Almhütten im Allgäu

Im Allgäu heißt die Alm Alpe, und viele Hütten tragen das Wort im Namen. Die meisten stehen im südlichen Allgäu, in den Tälern um Oberstdorf, Bad Hindelang und Oberstaufen, wo der Boden zum Ackern zu karg war und das Gras die Wirtschaft trug. Ob nebenan gekäst wird, hängt an der Art der Alpe: Auf einer Sennalpe verarbeitet man die Milch oben, auf einer Galtalpe weidet nur Jungvieh. Im September holt der Viehscheid die Herden zurück ins Tal, ein Brauch, der hier seit 1794 belegt ist.

Das Jahr in dieser Region

September: Viehscheid in rund dreißig Orten

Von Anfang September bis Anfang Oktober kommen die Herden zurück ins Tal, gefeiert wird in rund 30 Orten zwischen Bodensee und den Königsschlössern. In Bad Hindelang ist der Termin immer der 11. September mit etwa 1.000 Jungrindern. In Oberstaufen kamen 2026 über 1.400 Tiere von 19 Alpen herunter, geführt von den bekränzten Leittieren.

Mitte des Monats geht die Sonne um 6:56 auf und um 19:33 unter. Dazwischen liegen 12 Stunden und 38 Minuten Tageslicht.

Wasser und Luft: Open-Meteo, gemessene Mittelwerte. Andrang: Anteil der Schulferien 2027 über alle sechzehn Bundesländer. Naturdaten: Deutscher Wetterdienst, phänologische Beobachtungen 2014 bis 2026 an 89 Stationen der Region, typischer Tag.

Touren in dieser Region

Ausgeschilderte Touren, die sich an einem Tag von einem Platz aus machen lassen, dazu je Art eine Mehrtagestour.

  • Wandern

    Wandertrilogie Allgäu

    Drei Routen in drei Höhenlagen, verbunden durch Querwege, die Leitern heißen: unten die Hügel und Moore, in der Mitte Seen und Wasserfälle, oben die Grate der Allgäuer Alpen und der Nagelfluhkette. Wer will, wechselt unterwegs die Etage. Der Untergrund reicht vom weichen Wiesenpfad bis zum Schotter über der Baumgrenze.

    449,1 kmMehrtagestour

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  • Wandern

    Wiesengänger-Route

    Sanfte Hügel, weite Wiesen und Moorböden bestimmen diese Route, dazwischen liegen barocke Klöster und mittelalterliche Städte wie Wangen und Isny. Bei Bad Wurzach führt sie an das Wurzacher Ried, eines der größten intakten Hochmoore Mitteleuropas. Die Alpen stehen dabei immer am Horizont.

    320,3 kmMehrtagestour

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  • Wandern

    Himmelsstürmer-Route

    Abschnitt 21

    Von Bad Hindelang steigt die Etappe am Schleierfall vorbei zur Iselerplatzhütte hinauf, dann über den alten Schmugglerpfad zur Landesgrenze und hinüber nach Schattwald im Tannheimer Tal. Oben wechseln Latschen, Schotterhänge und Bergwiesen einander ab. Mehrere Bäche werden unterwegs gequert.

    7,4 km

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  • Wandern

    Lechweg

    Vom Formarinsee auf rund 1800 Metern folgt die Strecke dem Lech bis zum Lechfall bei Füssen, knapp tausend Höhenmeter tiefer. Der Fluss bleibt fast überall wild. Bei Holzgau liegen die Höhenbachtalschlucht und eine Hängebrücke von über zweihundert Metern.

    124,4 kmMehrtagestour

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  • Radfahren

    Radrunde Allgäu

    Überwiegend Asphalt und wenig befahrene Straßen, dazu rund 3200 Höhenmeter, verteilt über die ganze Strecke. Sie verbindet Memmingen, Bad Wörishofen und Füssen mit dem Tannheimer Tal, wo sie bei knapp 1150 Metern ihren höchsten Punkt erreicht. Am Weg liegen die Alpseen und das Wurzacher Ried.

    479,9 km2165 HöhenmeterMehrtagestour

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  • Radfahren

    Iller-Radweg

    In Oberstdorf fließen Trettach, Stillach und Breitach zur Iller zusammen, und von dort geht es flussabwärts bis zur Mündung in die Donau bei Ulm. Meist führt die Strecke dicht am Wasser, auf wassergebundener Decke. Nach Süden hin rücken die Allgäuer Alpen näher.

    147,1 km

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  • Langlauf

    Weißachtal-Loipe

    Die Spur beginnt bei Höfen und folgt der Weißach talein Richtung Steibis, vorbei an Steinebach und Krebs bis kurz vor Aach. Lange bleibt es flach. Erst vor der Wendeschleife kommen ein paar Anstiege dazu.

    7,2 km

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  • Langlauf

    Dorfloipe Balderschwang

    Der Einstieg liegt mitten im Ort, und die Runde zieht flach durch das Hochtal von Balderschwang. Klassisch und Skating sind beide gespurt. Balderschwang gilt als schneereichster Ort Deutschlands.

    1,7 kmRundtour

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Touren: © OpenStreetMap-Mitwirkende, ODbL. Längen aus dem kartierten Verlauf berechnet, Stand 12. September 2026.

Tiere, die man hier trifft

  • ganzjährig

    Gämse

    An den Steilhängen und Felspartien der Allgäuer Hochalpen im Bereich der Waldgrenze steht die Gämse oft reglos zwischen Krummholz und Geröll, der dunkelbraune Rücken hebt sich deutlich vom hellen Fels ab. Ohne eigene Bergtour lässt sie sich von der Beobachtungsstation am Riedbergpass bei Obermaiselstein aus beobachten, mit dem Bus von Obermaiselstein in etwa zehn Minuten erreichbar. Im Winter steht sie an sonnigen, schneefreien Hängen weiter unten.

  • April bis September

    Murmeltier

    In den Hochlagen um Oberstdorf hält sich das Alpenmurmeltier an offenen Fels- und Rasenflächen der warmen Südhänge auf, meist oberhalb der Waldgrenze zwischen 900 und 2.500 Metern. Zu erkennen ist es am dichten graubraunen Fell und dem kurzen buschigen Schwanz. Von April bis September ist es tagsüber auf den Wiesen unterwegs und gräbt an seinem Bau, bevor es Ende September in den Winterschlaf geht.

  • ganzjährig

    Alpensteinbock

    Oberhalb von etwa 2.200 Metern hält sich der Alpensteinbock in den Allgäuer Hochalpen an Steilwiesen und Felsgraten auf, am Nebelhorn, im Oytal und im Rappenalptal bei Oberstdorf bestehen die besten Aussichten. Die kräftigen, nach hinten gebogenen Hörner der Böcke sind schon von weitem zu erkennen. Viele Tiere lassen sich aus der Nähe beobachten, im Winter stehen sie an sonnigen Steilhängen mittlerer Höhen.

  • ganzjährig

    Steinadler

    Über Graten und Grasbergen der Allgäuer Hochalpen kreist der Steinadler, der regelmäßig im rund 25.000 Hektar großen Vogelschutzgebiet brütet, der vogelreichsten alpinen Region Bayerns. Mit rund zwei Metern Spannweite und breiten, leicht V-förmig gehaltenen Schwingen ist er im Segelflug von weitem zu erkennen. In Bad Hindelang führen geführte Wanderungen in sein Revier.

Bilder: Freepik

Worauf man beim Buchen achtet

Wie weit fährt das Auto?
Manche Almhütten haben eine Zufahrt bis vor die Tür, bei anderen führt der letzte Abschnitt zu Fuß hinauf. Oft liegt eine Schranke auf dem Weg, für die es einen Schlüssel gibt. Einige Gastgeber bringen das Gepäck selbst nach oben.
Ist die Hütte im Winter erreichbar?
Viele Almen sind nur vom Frühsommer bis in den Herbst geöffnet, weil der Weg nicht geräumt wird. Wo im Winter vermietet wird, geht der letzte Teil oft mit Rodel, Ski oder Schneeschuhen. Das steht in der Beschreibung, wenn es zutrifft.
Woher kommt der Strom?
Es gibt Hütten am Netz, Hütten mit Photovoltaik und Hütten ganz ohne Anschluss. Eine Solaranlage trägt Licht und Ladegeräte, für Föhn oder Wasserkocher reicht sie selten. Bei manchen Hütten erhitzt der Holzherd auch das Wasser.
Woher kommt das Wasser?
Viele Almhütten werden von einer eigenen Quelle versorgt und nicht von einer Leitung aus dem Tal. Das Wasser kommt kalt aus dem Berg, meist über eine gefasste Quelle oberhalb der Hütte. Wie die Versorgung an der Hütte geregelt ist, steht in der Beschreibung.
Wie wird geheizt, und wer bringt das Holz?
Auf vielen Almhütten ist der Holzofen in der Stube die einzige Wärmequelle. Bei manchen Gastgebern liegt das Holz bereit, bei anderen kauft man es dazu oder holt es aus dem Schuppen. Auch im Sommer werden die Nächte da oben kühl.
Wie weit ist der nächste Laden?
Fast immer kocht man selbst. Der nächste Laden liegt im Tal, und der Weg dorthin gehört zur Planung. Eingekauft wird vor der Auffahrt, nicht danach.

Für wen es passt

Gemacht für

Wer Ruhe sucht und damit umgehen kann, dass Ruhe auch heißt, allein zu sein. Familien und kleine Gruppen bekommen ein ganzes Haus statt eines Zimmers, und das ändert den Abend. Und wer gern kocht, hat die Küche für sich.

Eher nichts für

Wer abends unter Leuten sein will, ist unten besser aufgehoben. Zur Hütte führt selten ein ebener Weg, barrierefrei sind die wenigsten. Und wer verlässlich online sein muss, fragt vorher nach dem Empfang, denn viele Almen liegen im Funkschatten.

Woher es kommt

Almwirtschaft ist in den Alpen rund viertausend Jahre alt. Auf dem Dachstein legte der Verein ANISA Reste von Hütten aus der mittleren und späten Bronzezeit frei; Holzkohle aus einer Feuergrube datiert eine davon auf 1360 bis 1170 vor Christus. Schriftlich tauchen Almen im 8. Jahrhundert auf, als die Notitia Arnonis zwei von ihnen der Salzburger Kirche zuschreibt. Die Alpsaison, also den Sommer zwischen Auftrieb und Abtrieb, führt die UNESCO auf Antrag der Schweiz als immaterielles Kulturerbe.

Gut zu wissen

  • Die Anfahrt gehört dazu

    Zur Alm führt oft eine private Alm- oder Forststraße mit Schranke. Wie weit das Auto kommt und wo der Schlüssel liegt, klärt man vor der Abfahrt.

  • Rund ums Haus steht Vieh

    Auf bewirtschafteten Almen weiden Rinder bis dicht an die Hütte. Hunde gehören dort an die kurze Leine, und Gatter bleiben geschlossen, damit die Tiere bleiben, wo sie sind.

  • Anheizen gehört zum Tag

    Wo ein Holzofen oder ein Herd steht, wird er morgens und abends gebraucht. Wer das noch nie gemacht hat, lässt sich die Handgriffe beim Ankommen zeigen.

  • Das Wasser kommt aus dem Berg

    Viele Hütten hängen an einer eigenen Quelle statt an einer Leitung aus dem Tal. Sparsam damit umzugehen ist oben keine Geste, sondern Alltag.

Anreise

  • 1 Std. 30 Min.Augsburg
  • 1 Std. 45 Min.München
  • 4 Std. 00 Min.Frankfurt am Main
  • 5 Std. 45 Min.Köln
  • 7 Std. 15 Min.Berlin
  • 7 Std. 45 Min.Hamburg

Gut zu wissen

  • Leine im Naturschutzgebiet, Abstand zum Weidevieh

    Im Naturschutzgebiet Allgäuer Hochalpen gilt Anleinpflicht; außerhalb von Naturschutzgebieten besteht in Bayern keine generelle Leinenpflicht in der freien Natur. Weideflächen umgeht man mit angeleintem Hund weiträumig, weil Mutterkühe ihre Kälber verteidigen. Hundekot gehört überall eingesammelt, auch am Berg, weil der Parasit Neospora caninum auf Rinder übergehen kann.

  • Wegegebot und Drohnenverbot im Schutzgebiet

    Im Naturschutzgebiet Allgäuer Hochalpen mit rund 20.724 Hektar gilt ein Wegegebot, Drohnenflüge und Lärmen sind untersagt, Pflanzen und Tiere bleiben an Ort und Stelle. Außerhalb der Schutzgebiete gilt für Drohnen ein Mindestabstand von 100 Metern zu Tieren. In den Wald-Wild-Schongebieten des Oberallgäus sind Skitouren, Schneeschuhgehen und Winterwandern im Winter nicht zulässig.

  • Offenes Feuer nur mit Erlaubnis

    Im Naturschutzgebiet Allgäuer Hochalpen sind Lagerfeuer verboten. Nach Art. 17 des Bayerischen Waldgesetzes braucht es außerdem eine Erlaubnis, um im Wald oder in weniger als 100 Metern Entfernung davon eine offene Feuerstätte zu betreiben oder ein unverwahrtes Feuer anzuzünden. Vom 1. März bis 31. Oktober darf im Wald nicht geraucht werden.

  • Zelten und Biwakieren im Schutzgebiet untersagt

    Im Naturschutzgebiet Allgäuer Hochalpen sind Zelten und Biwakieren nicht erlaubt. Für die Übernachtung gibt es ausgewiesene Plätze, etwa zwei Campingplätze am Niedersonthofener See. Rund 61 Prozent des Gemeindegebiets von Bad Hindelang liegen im Schutzgebiet, die Regel betrifft dort also den größten Teil der Fläche.

  • Klammen haben Saison, Ticket und Öffnungszeiten

    Die Klammen sind erschlossene Anlagen mit Stegen und Brücken, nicht frei zugängliche Natur. Die Breitachklamm bei Oberstdorf ist täglich von 9 bis 17 Uhr geöffnet, die Kasse schließt um 16.45 Uhr, Tickets gibt es auch online; von Ende Dezember bis März finden wetterabhängig Fackelwanderungen statt, zur Schneeschmelze und im Spätherbst ist sie zeitweise gesperrt. Die Starzlachklamm zwischen Sonthofen und Burgberg ist 2026 vom 1. April bis voraussichtlich Mitte November begehbar, Hunde nur an der Leine.

  • Baden am See, keine Boote im Hochgebirge

    Am Großen Alpsee gibt es mehrere Badestellen mit flachem Einstieg, Umkleiden und Toiletten an der großen Liegewiese sowie Verleih für Tretboote und SUP-Boards. Segeln, Surfen und Kitesurfen sind dort wegen der Ost-West-Lage des Tals gut möglich. Im Naturschutzgebiet Allgäuer Hochalpen ist Bootfahren dagegen nicht erlaubt.

Geschützte Landschaften

Namen und Grenzen: © OpenStreetMap-Mitwirkende.