
Almhütten im Berchtesgadener Land
Almhütten stehen hier nur dort, wo die Berchtesgadener Alpen anfangen, auf den flachen Kalkstufen zwischen Talboden und Felswand. Im Berchtesgadener Sprachgebrauch heißt so eine Hütte Kaser, und das Wort steht bis heute in den Namen der Häuser, etwa beim Springlkaser auf der Gotzenalm. Die Weiden über dem Königssee liegen etwa zwischen 1200 und 1700 Metern, die Reiter Alm noch höher, und deshalb ist der Weg zur Hütte fast immer ein Aufstieg, zu manchen über eine Almstraße, zu anderen nur über einen Steig. Wer oben bleibt, bekommt die Stunden, die den Tagesgästen fehlen, den späten Nachmittag auf der leeren Weide und den Morgen, bevor die ersten wieder heraufkommen.
Das Jahr in dieser Region
September: Steinböcke im Hagengebirge
Rund 150 Alpensteinböcke leben in der Region, nachdem ab 1936 die ersten Tiere aus der Schweiz ausgesetzt worden waren und das Gehege um 1944 geöffnet wurde. Antreffen lassen sie sich vor allem im Hagengebirge um Schneibstein und Kahlersberg, oberhalb der Baumgrenze auf Fels und Grasmatten. Im Spätsommer und Frühherbst stehen sie noch hoch, bevor sie mit dem ersten Schnee tiefer wechseln.
Mitte des Monats geht die Sonne um 6:45 auf und um 19:22 unter. Dazwischen liegen 12 Stunden und 38 Minuten Tageslicht.
Was die Natur in diesem Monat macht
- Äpfel: Erntebeginn um den 28. September (meist zwischen 19. September und 1. Oktober)
Wasser und Luft: Open-Meteo, gemessene Mittelwerte. Andrang: Anteil der Schulferien 2027 über alle sechzehn Bundesländer. Naturdaten: Deutscher Wetterdienst, phänologische Beobachtungen 2014 bis 2026 an 30 Stationen der Region, typischer Tag.
Touren in dieser Region
Ausgeschilderte Touren, die sich an einem Tag von einem Platz aus machen lassen, dazu je Art eine Mehrtagestour.
- Wandern
SalzAlpenSteig
Von See zu See: vom Chiemsee über den Königssee bis an den Hallstätter See, durch Bayern, Salzburg und Oberösterreich. Das Salz hält die Strecke zusammen. Unterwegs liegen die Solequellen von Bad Reichenhall, die Ramsau unter dem Watzmann und am Ende der Hallstätter See mit dem Ort am steilen Hang.
236,6 kmMehrtagestour
- Wandern
Wanderweg 1
Abschnitt Soleleitungsweg
Die Spur der alten Soleleitung: ab 1817 lief salzhaltiges Wasser vom Berchtesgadener Salzbergwerk über das Söldenköpfl hinunter zur Saline in Bad Reichenhall, durch ausgebohrte Baumstämme, die man Deicheln nennt. Weil das Gefälle winzig bleiben musste, verläuft der Pfad fast eben auf halber Hanghöhe und liegt nach Süden offen. Der Blick reicht ins Wimbachtal und über die Ramsau.
20,8 km
- Wandern
Wanderweg 62a
Abschnitt Zauberwald-Rundweg
Im Zauberwald liegen die Blöcke eines Bergsturzes, der vor rund dreieinhalbtausend Jahren aus dem Dachsteinkalk am Hochkalter brach und den Klausbach staute. So entstand der Hintersee. Zwischen den moosüberwachsenen Felsen führt ein schmaler Pfad dicht am Wasser entlang, und Tafeln erklären, wie See und Wald entstanden sind.
1,1 kmRundtour
- Wandern
Wanderweg 60
Abschnitt Wimbachklamm-Rundweg
Etwa zweihundert Meter lang ist die Klamm am Eingang des Wimbachtals. Auf dieser kurzen Strecke schießt das Wasser aus den Felswänden und fällt frei in die Schlucht, während man auf Holzstegen und Brücken mitten durch den Sprühnebel geht. Zurück führt der Pfad oberhalb durch den Wald.
2,1 kmRundtour
- Wandern
Malerwinkelrundweg
Vom Ufer des Königssees steigt der Pfad in zwei weiten Kehren durch lichten Mischwald auf eine Kanzel über dem Wasser. Gut vier Kilometer entfernt liegt St. Bartholomä. Die Wallfahrtskirche trägt zwei Zwiebeltürme und drei rote Kuppeldächer, dahinter steht die Ostwand des Watzmanns. Ein Abstecher führt über den Rabenwandsteig zu einem Aussichtspunkt unter der Rabenwand.
3,1 kmRundtour
- Wandern
Almerlebnispfad
Drei Almen im Lattengebirge über der Ramsau, verbunden durch Forststraßen und schmalere Steige: die Mordaualm, die Lattenbergalm ohne Einkehr und die Moosenalm. Die Weiden liegen offen nach Süden, gegenüber steht der Hochkalter. Zurück geht es über den Pioniersteig.
10,9 km
- Wandern
Thumseerundweg
Am Thumsee westlich von Bad Reichenhall bleibt der Untergrund fest und fast eben, dicht am Ufer entlang. Das Wasser ist klar und schon im Frühsommer angenehm. Ein Schilfgürtel steht am Rand, dazwischen liegen sandige Buchten und viele Bänke. Der Nesselgraben versickert auf seinen letzten drei- bis vierhundert Metern und fließt dem See unterirdisch zu.
2,5 km
- Radfahren
Bodensee-Königssee-Radweg
Abschnitt Region Berchtesgaden
Das letzte Stück des Weges vom Bodensee her führt von Traunstein am Kloster Höglwörth vorbei, dessen Barockkirche auf einer Halbinsel im eigenen See steht. Danach geht es über Anger und Piding ins Saalachtal. Hinter Bad Reichenhall steigt die Strecke über Bayerisch Gmain und Bischofswiesen an, bevor sie nach Berchtesgaden und an den Königssee hinunterrollt.
57,3 km560 Höhenmeter
- Mountainbike
Berchtesgaden - Gotzenalm
Auf Forststraßen von Berchtesgaden über Hinterbrand und die Königsbachalm hinauf zum Plateau der Gotzenalm, gut tausend Meter über dem Königssee. Oben liegen Weiden, dahinter das Steinerne Meer. Wer die letzten Minuten zum Feuerpalfen zu Fuß geht, steht an der Kante über dem See, gegenüber der Ostwand des Watzmanns.
12,1 km
Touren: © OpenStreetMap-Mitwirkende, ODbL. Längen aus dem kartierten Verlauf berechnet, Stand 12. September 2026.
Tiere, die man hier trifft
Juni bis DezemberGämse
In den Berchtesgadener Alpen kommt die Gämse in allen Gebirgsstöcken vor und steht im Sommer oberhalb der Waldgrenze, etwa am Schneibstein und an den dortigen Altschneefeldern. Der dunkle Streifen über dem Rücken und die kurzen, nach hinten gehakten Hörner machen sie unverwechselbar. Im November und Dezember tragen die Böcke die Brunft an den Steilhängen aus, danach ziehen die Tiere mit dem Schnee in die tieferen Bergwälder.
April bis SeptemberMurmeltier
Auf den Almflächen des Nationalpark Berchtesgaden lebt das Alpenmurmeltier in Kolonien, etwa an der Königsbachalm, auf der Kleinen Reibn und rund um den Funtensee beim Kärlingerhaus. Meist verrät der schrille Pfiff der Wachtposten die graubraunen Tiere, bevor man sie zu Gesicht bekommt. Von April bis September sind sie über Tage aktiv und legen sich an den Bauen Fettreserven für den nächsten Winterschlaf an.
Januar bis MärzSteinadler
Im Nationalpark Berchtesgaden sind derzeit fünf Steinadlerreviere besetzt, am ehesten zeigt sich der Adler über dem Klausbachtal und dem Wimbachtal. Am Beobachtungspunkt oberhalb des Klausbachhauses am Hintersee, keine 20 Gehminuten entfernt, lässt er sich an den breiten, gefingerten Schwingen vom Mäusebussard unterscheiden. Von Januar bis März zieht er über den Talflanken seine auffälligen Balzflüge mit Sturzflügen und Girlanden.
Januar bis DezemberRothirsch
Im Winter stehen bis zu 50 Rothirsche und Alttiere mit Kälbern an der Fütterung im Klausbachtal bei Ramsau, in einem rund 45 Hektar großen Gatter aus der Nähe zu beobachten. Zu erkennen sind sie am rötlich-braunen Fell und beim männlichen Tier am mächtigen Geweih. Im Oktober tragen die Platzhirsche ihre Brunft in den Bergwäldern um die Wasseralm aus, ihr Röhren ist in der Dämmerung weithin zu hören.
Bilder: Freepik
Worauf man beim Buchen achtet
- Wie weit fährt das Auto?
- Manche Almhütten haben eine Zufahrt bis vor die Tür, bei anderen führt der letzte Abschnitt zu Fuß hinauf. Oft liegt eine Schranke auf dem Weg, für die es einen Schlüssel gibt. Einige Gastgeber bringen das Gepäck selbst nach oben.
- Ist die Hütte im Winter erreichbar?
- Viele Almen sind nur vom Frühsommer bis in den Herbst geöffnet, weil der Weg nicht geräumt wird. Wo im Winter vermietet wird, geht der letzte Teil oft mit Rodel, Ski oder Schneeschuhen. Das steht in der Beschreibung, wenn es zutrifft.
- Woher kommt der Strom?
- Es gibt Hütten am Netz, Hütten mit Photovoltaik und Hütten ganz ohne Anschluss. Eine Solaranlage trägt Licht und Ladegeräte, für Föhn oder Wasserkocher reicht sie selten. Bei manchen Hütten erhitzt der Holzherd auch das Wasser.
- Woher kommt das Wasser?
- Viele Almhütten werden von einer eigenen Quelle versorgt und nicht von einer Leitung aus dem Tal. Das Wasser kommt kalt aus dem Berg, meist über eine gefasste Quelle oberhalb der Hütte. Wie die Versorgung an der Hütte geregelt ist, steht in der Beschreibung.
- Wie wird geheizt, und wer bringt das Holz?
- Auf vielen Almhütten ist der Holzofen in der Stube die einzige Wärmequelle. Bei manchen Gastgebern liegt das Holz bereit, bei anderen kauft man es dazu oder holt es aus dem Schuppen. Auch im Sommer werden die Nächte da oben kühl.
- Wie weit ist der nächste Laden?
- Fast immer kocht man selbst. Der nächste Laden liegt im Tal, und der Weg dorthin gehört zur Planung. Eingekauft wird vor der Auffahrt, nicht danach.
Für wen es passt
Gemacht für
Wer Ruhe sucht und damit umgehen kann, dass Ruhe auch heißt, allein zu sein. Familien und kleine Gruppen bekommen ein ganzes Haus statt eines Zimmers, und das ändert den Abend. Und wer gern kocht, hat die Küche für sich.
Eher nichts für
Wer abends unter Leuten sein will, ist unten besser aufgehoben. Zur Hütte führt selten ein ebener Weg, barrierefrei sind die wenigsten. Und wer verlässlich online sein muss, fragt vorher nach dem Empfang, denn viele Almen liegen im Funkschatten.
Woher es kommt
Almwirtschaft ist in den Alpen rund viertausend Jahre alt. Auf dem Dachstein legte der Verein ANISA Reste von Hütten aus der mittleren und späten Bronzezeit frei; Holzkohle aus einer Feuergrube datiert eine davon auf 1360 bis 1170 vor Christus. Schriftlich tauchen Almen im 8. Jahrhundert auf, als die Notitia Arnonis zwei von ihnen der Salzburger Kirche zuschreibt. Die Alpsaison, also den Sommer zwischen Auftrieb und Abtrieb, führt die UNESCO auf Antrag der Schweiz als immaterielles Kulturerbe.
Gut zu wissen
Die Anfahrt gehört dazu
Zur Alm führt oft eine private Alm- oder Forststraße mit Schranke. Wie weit das Auto kommt und wo der Schlüssel liegt, klärt man vor der Abfahrt.
Rund ums Haus steht Vieh
Auf bewirtschafteten Almen weiden Rinder bis dicht an die Hütte. Hunde gehören dort an die kurze Leine, und Gatter bleiben geschlossen, damit die Tiere bleiben, wo sie sind.
Anheizen gehört zum Tag
Wo ein Holzofen oder ein Herd steht, wird er morgens und abends gebraucht. Wer das noch nie gemacht hat, lässt sich die Handgriffe beim Ankommen zeigen.
Das Wasser kommt aus dem Berg
Viele Hütten hängen an einer eigenen Quelle statt an einer Leitung aus dem Tal. Sparsam damit umzugehen ist oben keine Geste, sondern Alltag.
Anreise
- 1 Std. 30 Min.München
- 2 Std. 15 Min.Augsburg
- 5 Std. 00 Min.Frankfurt am Main
- 6 Std. 45 Min.Köln
- 7 Std. 00 Min.Berlin
- 8 Std. 45 Min.Hamburg
Gut zu wissen
Hunde ganzjährig an der Leine
Im Nationalpark Berchtesgaden gilt Leinenpflicht, dazu das Wegegebot und ein Abstandsgebot gegenüber Wildtieren. Ranger sind das ganze Jahr über unterwegs, auch früh morgens und spät abends, und achten auf die Einhaltung der Nationalparkverordnung.
Kein offenes Feuer, kein Zelt
Im gesamten Schutzgebiet sind offenes Feuer sowie Zelten und Biwakieren im Freien untersagt. Die Nationalparkverwaltung kontrolliert das verstärkt am Königssee sowie in den Tälern und Hochlagen. Für die Nacht stehen die bewirtschafteten Hütten sowie die Campingplätze und Stellplätze im Tal zur Verfügung.
Auf dem Königssee fahren nur die Elektroboote
Auf den Gewässern des Nationalparks ist das Bootfahren untersagt, Schlauchboote und Luftmatratzen ausdrücklich eingeschlossen. Unterwegs sind allein die Boote der Bayerischen Seenschifffahrt, die auf dem Königssee seit 1909 elektrisch fahren, sowie deren Mietruderboote. Nach Salet am Südende, dem Zugang zu Obersee und Röthbachfall, verkehren die Schiffe von Ende April bis Mitte Oktober, nach St. Bartholomä dauert die Fahrt rund 35 Minuten.
Wohnmobile nur auf ausgewiesenen Plätzen
Im Nationalpark ist das Übernachten im Freien und damit auch im Fahrzeug nicht zulässig. Im Landkreis gibt es sechs Campingplätze und drei ausgewiesene Wohnmobilstellplätze, darunter den Wohnmobilparkplatz Königssee in Schönau und den Stellplatz Götschenalm in Bischofswiesen. Auf Privatgrund, auch an Ausflugszielen, ist eine Übernachtung nur mit ausdrücklicher Zustimmung der Verantwortlichen möglich.
Ruhezonen im Winter, Flugverbot über den Horsten
Für den Winter weist der Nationalpark Wald-Wild-Schongebiete aus, die bei Ski- und Schneeschuhtouren gemieden werden sollen. Über den Horstbereichen der Steinadler bestehen während der Brutsaison Flugverbotszonen für Gleitschirme. Drohnen und andere Flugobjekte sind im gesamten Schutzgebiet untersagt.
Barrierefreier Weg mit Hängebrücke im Klausbachtal
Vom Klausbachhaus am Hintersee führt ein breit ausgebauter, steigungsarmer Weg über eine Hängebrücke zum Steinadler- und Bartgeier-Beobachtungspunkt, zu Fuß etwa 20 Minuten. Barrierefreie Wege sind im Nationalpark gelb gekennzeichnet und ohne Absturzgefahr angelegt. Das Klausbachhaus ist täglich von 9 bis 17 Uhr geöffnet, der Eintritt ist frei.
Geschützte Landschaften
- Nationalpark
- Berchtesgaden
Namen und Grenzen: © OpenStreetMap-Mitwirkende.