden, fast mediterranen Kleinklima. Hier wächst etwa die Hälfte aller deutschen Orchideenarten. Stationen unterwegs zeigen außerdem Schmetterlinge, Heuschrecken und den Kalkquellsumpf am unteren Ende der Runde.

    2,2 kmRundtour

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  • Wandern

    Natura Trail Mandelbachtal

    Von Ormesheim aus geht es durch den Bettelwald und den Allmendwald, über die Muschelkalkhänge bei Bebelsheim und Wittersheim nach Gräfinthal. Der Boden wechselt zwischen weichen Waldwegen und Asphalt. Vom Heidenkopfturm aus reicht der Blick bei klarer Luft bis zu den Vogesen.

    20 kmRundtour

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  • Radfahren

    Bliesgau-Radweg

    Meist Asphalt: unten an der Blies über Blieskastel und Gersheim, dann hinauf auf den Höhenzug zwischen Bliestal und Mandelbachtal. Oben geht es lange durch kühlen Wald. Bei Reinheim liegt der Kulturpark, in dem ein keltisches Fürstinnengrab und eine römische Villa unmittelbar an der französischen Grenze ausgegraben sind.

    36,3 km

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Touren: © OpenStreetMap-Mitwirkende, ODbL. Längen aus dem kartierten Verlauf berechnet, Stand 12. September 2026.

Tiere, die man hier trifft

  • Februar bis August

    Weißstorch

    Im Feuchtgebiet unterhalb von Beeden brüten neun Storchenpaare, ihre Nester stehen an der Fischerhütte. Ab Februar kehren die Altvögel aus den Winterquartieren zurück und stolzieren mit weißem Gefieder und langem rotem Schnabel durch die Wiesen auf Nahrungssuche. Die Jungvögel schlüpfen in den meisten Jahren rund um Ostern und sind bis in den August hinein an den Nestern zu beobachten.

  • April bis September

    Biber

    In den Auenwäldern entlang der Blies im Biosphärenreservat lebt seit dem frühen 21. Jahrhundert wieder der Biber, nachdem er hier lange als ausgerottet galt. In der Dämmerung zieht er mit seinem breiten, schuppigen Schwanz durchs Wasser und hinterlässt an den Ufern kegelförmig angenagte Baumstämme als deutlichste Spur. Von April bis in den Herbst schleppt er frisch geschälte Äste zu seinem Bau, um sich und den Nachwuchs zu versorgen.

  • November bis Mai

    Steinkauz

    In den Streuobstwiesen rund um Gersheim und Mandelbachtal leben rund 80 Prozent des gesamten saarländischen Steinkauzbestands in den Baumhöhlen der alten Hochstämme. Ohne Laub an den Ästen ist der kleine, rundköpfige Vogel mit den gelben Augen im Winter leichter zu entdecken als im belaubten Sommer, wenn er sich meist in den Höhlen verbirgt. Wer in der Dämmerung aufmerksam durch die Wiesen geht, hört oft zuerst seinen charakteristischen Ruf, bevor er ihn zwischen den Ästen entdeckt.

  • März bis Juni

    Kammmolch

    Im Schwefelspfuhl bei Walsheim in Mandelbachtal lebt der Kammmolch zusammen mit Berg- und Teichmolch in einer der regengespeisten Mardellen des Bliesgaus. Sobald die Nächte im Vorfrühling milder werden, wandert er zu diesem Kleingewässer, die Männchen tragen dann einen gezackten Rückenkamm und eine silbrig schimmernde Schwanzflanke, mit der sie im Wasser vor den Weibchen werben. Die Paarung endet damit, dass die Weibchen ihre Eier einzeln in Blätter von Wasserpflanzen einwickeln.

Bilder: Freepik

Anreise

  • 0 Std. 30 Min.Saarbrücken
  • 2 Std. 00 Min.Frankfurt am Main
  • 3 Std. 00 Min.Köln
  • 4 Std. 45 Min.München
  • 6 Std. 30 Min.Hamburg
  • 7 Std. 15 Min.Berlin

Gut zu wissen

  • Kein Feuer in den Kernzonen

    Die Verordnung über das Biosphärenreservat Bliesgau verbietet in den zehn Kernzonen, Feuer zu entzünden oder zu zelten. Dazu gehören das Taubental bei Kirkel und der Baumbusch. Betreten werden dürfen diese Flächen nur auf den Wegen.

  • Hunde in den Kernzonen anleinen

    In den zehn Kernzonen des Biosphärenreservats Bliesgau dürfen Hunde nicht frei laufen. Zusammen sind das rund 1.200 Hektar Wald, die größte Fläche ist das Taubental. Wer dort spazieren geht, bleibt mit Hund auf den Wegen.

  • Befahrungsregelung auf der Blies

    Zwischen Bexbach und der Landesgrenze bei Habkirchen gilt für Kanufahrer während der Kernzeit der Vogelbrut vom 15. April bis 15. August eine Befahrungssperre. Einstiegsstellen liegen unter anderem in Reinheim unter der Bliesbrücke und am Zollmuseum in Habkirchen. Nichtschwimmer und Alleinfahrten sind auf dem Fluss nicht erlaubt, Schwimmweste und Auftriebskörper sind Pflicht.

  • Historische Wehre auf der Blies

    Auf dem Fluss liegen mit dem Haseler Wehr von 1748/50 und dem Holzauwehr von 1779/81 zwei historische Mühlenwehre, die heute als Kulturdenkmäler der saarländischen Wirtschaftsgeschichte gelten. Kanuten müssen deshalb an mehreren Stellen umtragen, etwa kurz vor Habkirchen, in Bliesmengen-Bolchen, nach Blies-Schweyen und vor Sarreguemines.

  • Reisemobilstellplatz Ommersheimer Weiher

    In Mandelbachtal liegen direkt am zehn Hektar großen Ommersheimer Weiher zwei Stellplätze für Reisemobile mit befestigter Fläche, Beleuchtung, CEE-Stromanschluss und einer Frischwasser-Entnahmestelle. Haustiere sind dort erlaubt, und in unmittelbarer Nähe liegen ein Spielplatz sowie eine Gaststätte.

  • Storchenbrut bei Beeden

    Im Feuchtgebiet unterhalb von Beeden haben sich neun Weißstorch-Paare angesiedelt, die dort an der Fischerhütte ihre Nester beziehen. Besucher beobachten die Vögel am besten vom Weg aus, ohne die Brutplätze zu betreten. Die Jungstörche schlüpfen in den meisten Jahren rund um Ostern.

Geschützte Landschaften

Biosphärenreservat
Bliesgau

Namen und Grenzen: © OpenStreetMap-Mitwirkende.

Über diese Region

Der Bliesgau bildet die südöstliche Ecke des Saarlands, ein Biosphärenreservat mit Streuobstwiesen und der Blies als Fluss. Sieben Gemeinden von Gersheim bis St. Ingbert teilen sich die Landschaft. Gebucht werden hier Wohnmobilstellplätze an Weihern und Campingplätze in offener Wiesenlandschaft.

Voll wird es von April bis Juni zur Streuobstblüte und im Sommer bei Kanutouren auf der Blies. Ruhiger sind Spätherbst und Winter. Wann ein Platz geöffnet hat, steht im Kalender des Angebots.

Häufige Fragen