
Camping im Allgäu
Das Allgäu reicht vom Bodensee bis in die Allgäuer Hochalpen. Auf engem Raum folgen die Moorlandschaften des Voralpenlands auf die Nagelfluhrücken der Voralpen, dahinter beginnt das Kalkhochgebirge. Von den Nachbarregionen unterscheidet es sich durch die Allgäuer Hochalpen, die als artenreichstes Gebirge Deutschlands gelten und mit über 20.700 Hektar das zweitgrößte Naturschutzgebiet Bayerns bilden, sowie durch die Nagelfluhkette, an der 2008 der erste länderübergreifende Naturpark zwischen Deutschland und Österreich entstand.
34 Plätze und Unterkünfte in dieser Region
Plätze und Unterkünfte in dieser Region
Das Jahr in dieser Region
September: Viehscheid in rund dreißig Orten
Von Anfang September bis Anfang Oktober kommen die Herden zurück ins Tal, gefeiert wird in rund 30 Orten zwischen Bodensee und den Königsschlössern. In Bad Hindelang ist der Termin immer der 11. September mit etwa 1.000 Jungrindern. In Oberstaufen kamen 2026 über 1.400 Tiere von 19 Alpen herunter, geführt von den bekränzten Leittieren.
Mitte des Monats geht die Sonne um 6:56 auf und um 19:33 unter. Dazwischen liegen 12 Stunden und 38 Minuten Tageslicht.
Wasser und Luft: Open-Meteo, gemessene Mittelwerte. Andrang: Anteil der Schulferien 2027 über alle sechzehn Bundesländer. Naturdaten: Deutscher Wetterdienst, phänologische Beobachtungen 2014 bis 2026 an 89 Stationen der Region, typischer Tag.
Touren in dieser Region
Ausgeschilderte Touren, die sich an einem Tag von einem Platz aus machen lassen, dazu je Art eine Mehrtagestour.
- Wandern
Wandertrilogie Allgäu
Drei Routen in drei Höhenlagen, verbunden durch Querwege, die Leitern heißen: unten die Hügel und Moore, in der Mitte Seen und Wasserfälle, oben die Grate der Allgäuer Alpen und der Nagelfluhkette. Wer will, wechselt unterwegs die Etage. Der Untergrund reicht vom weichen Wiesenpfad bis zum Schotter über der Baumgrenze.
449,1 kmMehrtagestour
- Wandern
Wiesengänger-Route
Sanfte Hügel, weite Wiesen und Moorböden bestimmen diese Route, dazwischen liegen barocke Klöster und mittelalterliche Städte wie Wangen und Isny. Bei Bad Wurzach führt sie an das Wurzacher Ried, eines der größten intakten Hochmoore Mitteleuropas. Die Alpen stehen dabei immer am Horizont.
320,3 kmMehrtagestour
- Wandern
Himmelsstürmer-Route
Abschnitt 21
Von Bad Hindelang steigt die Etappe am Schleierfall vorbei zur Iselerplatzhütte hinauf, dann über den alten Schmugglerpfad zur Landesgrenze und hinüber nach Schattwald im Tannheimer Tal. Oben wechseln Latschen, Schotterhänge und Bergwiesen einander ab. Mehrere Bäche werden unterwegs gequert.
7,4 km
- Wandern
Lechweg
Vom Formarinsee auf rund 1800 Metern folgt die Strecke dem Lech bis zum Lechfall bei Füssen, knapp tausend Höhenmeter tiefer. Der Fluss bleibt fast überall wild. Bei Holzgau liegen die Höhenbachtalschlucht und eine Hängebrücke von über zweihundert Metern.
124,4 kmMehrtagestour
- Radfahren
Radrunde Allgäu
Überwiegend Asphalt und wenig befahrene Straßen, dazu rund 3200 Höhenmeter, verteilt über die ganze Strecke. Sie verbindet Memmingen, Bad Wörishofen und Füssen mit dem Tannheimer Tal, wo sie bei knapp 1150 Metern ihren höchsten Punkt erreicht. Am Weg liegen die Alpseen und das Wurzacher Ried.
479,9 km2165 HöhenmeterMehrtagestour
- Radfahren
Iller-Radweg
In Oberstdorf fließen Trettach, Stillach und Breitach zur Iller zusammen, und von dort geht es flussabwärts bis zur Mündung in die Donau bei Ulm. Meist führt die Strecke dicht am Wasser, auf wassergebundener Decke. Nach Süden hin rücken die Allgäuer Alpen näher.
147,1 km
Touren: © OpenStreetMap-Mitwirkende, ODbL. Längen aus dem kartierten Verlauf berechnet, Stand 12. September 2026.
Tiere, die man hier trifft
ganzjährigGämse
An den Steilhängen und Felspartien der Allgäuer Hochalpen im Bereich der Waldgrenze steht die Gämse oft reglos zwischen Krummholz und Geröll, der dunkelbraune Rücken hebt sich deutlich vom hellen Fels ab. Ohne eigene Bergtour lässt sie sich von der Beobachtungsstation am Riedbergpass bei Obermaiselstein aus beobachten, mit dem Bus von Obermaiselstein in etwa zehn Minuten erreichbar. Im Winter steht sie an sonnigen, schneefreien Hängen weiter unten.
April bis SeptemberMurmeltier
In den Hochlagen um Oberstdorf hält sich das Alpenmurmeltier an offenen Fels- und Rasenflächen der warmen Südhänge auf, meist oberhalb der Waldgrenze zwischen 900 und 2.500 Metern. Zu erkennen ist es am dichten graubraunen Fell und dem kurzen buschigen Schwanz. Von April bis September ist es tagsüber auf den Wiesen unterwegs und gräbt an seinem Bau, bevor es Ende September in den Winterschlaf geht.
ganzjährigAlpensteinbock
Oberhalb von etwa 2.200 Metern hält sich der Alpensteinbock in den Allgäuer Hochalpen an Steilwiesen und Felsgraten auf, am Nebelhorn, im Oytal und im Rappenalptal bei Oberstdorf bestehen die besten Aussichten. Die kräftigen, nach hinten gebogenen Hörner der Böcke sind schon von weitem zu erkennen. Viele Tiere lassen sich aus der Nähe beobachten, im Winter stehen sie an sonnigen Steilhängen mittlerer Höhen.
ganzjährigSteinadler
Über Graten und Grasbergen der Allgäuer Hochalpen kreist der Steinadler, der regelmäßig im rund 25.000 Hektar großen Vogelschutzgebiet brütet, der vogelreichsten alpinen Region Bayerns. Mit rund zwei Metern Spannweite und breiten, leicht V-förmig gehaltenen Schwingen ist er im Segelflug von weitem zu erkennen. In Bad Hindelang führen geführte Wanderungen in sein Revier.
Bilder: Freepik
Anreise
- 1 Std. 30 Min.Augsburg
- 1 Std. 45 Min.München
- 4 Std. 00 Min.Frankfurt am Main
- 5 Std. 45 Min.Köln
- 7 Std. 15 Min.Berlin
- 7 Std. 45 Min.Hamburg
Gut zu wissen
Leine im Naturschutzgebiet, Abstand zum Weidevieh
Im Naturschutzgebiet Allgäuer Hochalpen gilt Anleinpflicht; außerhalb von Naturschutzgebieten besteht in Bayern keine generelle Leinenpflicht in der freien Natur. Weideflächen umgeht man mit angeleintem Hund weiträumig, weil Mutterkühe ihre Kälber verteidigen. Hundekot gehört überall eingesammelt, auch am Berg, weil der Parasit Neospora caninum auf Rinder übergehen kann.
Wegegebot und Drohnenverbot im Schutzgebiet
Im Naturschutzgebiet Allgäuer Hochalpen mit rund 20.724 Hektar gilt ein Wegegebot, Drohnenflüge und Lärmen sind untersagt, Pflanzen und Tiere bleiben an Ort und Stelle. Außerhalb der Schutzgebiete gilt für Drohnen ein Mindestabstand von 100 Metern zu Tieren. In den Wald-Wild-Schongebieten des Oberallgäus sind Skitouren, Schneeschuhgehen und Winterwandern im Winter nicht zulässig.
Offenes Feuer nur mit Erlaubnis
Im Naturschutzgebiet Allgäuer Hochalpen sind Lagerfeuer verboten. Nach Art. 17 des Bayerischen Waldgesetzes braucht es außerdem eine Erlaubnis, um im Wald oder in weniger als 100 Metern Entfernung davon eine offene Feuerstätte zu betreiben oder ein unverwahrtes Feuer anzuzünden. Vom 1. März bis 31. Oktober darf im Wald nicht geraucht werden.
Zelten und Biwakieren im Schutzgebiet untersagt
Im Naturschutzgebiet Allgäuer Hochalpen sind Zelten und Biwakieren nicht erlaubt. Für die Übernachtung gibt es ausgewiesene Plätze, etwa zwei Campingplätze am Niedersonthofener See. Rund 61 Prozent des Gemeindegebiets von Bad Hindelang liegen im Schutzgebiet, die Regel betrifft dort also den größten Teil der Fläche.
Klammen haben Saison, Ticket und Öffnungszeiten
Die Klammen sind erschlossene Anlagen mit Stegen und Brücken, nicht frei zugängliche Natur. Die Breitachklamm bei Oberstdorf ist täglich von 9 bis 17 Uhr geöffnet, die Kasse schließt um 16.45 Uhr, Tickets gibt es auch online; von Ende Dezember bis März finden wetterabhängig Fackelwanderungen statt, zur Schneeschmelze und im Spätherbst ist sie zeitweise gesperrt. Die Starzlachklamm zwischen Sonthofen und Burgberg ist 2026 vom 1. April bis voraussichtlich Mitte November begehbar, Hunde nur an der Leine.
Baden am See, keine Boote im Hochgebirge
Am Großen Alpsee gibt es mehrere Badestellen mit flachem Einstieg, Umkleiden und Toiletten an der großen Liegewiese sowie Verleih für Tretboote und SUP-Boards. Segeln, Surfen und Kitesurfen sind dort wegen der Ost-West-Lage des Tals gut möglich. Im Naturschutzgebiet Allgäuer Hochalpen ist Bootfahren dagegen nicht erlaubt.
Geschützte Landschaften
- Naturpark
- NagelfluhketteTiroler Lech
Namen und Grenzen: © OpenStreetMap-Mitwirkende.
Über diese Region
Das Allgäu reicht vom Bodensee über Moore und die Nagelfluhkette bis in die Allgäuer Hochalpen. Die Hochalpen sind Deutschlands artenreichstes Gebirge, die Nagelfluhkette ist seit 2008 grenzüberschreitender Naturpark mit Österreich. Campingplätze liegen an Seen, Stellplätze in Tälern und Alpen.
Am vollsten ist der September mit dem Viehscheid, ruhiger sind Frühling und Spätherbst. Wann ein Platz geöffnet hat, steht im Kalender des Angebots.