
Camping im Bayerischen Wald
Hier hört der Wald nicht auf. Der Bayerische Wald ist durchgehend bewaldet, ein Mittelgebirge an der tschechischen Grenze, das zusammen mit dem angrenzenden Nationalpark Šumava auf rund 900 Quadratkilometern das größte zusammenhängende Waldschutzgebiet Mitteleuropas bildet. Der Nationalpark Bayerischer Wald wurde 1970 gegründet, als erster in Deutschland. Mit 24.945 Hektar ist er bis heute der größte Wald-Nationalpark des Landes. Auf gut drei Vierteln dieser Fläche bleibt der Wald sich selbst überlassen. Die Hochlagen ziehen sich um Arber, Rachel und Lusen. Dort oben liegen Schachten und Filze zwischen Bergfichtenwäldern, Lebensräume, die es außerhalb der Alpen kaum gibt. Seit Mai 2025 ist auch der Nachthimmel über Natur- und Nationalpark als Sternenpark anerkannt.
Das Jahr in dieser Region
September: Hirschbrunft ab Mitte September
Die Hirschbrunft beginnt nach Angaben der Nationalparkverwaltung ab Mitte September und dauert etwa vier Wochen. Im neun Hektar großen Hirschgehege Scheuereck bei Lindberg lässt sich das Geschehen von der ganzjährig zugänglichen Aussichtskanzel verfolgen, erreichbar mit Waldbahn und Igelbus. Ins selbe Monatsende fällt die Pilzausstellung der Nationalparkverwaltung, 2026 am 19. und 20. September in der Arberlandhalle in Bayerisch Eisenstein.
Mitte des Monats geht die Sonne um 6:43 auf und um 19:22 unter. Dazwischen liegen 12 Stunden und 39 Minuten Tageslicht.
Wasser und Luft: Open-Meteo, gemessene Mittelwerte. Andrang: Anteil der Schulferien 2027 über alle sechzehn Bundesländer. Naturdaten: Deutscher Wetterdienst, phänologische Beobachtungen 2014 bis 2026 an 131 Stationen der Region, typischer Tag.
Touren in dieser Region
Ausgeschilderte Touren, die sich an einem Tag von einem Platz aus machen lassen, dazu je Art eine Mehrtagestour.
- Wandern
Goldsteig N17
Abschnitt Rachel - Lusen
Vom Rachel, mit 1453 Metern der zweithöchste Berg des Bayerischen Waldes, geht es an Rachelkapelle und Rachelsee vorbei hinüber zum Lusen. Der letzte Anstieg führt über die Himmelsleiter, eine Treppe aus Granitblöcken, und endet im Blockmeer auf dem Gipfel. Totholz und junger Wald stehen dicht beieinander.
14 km
- Wandern
Gunthersteig
Der Steig nimmt den Weg des Einsiedlers Gunther auf, von Kloster Niederaltaich an der Donau über Rinchnach und Zwiesel bis nach Dobrá Voda in Böhmen. Zuerst geht es durch die Obstwiesen des Lallinger Winkels, dann in Buchen- und Fichtenwald hinein. Guntherstein und Frauenbrünnl liegen am Weg.
71,2 kmMehrtagestour
- Wandern
Baierweg
Eine alte Handelsstraße zwischen Donau und Böhmen, angelegt von den Grafen von Bogen, markiert bis heute mit deren blauer Raute auf weißem Grund. Von Straubing zieht die Route über Kollnburg, Kötzting und Neukirchen beim Heiligen Blut nach Furth im Wald. Die Raute findet man an Bäumen und Hauswänden.
112,5 kmMehrtagestour
- Radfahren
Regental-Radweg
Der Regen führt die Strecke von der Grenze bei Bayerisch Eisenstein bis nach Regensburg. Zwischen der Stadt Regen und Miltach weicht sie über die Hügel aus, sonst bleibt sie im Tal, bei Cham durch die weiten Auen der Regentalaue. Am Ende mündet der Regen in die Donau.
169,6 kmMehrtagestour
- Mountainbike
Trans Bayerwald Nordroute
Abschnitt 4
Die vierte Etappe der Nordroute führt von Mitterfirmiansreut nach Spiegelau, auf Forstwegen und ruhigen Straßen am Nationalpark entlang. Am Weg liegen das Freilichtmuseum Finsterau und das Nationalparkzentrum Lusen mit Tierfreigelände und Baumwipfelpfad. Technisch bleibt es ruhig, dafür geht es viel bergauf.
55,4 km
- Langlauf
Bayerwaldloipe
Die Loipe verbindet die Langlaufgebiete zwischen Lohberg am Osser und Neureichenau am Dreisessel zu einer durchgehenden Spur. Gefahren wird nur in eine Richtung. Über Zwiesel, Sankt Oswald und Mauth führt sie durch Wald, quert die Große Ohe und steigt bei Bischofsreut über 1100 Meter.
11,1 km
Touren: © OpenStreetMap-Mitwirkende, ODbL. Längen aus dem kartierten Verlauf berechnet, Stand 12. September 2026.
Tiere, die man hier trifft
September bis OktoberRothirsch
Im neun Hektar großen Hirschgehege Scheuereck bei Lindberg zieht der Rothirsch an der ganzjährig zugänglichen Aussichtskanzel vorbei, ebenso im über 200 Hektar großen Tier-Freigelände am Nationalparkzentrum Lusen bei Neuschönau. Frei lebende Tiere durchqueren daneben die Wälder um Rachel, Lusen und Großen Falkenstein. Ab Mitte September beginnt die Brunft: Die Hirsche tragen ihr volles Geweih, und ihr Röhren ist weithin zu hören, wenn sie um die Hirschkühe werben.
ganzjährigHabichtskauz
In den alten, totholzreichen Buchen-Tannen-Wäldern um Mittelsteighütte, Rachelsee und Höllbachgspreng am Falkenstein hat der Habichtskauz seine Reviere. An der langen, fein gebänderten Schwanzfeder und den dunklen Augen ist er von anderen großen Eulen zu unterscheiden, Ohrbüschel fehlen ihm ganz. Er brütet in abgebrochenen Baumstümpfen oder in ausgehängten Nistkästen, mitten im dichten Bergwald.
ganzjährigDreizehenspecht
In den Bergfichtenwäldern oberhalb von etwa 1200 Metern und auf den totholzreichen Flächen um Lusen, Rachel und Großen Falkenstein zählt der Bayerische Wald laut NABU zu den drei besten Beobachtungsgebieten Deutschlands. Am schwarz-weiß gesperrten Rücken und der gelben Kopfplatte des Männchens ist er von anderen Spechten zu unterscheiden, Rot trägt er nirgends. Er schält die Rinde toter Fichten in charakteristischen Ringen ab, um an die Larven von Borkenkäfern zu kommen.
April bis OktoberRingdrossel
In den Hochlagen um Großen Arber, Rachel und Lusen brütet die Ringdrossel an lichten Bergfichtenwäldern, Blockhalden und Schachten, eines von wenigen Mittelgebirgsvorkommen der Unterart alpestris außerhalb der Alpen. Vom Amsel-Männchen unterscheidet sie der weiße Brustmond, der ihr den Namen gibt. Von April bis Oktober ist sie hier zu beobachten, wenn sie zwischen freien Flächen und Baumgruppen der Schachten nach Nahrung sucht.
Bilder: Freepik
Dunkler Himmel
Von DarkSky International anerkannte Orte.
Sternenpark Bayerischer Wald
Seit 2025 anerkannt, einer der jüngsten im Land. Auf den Hochlagen des Bayerischen Waldes ist der Himmel im Winter besonders klar, wenn die Luft kalt und trocken über den Kämmen steht.
Anreise
- 1 Std. 00 Min.Regensburg
- 1 Std. 45 Min.München
- 4 Std. 00 Min.Frankfurt am Main
- 5 Std. 45 Min.Köln
- 6 Std. 00 Min.Berlin
- 7 Std. 45 Min.Hamburg
Gut zu wissen
Wegegebot im Kerngebiet
Über die Hälfte der Nationalparkfläche ist ganzjährig frei begehbar, auf rund 45 Prozent gilt in Hochlagen und Mooren ein Wegegebot. Dort dürfen vom 15. Juli bis zum 15. November zusätzlich alle übrigen Wege und Wandersteige benutzt werden, außerhalb dieses Zeitraums nur die markierten Fuß-, Rad- und Skiwanderwege. Im Winter ist das Verlassen der markierten Wege im Kerngebiet untersagt, Hinweisschilder markieren die Zonen vor Ort.
Hunde an der Leine
Hunde dürfen in den Nationalpark mitgenommen werden, sind aber an der Leine zu führen. Gesperrt sind das Tier-Freigelände am Nationalparkzentrum Lusen, das Hirschgehege Scheuereck und der Grenzsteig, ebenso Baumwipfelpfad, Hans-Eisenmann-Haus und Waldgeschichtliches Museum. Hundestationen mit Abfallbehältern stehen an den beiden Nationalparkzentren und in Spiegelau, Kotbeutel muss man selbst mitbringen.
Kein offenes Feuer im Schutzgebiet
Rauchen und offenes Feuer sind im Nationalpark verboten, ebenso Drohnen und das Füttern von Tieren. Grillen ist nur auf den ausgewiesenen Spiel- und Grillplätzen möglich, für deren Nutzung die Verwaltung im Mai 2026 neue Regelungen erlassen hat. Auch auf dem Zeltplatz Scheuereck gilt das Verbot von Feuer, Rauchen und offenem Licht.
Übernachten nur auf zwei Plätzen
Wildcampen und Übernachten im Nationalparkgebiet sind verboten. Es gibt zwei offizielle Plätze, jeweils vom 1. April bis 15. November und für höchstens zwei Nächte: Scheuereck mit vier Wohnmobil- und vier Zeltplätzen kostenfrei und der Hauptparkplatz am Nationalparkzentrum Falkenstein mit fünf Wohnmobilplätzen für 8 Euro je Nacht. Geparkt wird nur auf ausgeschilderten Parkplätzen, die Gebühr beträgt höchstens 5 Euro am Tag.
Baden und Bootfahren sind geregelt
Im Nationalpark ist Baden nicht erlaubt, das betrifft auch Rachelsee und die Bergbäche. Kanu und Kajak auf dem Schwarzen Regen sind Privatpersonen vorbehalten und richten sich nach der Verordnung des Landkreises Regen vom 2. Mai 2011 in der Fassung vom 25. April 2023. Der Landkreis veröffentlicht tagesaktuell, ob das Befahren gerade freigegeben ist, zusätzlich gelten eigene Regelungen für die Abschnitte Bärnloch und Nagerlbrücke.
GUTi und Waldbahn statt Auto
Übernachtungsgäste in 40 teilnehmenden Gemeinden erhalten beim Check-in automatisch das Gästeservice Umwelt-Ticket GUTi, mit dem Bus und Bahn vom Anreise- bis zum Abreisetag kostenlos sind, auch auf tschechischer Seite. Die Waldbahn bedient vier Linien mit Knotenpunkt Zwiesel, die Igelbusse verbinden die Wanderausgangspunkte um Lusen und Rachel, der Falkensteinbus die Ziele im Norden. Ab Passau fahren zusätzlich die Schnellbuslinien 100 und 200/201.
Geschützte Landschaften
- Nationalpark
- Bayerischer Wald
Namen und Grenzen: © OpenStreetMap-Mitwirkende.
Über diese Region
Der Bayerische Wald ist ein bewaldetes Mittelgebirge an der Grenze zu Tschechien mit dem ältesten Nationalpark Deutschlands. Camping- und Stellplätze liegen an Waldrändern und Wanderwegen um Arber, Rachel und Lusen.
Die Saison reicht von April bis Mitte November, am belebtesten im Hochsommer, wenn ab dem 15. Juli weitere Wege offen sind. Wann ein Platz geöffnet hat, steht im Kalender des Angebots.