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FeatureReiseziele·1 Min Lesezeit

Die Küste, langsam

Vierhundert Kilometer Ostsee, von der Flensburger Förde bis zur Kreide. Vier Orte, an denen das Weiterfahren die schlechtere Idee ist.

Die Küste, langsam

Redaktion GROUNDS·Veröffentlicht am 19. August 2026

Die deutsche Ostseeküste lässt sich an einem Tag abfahren. Das ist ihr größtes Missverständnis. Wer die Bundesstraße nimmt, sieht Ortseingangsschilder und Parkplätze; wer die Küste selbst nimmt, braucht zwei Wochen und kommt trotzdem nicht bis Usedom.

Geltinger Birk

Hinter Gelting endet die Straße und es beginnt ein Naturschutzgebiet, in dem seit dreißig Jahren Konikpferde stehen. Sie halten die Salzwiese kurz, damit sie Salzwiese bleibt. Man geht zwei Stunden, sieht keinen Zaun und hört ab der Hälfte nur noch Wind.

Hohwachter Bucht

Die Bucht liegt so, dass der Westwind sie nicht erreicht. Was dabei herauskommt, sieht man abends: Das Wasser zwischen den Buhnen steht still, der Sand behält die Wärme des Tages, und der Horizont ist eine gerade Linie ohne einen einzigen Aufbau darauf.

Darß und die Bodden

Auf der Seeseite Buchenwald, der bis an den Strand läuft und dort abbricht; zwei Kilometer weiter die Bodden, flach und voller Schilf. Im Oktober rasten hier Zehntausende Kraniche. Sie kommen abends in Wellen über das Wasser, und man hört sie, bevor man sie sieht.

Die Kreide von Jasmund

Die Kreide ist siebzig Millionen Jahre alt und bröckelt weiter; nach starkem Regen liegen morgens Brocken am Strand, die abends noch oben waren. Der eigentliche Grund für den Welterbe-Titel ist ohnehin nicht der Fels, sondern der alte Buchenwald darüber — einer der letzten, die nie in Reihen gepflanzt wurden.

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