Baumhäuser im Bayerischen Wald

An den Hängen wachsen Rotbuche, Weißtanne und Fichte ineinander, und ein Baumhaus setzt das Bett mitten in diese Schicht. Was vor dem Fenster steht, wechselt dadurch über das Jahr, weil das Buchenlaub im Mai die Sicht schließt und sie im Spätherbst wieder freigibt. Gebaut wird außerhalb der Schutzzonen, auf privatem Waldgrund in den Gemeinden ringsum, die vielfach zwischen 600 und 1000 Metern liegen, sodass der Blick über bewaldete Rücken geht statt über Dächer. Tagsüber lässt sich diese Höhe weiterverfolgen: In Neuschönau führt seit 2009 ein Pfad auf Kronenhöhe durch den Wald und am Ende hinauf auf einen Turm über die Wipfel.

Das Jahr in dieser Region

September: Hirschbrunft ab Mitte September

Die Hirschbrunft beginnt nach Angaben der Nationalparkverwaltung ab Mitte September und dauert etwa vier Wochen. Im neun Hektar großen Hirschgehege Scheuereck bei Lindberg lässt sich das Geschehen von der ganzjährig zugänglichen Aussichtskanzel verfolgen, erreichbar mit Waldbahn und Igelbus. Ins selbe Monatsende fällt die Pilzausstellung der Nationalparkverwaltung, 2026 am 19. und 20. September in der Arberlandhalle in Bayerisch Eisenstein.

Mitte des Monats geht die Sonne um 6:43 auf und um 19:22 unter. Dazwischen liegen 12 Stunden und 39 Minuten Tageslicht.

Wasser und Luft: Open-Meteo, gemessene Mittelwerte. Andrang: Anteil der Schulferien 2027 über alle sechzehn Bundesländer. Naturdaten: Deutscher Wetterdienst, phänologische Beobachtungen 2014 bis 2026 an 131 Stationen der Region, typischer Tag.

Touren in dieser Region

Ausgeschilderte Touren, die sich an einem Tag von einem Platz aus machen lassen, dazu je Art eine Mehrtagestour.

  • Wandern

    Goldsteig N17

    Abschnitt Rachel - Lusen

    Vom Rachel, mit 1453 Metern der zweithöchste Berg des Bayerischen Waldes, geht es an Rachelkapelle und Rachelsee vorbei hinüber zum Lusen. Der letzte Anstieg führt über die Himmelsleiter, eine Treppe aus Granitblöcken, und endet im Blockmeer auf dem Gipfel. Totholz und junger Wald stehen dicht beieinander.

    14 km

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  • Wandern

    Pandurensteig

    Auf alten Wegen quer durch den Bayerischen Wald, von Waldmünchen über Cham, Viechtach und Regen bis Passau. Ein gutes Stück läuft am Pfahl entlang, einem Quarzriff, das wie eine weiße Mauer aus dem Wald ragt. Zuletzt begleitet die Ilz den Weg.

    176,6 kmMehrtagestour

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  • Wandern

    Gunthersteig

    Der Steig nimmt den Weg des Einsiedlers Gunther auf, von Kloster Niederaltaich an der Donau über Rinchnach und Zwiesel bis nach Dobrá Voda in Böhmen. Zuerst geht es durch die Obstwiesen des Lallinger Winkels, dann in Buchen- und Fichtenwald hinein. Guntherstein und Frauenbrünnl liegen am Weg.

    71,2 kmMehrtagestour

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  • Wandern

    Baierweg

    Eine alte Handelsstraße zwischen Donau und Böhmen, angelegt von den Grafen von Bogen, markiert bis heute mit deren blauer Raute auf weißem Grund. Von Straubing zieht die Route über Kollnburg, Kötzting und Neukirchen beim Heiligen Blut nach Furth im Wald. Die Raute findet man an Bäumen und Hauswänden.

    112,5 kmMehrtagestour

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  • Wandern

    Ilztalwanderweg Nr. 2

    Die Ilz heißt die Schwarze Perle, weil ihr Wasser aus den Mooren am Rachel dunkel kommt. Der Weg begleitet sie durch enge Schluchten und offene Wiesentäler bis zur Mündung in die Donau bei Passau. An alten Mühlen kommt man vorbei.

    59,5 km

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  • Radfahren

    Nationalpark-Radweg

    Zwischen Bayerisch Eisenstein und Finsterau zieht die Route am Nationalpark entlang, über Frauenau, Spiegelau und Mauth. Gefahren wird viel auf Forstwegen, immer auf und ab. Der Wald steht fast überall bis an den Rand der Spur.

    75,2 km

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  • Radfahren

    Regental-Radweg

    Der Regen führt die Strecke von der Grenze bei Bayerisch Eisenstein bis nach Regensburg. Zwischen der Stadt Regen und Miltach weicht sie über die Hügel aus, sonst bleibt sie im Tal, bei Cham durch die weiten Auen der Regentalaue. Am Ende mündet der Regen in die Donau.

    169,6 kmMehrtagestour

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  • Mountainbike

    Trans Bayerwald Nordroute

    Abschnitt 4

    Die vierte Etappe der Nordroute führt von Mitterfirmiansreut nach Spiegelau, auf Forstwegen und ruhigen Straßen am Nationalpark entlang. Am Weg liegen das Freilichtmuseum Finsterau und das Nationalparkzentrum Lusen mit Tierfreigelände und Baumwipfelpfad. Technisch bleibt es ruhig, dafür geht es viel bergauf.

    55,4 km

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  • Langlauf

    Bayerwaldloipe

    Die Loipe verbindet die Langlaufgebiete zwischen Lohberg am Osser und Neureichenau am Dreisessel zu einer durchgehenden Spur. Gefahren wird nur in eine Richtung. Über Zwiesel, Sankt Oswald und Mauth führt sie durch Wald, quert die Große Ohe und steigt bei Bischofsreut über 1100 Meter.

    11,1 km

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Touren: © OpenStreetMap-Mitwirkende, ODbL. Längen aus dem kartierten Verlauf berechnet, Stand 12. September 2026.

Tiere, die man hier trifft

  • September bis Oktober

    Rothirsch

    Im neun Hektar großen Hirschgehege Scheuereck bei Lindberg zieht der Rothirsch an der ganzjährig zugänglichen Aussichtskanzel vorbei, ebenso im über 200 Hektar großen Tier-Freigelände am Nationalparkzentrum Lusen bei Neuschönau. Frei lebende Tiere durchqueren daneben die Wälder um Rachel, Lusen und Großen Falkenstein. Ab Mitte September beginnt die Brunft: Die Hirsche tragen ihr volles Geweih, und ihr Röhren ist weithin zu hören, wenn sie um die Hirschkühe werben.

  • ganzjährig

    Habichtskauz

    In den alten, totholzreichen Buchen-Tannen-Wäldern um Mittelsteighütte, Rachelsee und Höllbachgspreng am Falkenstein hat der Habichtskauz seine Reviere. An der langen, fein gebänderten Schwanzfeder und den dunklen Augen ist er von anderen großen Eulen zu unterscheiden, Ohrbüschel fehlen ihm ganz. Er brütet in abgebrochenen Baumstümpfen oder in ausgehängten Nistkästen, mitten im dichten Bergwald.

  • ganzjährig

    Dreizehenspecht

    In den Bergfichtenwäldern oberhalb von etwa 1200 Metern und auf den totholzreichen Flächen um Lusen, Rachel und Großen Falkenstein zählt der Bayerische Wald laut NABU zu den drei besten Beobachtungsgebieten Deutschlands. Am schwarz-weiß gesperrten Rücken und der gelben Kopfplatte des Männchens ist er von anderen Spechten zu unterscheiden, Rot trägt er nirgends. Er schält die Rinde toter Fichten in charakteristischen Ringen ab, um an die Larven von Borkenkäfern zu kommen.

  • April bis Oktober

    Ringdrossel

    In den Hochlagen um Großen Arber, Rachel und Lusen brütet die Ringdrossel an lichten Bergfichtenwäldern, Blockhalden und Schachten, eines von wenigen Mittelgebirgsvorkommen der Unterart alpestris außerhalb der Alpen. Vom Amsel-Männchen unterscheidet sie der weiße Brustmond, der ihr den Namen gibt. Von April bis Oktober ist sie hier zu beobachten, wenn sie zwischen freien Flächen und Baumgruppen der Schachten nach Nahrung sucht.

Bilder: Freepik

Worauf man beim Buchen achtet

Steht es auf Stelzen oder im Baum?
Beides heißt Baumhaus. Auf Stelzen steht es ruhig und trägt mehr Gewicht, zwischen den Ästen sitzt es enger am Stamm. Die Fotos zeigen den Unterschied meist deutlicher als der Text.
Wie kommt man hinauf?
Treppe, Leiter oder Hängebrücke. Mit kleinen Kindern, schwerem Gepäck oder nachts ist das der Unterschied, der zählt.
Wo ist das Bad?
An Bord oder im Sanitärgebäude am Fuß des Baums. Wer nachts aufsteht, sollte das vorher wissen.
Wird geheizt?
Davon hängt ab, ob eine Buchung im Oktober noch Sinn hat. Unbeheizte Häuser schließen über den Winter.
Wie weit steht das Auto?
Manche Häuser liegen an der Zufahrt, andere ein paar hundert Meter im Wald. Das Gepäck trägt man selbst.

Für wen es passt

Gemacht für

Paare, die eine Nacht anders verbringen wollen, und Familien mit Kindern, die sicher klettern. Wer gern früh draußen ist, bekommt den Morgen im Wald, ohne dafür zelten zu müssen.

Eher nichts für

Ein Baumhaus ist nicht barrierefrei, und ohne eigenes Bad wird jeder nächtliche Gang zum Abstieg. Wer viel Platz braucht oder Gepäck für zwei Wochen dabeihat, ist unten besser aufgehoben.

Woher es kommt

Übernachtungsbaumhäuser sind in Deutschland jung. Das erste Baumhaushotel des Landes eröffnete 2005 auf der Kulturinsel Einsiedel bei Görlitz, nach sieben Jahren Planung und Bau. Heute stehen dort fünfundzwanzig einzeln gestaltete Häuser, und in fast jedem Bundesland gibt es inzwischen welche.

Gut zu wissen

  • Der Aufstieg gehört dazu

    Treppe, Leiter oder Hängebrücke führen hinauf. Barrierefrei ist ein Baumhaus deshalb nicht, und Gepäck trägt man selbst nach oben.

  • Hunde nicht überall

    Wo der Aufstieg über eine Leiter geht, bleiben Hunde meist unten. Gastgeber mit Treppe nehmen sie oft mit auf.

  • Regen hört man

    Holzdach und Baumkrone machen jeden Schauer hörbar. Wer leicht schläft, nimmt sich das besser vor als dass es ihn überrascht.

Dunkler Himmel

Von DarkSky International anerkannte Orte.

  • Sternenpark Bayerischer Wald

    Seit 2025 anerkannt, einer der jüngsten im Land. Auf den Hochlagen des Bayerischen Waldes ist der Himmel im Winter besonders klar, wenn die Luft kalt und trocken über den Kämmen steht.

Anreise

  • 1 Std. 00 Min.Regensburg
  • 1 Std. 45 Min.München
  • 4 Std. 00 Min.Frankfurt am Main
  • 5 Std. 45 Min.Köln
  • 6 Std. 00 Min.Berlin
  • 7 Std. 45 Min.Hamburg

Gut zu wissen

  • Wegegebot im Kerngebiet

    Über die Hälfte der Nationalparkfläche ist ganzjährig frei begehbar, auf rund 45 Prozent gilt in Hochlagen und Mooren ein Wegegebot. Dort dürfen vom 15. Juli bis zum 15. November zusätzlich alle übrigen Wege und Wandersteige benutzt werden, außerhalb dieses Zeitraums nur die markierten Fuß-, Rad- und Skiwanderwege. Im Winter ist das Verlassen der markierten Wege im Kerngebiet untersagt, Hinweisschilder markieren die Zonen vor Ort.

  • Hunde an der Leine

    Hunde dürfen in den Nationalpark mitgenommen werden, sind aber an der Leine zu führen. Gesperrt sind das Tier-Freigelände am Nationalparkzentrum Lusen, das Hirschgehege Scheuereck und der Grenzsteig, ebenso Baumwipfelpfad, Hans-Eisenmann-Haus und Waldgeschichtliches Museum. Hundestationen mit Abfallbehältern stehen an den beiden Nationalparkzentren und in Spiegelau, Kotbeutel muss man selbst mitbringen.

  • Kein offenes Feuer im Schutzgebiet

    Rauchen und offenes Feuer sind im Nationalpark verboten, ebenso Drohnen und das Füttern von Tieren. Grillen ist nur auf den ausgewiesenen Spiel- und Grillplätzen möglich, für deren Nutzung die Verwaltung im Mai 2026 neue Regelungen erlassen hat. Auch auf dem Zeltplatz Scheuereck gilt das Verbot von Feuer, Rauchen und offenem Licht.

  • Übernachten nur auf zwei Plätzen

    Wildcampen und Übernachten im Nationalparkgebiet sind verboten. Es gibt zwei offizielle Plätze, jeweils vom 1. April bis 15. November und für höchstens zwei Nächte: Scheuereck mit vier Wohnmobil- und vier Zeltplätzen kostenfrei und der Hauptparkplatz am Nationalparkzentrum Falkenstein mit fünf Wohnmobilplätzen für 8 Euro je Nacht. Geparkt wird nur auf ausgeschilderten Parkplätzen, die Gebühr beträgt höchstens 5 Euro am Tag.

  • Baden und Bootfahren sind geregelt

    Im Nationalpark ist Baden nicht erlaubt, das betrifft auch Rachelsee und die Bergbäche. Kanu und Kajak auf dem Schwarzen Regen sind Privatpersonen vorbehalten und richten sich nach der Verordnung des Landkreises Regen vom 2. Mai 2011 in der Fassung vom 25. April 2023. Der Landkreis veröffentlicht tagesaktuell, ob das Befahren gerade freigegeben ist, zusätzlich gelten eigene Regelungen für die Abschnitte Bärnloch und Nagerlbrücke.

  • GUTi und Waldbahn statt Auto

    Übernachtungsgäste in 40 teilnehmenden Gemeinden erhalten beim Check-in automatisch das Gästeservice Umwelt-Ticket GUTi, mit dem Bus und Bahn vom Anreise- bis zum Abreisetag kostenlos sind, auch auf tschechischer Seite. Die Waldbahn bedient vier Linien mit Knotenpunkt Zwiesel, die Igelbusse verbinden die Wanderausgangspunkte um Lusen und Rachel, der Falkensteinbus die Ziele im Norden. Ab Passau fahren zusätzlich die Schnellbuslinien 100 und 200/201.

Geschützte Landschaften

Nationalpark
Bayerischer Wald

Namen und Grenzen: © OpenStreetMap-Mitwirkende.